Grayscale wertet tokenisierte Fonds und Zahlungen mit Stablecoins als Beleg dafür, dass Kryptowährungen zunehmend im klassischen Finanzwesen ankommen. Die Akzeptanz durch institutionelle Anleger dürfte den Fortschritt der Branche unabhängig vom Ausgang der US-Zwischenwahlen sichern, argumentiert Forschungschef Zach Pandl.
Grayscale: Institutionelle Akzeptanz trägt Krypto über die Zwischenwahlen

Das Wichtigste auf einen Blick
- Laut Grayscale treiben Blackrock, JPMorgan und Visa die Integration digitaler Vermögenswerte in das klassische Finanzsystem voran, unabhängig von den US-Zwischenwahlen.
- Das annualisierte Abwicklungsvolumen mit Stablecoins bei Visa überstieg 25 Milliarden Dollar (rund 22,4 Milliarden Euro), zehnmal so viel wie im Vorjahr.
- Grayscale schätzt, dass 80 bis 85 Prozent der weltweiten Krypto-Aktivität außerhalb der USA stattfinden, nur 15 bis 20 Prozent entfallen auf die Vereinigten Staaten.
Blackrock und JPMorgan erweitern den Zugang zu tokenisierten Fonds
Blackrock, JPMorgan und Visa binden digitale Vermögenswerte in das klassische Finanzwesen ein und stärken damit die Aussichten für Kryptowährungen unabhängig vom Ausgang der US-Zwischenwahlen, argumentierte Grayscale am 28. Oktober. Zach Pandl, Forschungschef des Vermögensverwalters für digitale Assets, nannte neben diesen Unternehmen Franklin Templeton, Mastercard, Fiserv und Stripe als Beispiele, die seine Einschätzung der institutionellen Akzeptanz von Kryptowährungen stützen. Er schrieb: „Krypto ist institutionell. Die öffentliche Blockchain-Technologie ist inzwischen tiefer im etablierten Finanzsystem verankert, begünstigt durch die Akzeptanz bei Institutionen.“
Berechtigte europäische Anleger erhielten am 4. August über tokenisierte Anteilsklassen von Geldmarktfonds von Blackrock (NYSE: BLK) Zugang zu Blockchain-Versionen bestehender Cash-Management-Strategien. Das Angebot nutzt Kinexys, die Tokenisierungsplattform von JPMorgan, um digitale Fondsanteile auf Ethereum auszugeben. Das offizielle Anteilsregister führt weiterhin die Transferstelle der Fonds.
Das Cash-Management-Geschäft des Vermögensverwalters brachte im August zudem zwei tokenisierte Geldmarktprodukte auf den Markt und erweiterte sein Angebot damit auf digitale Märkte. Eines ergänzte einen bestehenden Fonds um eine tokenisierte Anteilsklasse, das andere richtete sich an institutionelle Anleger mit Bezug zu digitalen Assets. Zu den möglichen Einsatzbereichen gehört die Verwaltung der Reserven, die Zahlungs-Stablecoins decken.
Die Vermögensverwaltung von JPMorgan Chase (NYSE: JPM) brachte am 22. Oktober tokenisierte Geldmarktfonds auf Solana. Der private Fonds MONY richtet sich an qualifizierte Anleger, JLTXX ist ein registrierter Geldmarktfonds für Staatsanleihen, der den Reservebedarf von Stablecoin-Emittenten decken soll. Beide sind über die Plattform Morgan Money zugänglich.
Visa verzehnfacht das Abwicklungsvolumen mit Stablecoins
Auch Zahlungsnetzwerke bauen ihre Blockchain-Dienste aus. Visa (NYSE: V) nannte bei seiner Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 27. Oktober neue Nutzungszahlen. Visa-Chef Ryan McInerney sagte, das annualisierte Abwicklungsvolumen mit Stablecoins habe 25 Milliarden Dollar (rund 22,4 Milliarden Euro) überschritten, zehnmal so viel wie ein Jahr zuvor. Das Netzwerk unterstütze inzwischen 10 Blockchains.
