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Andrew Tate: Wallet bewegt 1,87 Mio. Dollar trotz US-Haft

Andrew Tate sitzt seit dem 18. Juli in Miami in Haft, doch eine ihm zugeordnete Krypto-Wallet ist in Bewegung. Am 2. Oktober gingen von dort 20.950 HYPE im Wert von 1,87 Millionen Dollar an die Kryptobörse Binance. Das meldete der Analysedienst Lookonchain. HYPE ist der Token der Handelsplattform Hyperliquid. Die öffentlichen Daten der Plattform zeigen: Vorbereitet wurde die Überweisung bereits eine Woche zuvor.

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Andrew Tate: Wallet bewegt 1,87 Mio. Dollar trotz US-Haft

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Wallet, die Lookonchain Andrew Tate zuordnet, hat am 2. Oktober 20.950 HYPE im Wert von 1,87 Millionen Dollar an die Kryptobörse Binance geschickt.
  • Der Auftrag, die Token aus dem Staking zu lösen, fiel laut den Daten von Hyperliquid schon am 25. September – Tate sitzt seit dem 18. Juli in Miami in Haft.
  • Wer die Transaktionen ausgelöst hat, zeigen die Daten nicht; laut Lookonchain liegen weiter 63.550 HYPE im Wert von 5,62 Millionen Dollar in der Wallet.

Der Auftrag kam eine Woche vor der Überweisung

Die Token lagen nicht frei in der Wallet, sie waren im Staking gebunden. Wer bei Hyperliquid HYPE aus dem Staking löst, muss sieben Tage warten, bevor er darüber verfügen kann. Der Ablauf lässt sich in den öffentlichen Daten der Wallet nachlesen.

Am 25. September um 6:37 Uhr EDT (12:37 Uhr MESZ) ging der Auftrag ein, 63.367 HYPE aus dem Staking zu lösen. Auf die Minute genau sieben Tage später waren die Token frei. Gut dreieinhalb Stunden danach, um 10:14 Uhr EDT (16:14 Uhr MESZ), verließen 20.950 HYPE das Handelskonto. Hyperliquid bewertete sie in diesem Moment mit 1,89 Millionen Dollar. Nach Daten des Analysedienstes Arkham ging zunächst ein einzelner HYPE als Test an eine Einzahlungsadresse von Binance, dann folgte der Rest.

Die Entscheidung fiel also nicht erst am 2. Oktober. Sie fiel gut zwei Wochen, nachdem ein Gericht in Miami Tates Freilassung abgelehnt hatte.

Wer den Schlüssel hat, zeigen die Daten nicht

Eine Blockchain hält fest, welche Adresse wann wie viel verschickt. Wer die Transaktion signiert hat, steht dort nicht. Über die Token verfügt, wer den privaten Schlüssel kennt – ob das Tate selbst ist, ein Vertrauter oder ein Dienstleister, bleibt offen. Auf diese Lücke wies das US-Finanzportal Thestreet in seinem Bericht über die Überweisung hin. Dass die Wallet Tate gehört, ist zudem eine Zuordnung der Analysedienste Lookonchain und Arkham. Auch über Tates offizielle Konten in sozialen Netzwerken erschienen laut Al Jazeera während der Haft Beiträge, darunter Klagen über die Haftbedingungen.

US-Marshals nahmen Tate und seinen Bruder Tristan am 18. Juli in Miami fest, nachdem Großbritannien ihre Auslieferung beantragt hatte. Die britische Justiz wirft ihnen unter anderem Vergewaltigung und Menschenhandel vor. Am 9. September lehnte die Richterin Lauren Louis am Bundesgericht in Miami eine Freilassung ab. Die Verteidigung hatte den im Netz vorgeführten Reichtum der Brüder als „theatralisch“ und „großspurig“ abgetan. Louis hielt fest, die beiden besäßen womöglich nicht alles, was sie online vorzeigten. Sie bescheinigte ihnen aber „eine außergewöhnliche Fähigkeit, aus dem Zuständigkeitsbereich des Gerichts zu fliehen“, wie Al Jazeera aus dem Beschluss zitierte. Die Brüder bestreiten alle Vorwürfe.

Was noch in der Wallet liegt

Die Wallet hatte nach den Zahlen von Lookonchain 122.827 HYPE für rund 550.000 Dollar gekauft, im Schnitt zu 4,48 Dollar je Token. Den Gesamtgewinn beziffert der Dienst auf 7,24 Millionen Dollar, eine Rendite von 1.317 Prozent.

Der größte Teil davon steht bisher nur auf dem Papier. Lookonchain zufolge hält die Wallet weiter 63.550 HYPE im Wert von 5,62 Millionen Dollar. Davon sind laut den Daten von Hyperliquid rund 42.400 HYPE frei verfügbar, gut 21.100 stecken noch im Staking. Auch die Einzahlung bei Binance ist kein Beleg für einen Verkauf. Sie macht ihn lediglich möglich.

Mit gehebelten Geschäften hatte Tate auf derselben Plattform weniger Erfolg: Sein Handelskonto verlor im November 2025 mehr als 727.000 Dollar.

Auslieferung noch offen, neue Anklage in Rumänien

Über die Auslieferung nach Großbritannien ist noch nicht entschieden. In Rumänien hat die Staatsanwaltschaft Tate am 4. September erneut angeklagt, unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen und Geldwäsche. Der rumänische Anwalt der Brüder, Eugen Vidineac, kündigte an, Mängel der Anklage auf dem Rechtsweg anzufechten. Seine Mandanten wiesen die Vorwürfe weiter zurück.