Die Handelsplattform Bitcoin.de erhält vorerst keine Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA). Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den Antrag der Betreiber Futurum Bank verweigert, wie deren Mutterkonzern Bitcoin Group am Dienstag in Herford mitteilte. Der Handel ruht bereits seit dem 12. Juni. Für die mehr als 1,1 Millionen registrierten Nutzer soll er über Partner mit eigener Erlaubnis zurückkommen.
Bitcoin.de: Bafin verweigert MiCA-Zulassung, Handel ruht

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Bafin hat der Futurum Bank, der Betreiber von Bitcoin.de, die MiCA-Zulassung verweigert; das teilte der Mutterkonzern Bitcoin Group am Dienstag mit.
- Der Handel auf der Plattform mit mehr als 1,1 Millionen registrierten Nutzern ruht seit dem 12. Juni und soll in den nächsten Wochen über regulierte deutsche Partner zurückkehren.
- Die Vermögenswerte der Kunden bleiben laut Unternehmen sicher und sollen zu einem anderen regulierten Verwahrer wechseln; gegen den Bescheid ist ein Monat lang Widerspruch möglich.
Gut 15 Monate nach dem Antrag kommt die Absage
Den Antrag hatte die Futurum Bank am 27. Juni 2025 gestellt; sie wollte als Kryptodienstleister nach MiCA zugelassen werden. Mit der Absage endet zugleich die Duldung, unter der die Bank ihr Kryptogeschäft bisher fortführen durfte. Das geht aus der Ad-hoc-Mitteilung der Bitcoin Group hervor. Für das Geschäftsmodell von Bitcoin.de habe die Entscheidung maßgebliche Folgen, heißt es dort.
Zu den Gründen äußerte sich Konzernchef Moritz Eckert in einer begleitenden Mitteilung zum neuen Betriebsmodell. Die Aufsicht halte den erreichten Stand bei „Implementierung und Operationalisierung“ ihrer Anforderungen für unzureichend. „Dies sehen wir anders, haben uns jedoch auf die Möglichkeit der Verweigerung vorbereitet“, sagte Eckert. Der Konzern prüft den Bescheid. Er kann innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen oder später einen neuen Antrag stellen.
Kundenvermögen soll zu einem anderen Verwahrer wechseln
Für Kunden bleibt es zunächst beim Stillstand, bei der Verwahrung steht aber ein Wechsel an. Die Futurum Bank hält die Vermögenswerte nach eigenen Angaben weiter sicher, bis ein anderer regulierter Verwahrer sie übernimmt; alle Ansprüche der Kunden blieben bestehen. Was Kunden dafür tun müssen und wann, will die Bank auf Bitcoin.de bekannt geben.
Den Handel will sie über Partner zurückbringen. Geplant ist eine Kooperation mit regulierten deutschen Unternehmen, über die Kunden „innerhalb der nächsten Wochen“ wieder in der erneuerten App handeln sollen. „Unsere Priorität ist jetzt, das alternative Betriebsmodell umzusetzen und unsere Kunden transparent über die nächsten Schritte zu informieren“, sagte Eckert.
Der Umbau zum Broker hing an der Lizenz
Bitcoin.de begann als Marktplatz, auf dem Kunden direkt miteinander handelten. In diesem Jahr baute der Betreiber die Plattform zum Broker um, mit mehr als 100 Kryptowährungen, Tauschgeschäften und Staking. Der Start war für Ende Juni vorgesehen und wurde verschoben, weil die Zulassung fehlte. Das alte Handelssystem ist abgeschaltet, die Kryptobestände der Kunden liegen bereits in einem neuen Verwahrungssystem.
56 Lizenzen in Deutschland, keine für Bitcoin.de
Seit dem 1. Juli brauchen Anbieter von Kryptodiensten in der gesamten EU eine MiCA-Zulassung, die Übergangsfristen sind abgelaufen. Deutschland hatte bis Ende Juni 56 der rund 230 MiCA-Lizenzen in der EU erteilt, mehr als jedes andere Land. Ein gut vorbereiteter Antrag braucht nach einer Auswertung der tatsächlichen Verfahrensdauer 8 bis 12 Monate. Die Futurum Bank wartete länger und erhielt am Ende eine Absage.















