Für Bitcoin (BTC) war das vergangene Jahr ein Bärenmarkt, für fast alles andere im Kryptomarkt nicht. Zu diesem Schluss kommen das Analysehaus Glassnode und das Investmenthaus Fasanara Digital in einem gemeinsamen Bericht für institutionelle Anleger. Seit August mehren sich demnach die Zeichen, dass die Erholung mehr ist als ein kurzes Strohfeuer.
Glassnode-Report: Bitcoin über Kostenbasis, Hürde liegt bei 86.700 Dollar

Das Wichtigste auf einen Blick
- Das vergangene Jahr war laut Glassnode und Fasanara Digital ein Bärenmarkt beim Bitcoin-Kurs, während Stablecoins, tokenisierte Aktien und Aktien-Derivate auf Kryptobörsen weiter wuchsen.
- Seit dem Short Squeeze im August liegt Bitcoin wieder über drei wichtigen On-Chain-Kostenbasen; eine Hürde sieht Glassnode bei rund 86.700 Dollar.
- Auf Hyperliquid erreichen Perpetual Futures auf Aktien, Indizes und Rohstoffe inzwischen mehr als vier Fünftel des Volumens im eigenen Bitcoin-Markt.
Ein Jahr Bärenmarkt, aber nur beim Kurs
Seit dem Rekordhoch im Oktober 2025 hat Bitcoin an Wert verloren, während Aktien neue Höchststände erreichten, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht. Kapital floss aus dem Netzwerk ab, Handelsvolumen und Schwankungen fielen auf die tiefsten Stände des Zyklus. Gleichzeitig wuchsen die Abwicklung über Stablecoins, die Zahl der Besitzer tokenisierter Aktien und der Handel mit Perpetual Futures auf traditionelle Anlagen.
Die Wende brachte im August ein Short Squeeze, bei dem Leerverkäufer ihre Positionen eindecken mussten. Die Daten seither deuten laut den Autoren aber auf mehr hin als auf das Schließen von Wetten auf fallende Kurse.
Zurück über den Kostenbasen
Laut dem Bericht hob der Squeeze Bitcoin wieder über den durchschnittlichen Kaufpreis aller Coins, über den der noch bewegten Coins und über den der jüngsten Käufer. Liegt der Kurs über allen drei Werten, gilt das in der Analyse als Merkmal eines gesunden Bullenmarkts.
Wo die Grenzen verlaufen, zeigt Glassnode in seiner Wochenanalyse vom Mittwoch. Am 15. Oktober fiel Bitcoin kurz auf rund 80.100 Dollar und damit knapp unter den durchschnittlichen Einstiegspreis der US-Spot-ETF. Bei rund 80.200 Dollar liegt nach Schätzung von Glassnode der Einstand der Unternehmen, die Bitcoin in ihrer Bilanz halten. Die Kaufaufträge in diesem Bereich füllten sich innerhalb weniger Tage wieder auf. Ein Tagesschluss unter 80.000 Dollar würde beide Gruppen im Schnitt in die Verlustzone bringen.
Darüber liegen zwischen 85.000 und 87.500 Dollar große Verkaufsaufträge sowie die größten Liquidationsschwellen, die eine Bewegung nach oben zunächst beschleunigen könnten. Dort liegt mit rund 86.700 Dollar auch der Einstiegspreis von Anlegern, die vor sechs bis zwölf Monaten gekauft haben. Ein Tagesschluss darüber würde diese Gruppe im Schnitt wieder ins Plus bringen. Am Samstagmorgen notierte Bitcoin bei rund 80.700 Dollar, die US-Bitcoin-ETF verzeichneten am Donnerstag allerdings Abflüsse von 635 Millionen Dollar.
Kryptobörsen kleiner als der US-Aktienmarkt
Wie groß der Abstand zur traditionellen Finanzwelt noch ist, zeigt ein Vergleich im Bericht. Die fünf größten Kryptobörsen setzten im Juli 2026 zusammen 2,28 Billionen Dollar um, etwa 11 Prozent der 20,5 Billionen Dollar, die an den US-Aktienmärkten gehandelt wurden. Weil einige große Börsen fehlen, sei der Krypto-Wert eine Untergrenze.
Aktien-Perpetuals holen auf
Stark gewachsen ist dagegen der Handel mit traditionellen Anlagen auf Krypto-Plattformen. Auf der dezentralen Börse Hyperliquid erreichen Perpetual Futures auf Aktien, Indizes und Rohstoffe inzwischen mehr als vier Fünftel des Volumens im eigenen Bitcoin-Markt. Im April lagen sie dort erstmals sogar vorn. Den Trend bestätigen auch Daten von Dune zu tokenisierten Aktien und Aktien-Derivaten.
Auch in Europa kaufen Anleger trotz des schwachen Kurses zu. Das Bitcoin-ETP CBTC von 21shares wuchs seit Jahresbeginn laut Anbieter um mehr als 40 Prozent.















