Der Verlust von mehr als 1 Billion Dollar (rund 897 Milliarden Euro) bei den „Magnificent 7“ habe den Bullenmarkt bei Technologieaktien nicht beendet, sagte Nigel Green, Chef der Finanzberatung Devere Group. Er erwarte einen selektiveren Markt, in dem Anleger Belege dafür verlangten, dass Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) tatsächlich Umsatz bringen.
Magnificent 7: Devere sieht Tech-Bullenmarkt trotz Crash intakt

Das Wichtigste auf einen Blick
- Tesla und Nvidia verloren am 5. November jeweils mehr als 9 Prozent, Apple nur 1,5 Prozent, zusammen büßten die sieben Konzerne über 1 Billion Dollar (rund 897 Milliarden Euro) ein.
- Laut Devere-Chef Nigel Green würden Anleger jeden der Tech-Giganten künftig einzeln an Kunden, Marktmacht und Einnahmen aus künstlicher Intelligenz messen.
- Green sieht im Ausverkauf Anzeichen einer Kapitulation und erwartet danach einen Aufschwung, der nachhaltiger ausfallen dürfte als der vorherige.
Green erwartet ein anderes Kaufverhalten bei Tech-Aktien
Nigel Green, Chef der Finanzberatungsfirma Devere Group, ordnete am 6. November in einer Stellungnahme gegenüber Bitcoin.com News den Verlust der Magnificent 7 vom 5. November ein. Ihre etablierten Geschäftsmodelle stützten weiteres Wachstum, argumentierte er. Green sagte:
„Wenn dem Super-Pack der Tech-Branche an einem einzigen Tag 1 Billion Dollar an Marktwert genommen wird, fragen sich die Leute natürlich, ob seine Vorherrschaft vorbei ist. Die Antwort lautet: Nein.“
Zu den Magnificent 7 gehören sieben große US-Konzerne aus der Technologiebranche und ihrem Umfeld: Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, die Google-Mutter Alphabet, Meta und Tesla. Ihre Geschäfte reichen von Cloud-Diensten über Chips und Smartphones bis zu Werbung und Onlinehandel.
Mit Blick nach vorn sagte Green: „Vorbei ist die Gewohnheit, alle sieben in einem einzigen Trade zu kaufen. Von nun an wird jedes Unternehmen an seinen eigenen Zahlen gemessen, und viele Anleger werden diesen Ausverkauf als Gelegenheit sehen, bei Rückschlägen zu kaufen.“
Uneinheitliche Verluste rücken die Zahlen der Magnificent 7 in den Fokus
Am 5. November fiel Tesla um 10,77 Prozent und Nvidia um 9,26 Prozent, Apple gab nur um 1,53 Prozent nach. Microsoft verlor 3,58 Prozent, Meta 3,96 Prozent, Amazon 2,19 Prozent und Alphabet 2,20 Prozent. Allein Nvidia büßte laut CNBC mehr als 440 Milliarden Dollar (rund 395 Milliarden Euro) an Börsenwert ein. Green sagte:
„Selbst in der Panik haben sich die Anleger ihre Ziele ausgesucht. Der Markt hat begonnen, die Magnificent 7 in stärkere und schwächere Hände zu sortieren.“
An der Wall Street verlor der S&P 500 4,36 Prozent und der Nasdaq Composite 5,52 Prozent, wie Fox Business berichtete. Der Dow Jones Industrial fiel um 1.833 Punkte oder 3,44 Prozent. Alle elf Sektoren des S&P 500 schlossen im Minus, am stärksten die Informationstechnologie mit 7,30 Prozent. KI-Aktien gerieten unter Druck, weil Anleger fürchteten, die Demokraten könnten nach ihren Siegen bei den Zwischenwahlen den Bau von Rechenzentren bremsen oder aussetzen.
In Frankfurt hielten sich die Verluste in Grenzen. Der Dax schloss am 5. November laut einer auf Cash.ch veröffentlichten Meldung von dpa-AFX 0,43 Prozent tiefer bei 26.325 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich ein Rekordhoch erreicht hatte. Infineon, der einzige Chiphersteller im Dax, verlor allerdings 8,5 Prozent.
Am 6. November erholten sich die Kurse an der Wall Street teilweise. Nvidia, Tesla, Meta und Alphabet legten laut CNBC zu, Nvidia lag damit für das laufende Jahr wieder im Plus. Bitcoin fiel am selben Tag bei Bitstamp bis auf 74.762 Dollar (rund 67.047 Euro) und notierte damit fast 12 Prozent unter seinem Hoch vom 21. Oktober bei 84.843 Dollar (rund 76.087 Euro).
Auch am 5. November hatte die Kryptowährung nachgegeben. Michael Saylor bezifferte den Rückgang von Bitcoin an diesem Tag auf etwa 5 Prozent, der Nasdaq fiel stärker. Seine Zahlen zeigten, dass der Abschwung digitale Vermögenswerte ebenso traf wie Technologieaktien.
Die Finanzierungskosten trüben zudem die Aussichten für die KI-Infrastruktur. Eine Analyse der Kryptobörse Bitfinex vom 2. November verwies auf wachsende Sorgen über die Kreditkosten. Die vier größten Cloud-Konzerne hätten 2026 Anleihen über mehr als 313 Milliarden Dollar (rund 281 Milliarden Euro) begeben, ihre Investitionen würden zunehmend über Kredite finanziert. Die Einschätzung ergänzte Greens Blick auf die einzelnen Unternehmen um die Finanzierungsseite.
KI-Umsätze und Stromversorgung prägen Greens Ausblick
Als Prüfkriterien für Tech-Konzerne nannte Green Kundenbindung, eine gesicherte Stromversorgung und Einnahmen aus den KI-Investitionen. Forderungen nach Beschränkungen für Rechenzentren sorgten zudem für Unsicherheit beim Ausbau der Infrastruktur, auch bei Projekten von Bitcoin-Minern. Neben Finanzierung und Strom wurden damit auch Baugenehmigungen zu einem Faktor, den Entwickler einplanen müssen.
Der Ausverkauf vom 5. November zeigte nach Greens Einschätzung Anzeichen einer Kapitulation. Er verwies auf den sprunghaften Anstieg des VIX, der die erwartete Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen misst, sowie auf die breiten Kursverluste. Beides deute darauf hin, dass Anleger, die verkaufen mussten, ihre Positionen auflösten. Laut CNBC stieg der VIX an diesem Tag um 11,57 Punkte auf den höchsten Stand seit dem 31. März. Green rechnet zwar mit weiteren Schwankungen, die Nachfrage nach Rechenleistung wachse aber weiter.
Im Mittelpunkt seiner längerfristigen Prognose steht ein möglicher Führungswechsel innerhalb der Gruppe. Er sagte: „Korrekturen wie diese drängen Überkapazitäten aus dem Markt und belohnen Disziplin. Das Super-Pack wird den KI-Boom wahrscheinlich weiter anführen, vielleicht aber in einer anderen Reihenfolge an der Spitze.“ Green fügte hinzu:
„Ein schärferer, selektiverer Markt dürfte die nächste Phase des Aufschwungs deutlich nachhaltiger machen als die letzte.“
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONKevin Helms
Kevin Helms ist ein Kryptowährungsjournalist, der sich auf Bitcoin, Blockchain-Regulierung und globale Märkte für digitale Vermögenswerte spezialisiert hat.
















