Die griechische Polizei hat ein illegales Kryptowährungs-Pyramidensystem aufgedeckt, bei dem über 10.000 Anleger um insgesamt rund 9 Millionen US-Dollar betrogen wurden – unter dem Versprechen, ihr Geld innerhalb von 50 Tagen durch automatisierten Handel mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) zu verdoppeln.
Griechische Polizei deckt mutmaßlichen KI-Krypto-Betrug in Höhe von 9 Millionen Dollar auf, bei dem eine Verdopplung des Geldes versprochen wurde

Das Wichtigste im Überblick
- Die griechische Polizei nahm am 30. September 17 Verdächtige fest, denen der Betrieb eines 9-Millionen-Dollar-Krypto-Pyramidensystems vorgeworfen wird.
- Falsche Behauptungen über KI-Handel mit den Stablecoins USDT und USDC gefährden das Vertrauen der Öffentlichkeit in automatisierte Krypto-Investitionen.
- Die Verdächtigen hinter „AT Team Greece“ müssen sich vor einem Untersuchungsrichter am Gericht in Katerini zur formellen Anklageerhebung verantworten.
Eine Fassade der Legitimität
Die griechische Polizei hat ein mutmaßliches riesiges Kryptowährungs-Pyramidensystem zerschlagen, das laut Behördenangaben unter dem Deckmantel eines Vereins für künstliche Intelligenz (KI) mehr als 10.000 Anleger um schätzungsweise 9 Millionen US-Dollar betrogen haben soll.
Einem lokalen Bericht zufolge wurden am 30. September bei Razzien in den frühen Morgenstunden unter der Leitung der Unterdirektion für Kriminalermittlung und -aufklärung in Katerini 17 Personen festgenommen, darunter zwei mutmaßliche Anführer und mehrere Militärangehörige. Weitere neun Verdächtige wurden in den offiziellen Ermittlungsakten namentlich genannt.
Das Syndikat soll unter dem Deckmantel einer Organisation namens „Hellenic Artificial Intelligence Team Association“ (AT Team Greece) operiert haben. Um den Anschein von Legitimität zu erwecken, richtete die Gruppe physische Niederlassungen in ganz Griechenland ein – unter anderem in Larissa, Katerini, Peristeri, Kanalaki und Mytilene – und organisierte gleichzeitig gesellschaftliche Veranstaltungen, öffentliche Sponsoring-Aktionen und Spenden für wohltätige Zwecke.
Das als risikoarme Anlageplattform mit hohen Renditen beworbene System versprach den Opfern, dass ein KI-gestützter automatisierter Handelsalgorithmus ihr Geld in den Stablecoins USDT oder USDC innerhalb von 50 Tagen verdoppeln würde. Während dieses Zeitraums war es den Anlegern untersagt, Auszahlungen vorzunehmen. Am 1. September wurden alle Auszahlungsfunktionen unter dem Vorwand einer Strategieänderung vollständig eingefroren, wodurch die Gelder der Anleger blockiert blieben.
Die Polizei bezeichnete die Plattform als klassisches Pyramidensystem, das ohne Genehmigung der Finanzaufsichtsbehörden betrieben wurde. Die von neuen Mitgliedern eingezahlten Gelder wurden zur Zahlung von Provisionen an frühere Mitglieder verwendet, während die Haupterlöse über Offshore-Digitalbanken und Kryptowährungs-Wallets gewaschen wurden.
Razzien und beschlagnahmte Beweismittel
Aus Unterlagen geht hervor, dass die Organisation bereits im April 2025 gegründet wurde, bevor sie sich landesweit ausbreitete. Bei ersten Befragungen gaben 18 Opfer persönliche Verluste in Höhe von insgesamt 62.690 US-Dollar an.
Die Polizeiaktion erstreckte sich auf fünf Büros, neun Wohnimmobilien und ein Hotel in großen Städten, darunter Athen, Piräus, Patras und Ioannina. Im Zuge der Aktion beschlagnahmten die Beamten 330.521 US-Dollar in bar sowie umfangreiches digitales Beweismaterial, darunter 32 Mobiltelefone, 15 Tablets, 21 Laptops und sieben Desktop-Computer.
Zudem wurden 38 USB-Sticks, 16 externe Festplatten, eine Geldzählmaschine, SIM-Karten, Finanzunterlagen und Bankkarten sichergestellt. Aus der Wohnung eines Verdächtigen wurden eine Leuchtpistole, Feuerwerkskörper und Metallkugeln beschlagnahmt.
Die 17 Festgenommenen wurden dem Staatsanwalt am Landgericht Katerini vorgeführt und zur formellen Strafverfolgung an einen Untersuchungsrichter verwiesen.
Die Schuldgeständnis von Alexander Vinnik kommt mehr als sechs Jahre nach seiner Verhaftung in Griechenland am 25. Juli 2017.
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