Am 29. April hatte Visa noch gemeldet, das Pilotprojekt zur Abwicklung mit Stablecoins unterstütze neun Blockchains und erreiche eine annualisierte Rate von 7 Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro). Bei diesem Tempo wären über zwölf Monate also Zahlungen in dieser Höhe abgewickelt worden. Das Pilotprojekt bot den Teilnehmern mehr Netzwerke, über die sie ihre Verbindlichkeiten begleichen konnten.
Zu den kommerziellen Anwendungen gehört inzwischen der Einsatz von Stablecoins bei Zahlungen und Abwicklungen, um grenzüberschreitende Überweisungen außerhalb der üblichen Bankzeiten zu finanzieren. Die Vorfinanzierung mit Stablecoins bei Visa Direct ging am 15. Oktober mit Inyo Global als erstem Partner in den kommerziellen Betrieb. Berechtigte Unternehmen können damit Auszahlungen nahezu in Echtzeit mit USDC finanzieren.
Ein separater siebentägiger Test mit der Lloyds Banking Group zeigte die Abwicklung zwischen Instituten über private und öffentliche Blockchains hinweg. Lloyds beglich mit USDC Zahlungsverpflichtungen über 750.000 Dollar (rund 671.000 Euro) gegenüber Visa. Das Geld kam in weniger als einer Stunde bei Visa an, auch am Wochenende.
Globale Nachfrage und Unterstützung beider Parteien verbessern die Aussichten
Die internationale Nachfrage und die Unterstützung aus beiden politischen Lagern stützen diese Einschätzung zusätzlich, auch wenn Pandl einräumte, dass Wahlen den Kryptomarkt am Rande beeinflussen können. Grayscale schätzt, dass nur 15 bis 20 Prozent der weltweiten Krypto-Aktivität auf die USA entfallen und 80 bis 85 Prozent im Ausland stattfinden.
Unabhängig vom Ausgang der Zwischenwahlen würden Nutzer weltweit weiter nach Alternativen zu Fiatwährungen und nach effektiveren Zahlungssystemen suchen, schrieb Pandl. Ausländische Aufsichtsbehörden würden weiterhin Regeln schaffen, um Innovationen bei digitalen Vermögenswerten in ihren Rechtsräumen zu fördern.
Wie das im deutschsprachigen Raum aussieht, zeigt sich an mehreren Stellen. In der EU gilt seit dem 30. Dezember 2024 vollständig die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA). Seit dem 19. Oktober bieten erste Sparkassen in ihrer App den Handel mit Bitcoin und vier weiteren Kryptowerten an, jeden Monat sollen 30 bis 40 Institute dazukommen. Blackrocks tokenisierte Anteilsklassen für europäische Anleger gibt es neben Pfund und Dollar auch in Euro. An Xetra und der Schweizer Börse SIX kamen im Oktober zudem weitere physisch hinterlegte Krypto-ETP von 21shares hinzu.
Im Inland verweist Grayscale auf den GENIUS Act, den der Kongress mit Stimmen beider Parteien verabschiedet hatte. Das US-Gesetz schafft einen Rechtsrahmen für Zahlungs-Stablecoins und regelt Reserven, Rücknahmen und Offenlegungspflichten. Pandl verwies zudem auf Umfragen, wonach etwa gleich viele Republikaner und Demokraten Kryptowährungen halten oder nutzen, und auf frühere Gesetze aus der Zeit der Regierung Biden, die ebenfalls Stimmen von Demokraten erhalten hatten.
Am wichtigsten sei womöglich, dass die Staatsverschuldung der USA unabhängig von der Zusammensetzung des Kongresses voraussichtlich ungebremst weiter wachse, schrieb Pandl. Das werde Anleger zu alternativen Wertaufbewahrungsmitteln wie Kryptowährungen treiben.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONKevin Helms
Kevin Helms ist ein Kryptowährungsjournalist, der sich auf Bitcoin, Blockchain-Regulierung und globale Märkte für digitale Vermögenswerte spezialisiert hat.
















