Ein Google-Ingenieur muss sich vor einem Bundesgericht verantworten, nachdem die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, vertrauliche Suchdaten genutzt zu haben, um auf Polymarket mehr als 1,2 Millionen Dollar zu verdienen. Der Fall rückt die Regeln für Prognosemärkte und den Insiderhandel im Zusammenhang mit Informationen über private Unternehmen erneut in den Fokus.
Google-Ingenieur verdient 1,2 Millionen Dollar auf Polymarket mit vertraulichen Suchdaten

Das Wichtigste in Kürze
- Die Behörden warfen einem Google-Mitarbeiter vor, interne Daten für den Handel mit Polymarket-Kontrakten genutzt zu haben.
- Der Fall könnte Einfluss darauf haben, wie Aufsichtsbehörden Prognosemärkte im Zusammenhang mit Unternehmensinformationen überwachen.
- Mögliche Strafen umfassen strafrechtliche Anklagen, zivilrechtliche Geldstrafen, Handelsverbote und Freiheitsstrafen.
Der Fall um Google-Suchdaten stellt die Regeln zur Marktintegrität von Polymarket auf die Probe
Der Google-Softwareentwickler Michele Spagnuolo wurde wegen Rohstoffbetrugs, Telekommunikationsbetrugs und Geldwäsche angeklagt, nachdem die Behörden ihm vorgeworfen hatten, vertrauliche Google-Daten genutzt zu haben, um von Polymarket-Kontrakten zu profitieren. Laut dem US-Justizministerium (DOJ) gaben die Staatsanwälte an, er habe über ein Polymarket-Konto namens „AlphaRaccoon“ mehr als 1,2 Millionen Dollar verdient.
Im Mittelpunkt des Falls stehen die Ergebnisse der Google-Suche für das Jahr 2025. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Spagnuolo habe auf interne Suchrankings mit der Kennzeichnung „Google Confidential“ zugegriffen und diese Daten genutzt, um mit Kontrakten zu handeln, die an die meistgesuchte Person und die fünf meistgesuchten Personen des Jahres 2025 geknüpft waren. Den Behörden zufolge habe er zwischen dem 15. Oktober 2025 und dem 4. Dezember 2025 rund 2,75 Millionen US-Dollar riskiert.
US-Staatsanwalt Jay Clayton sagte:
„Unternehmensinsider dürfen vertrauliche Geschäftsinformationen nicht dazu nutzen, auf unseren Märkten Gewinne zu erzielen.“
Der Klage zufolge fand der Handel an den Märkten statt, während Googles „Year in Search“-Rankings noch vertraulich waren. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Spagnuolo habe die Rankings intern vor ihrer Veröffentlichung einsehen können, was es ihm ermöglichte, Kontrakte auf der Grundlage von Informationen zu kaufen und zu verkaufen, die anderen Marktteilnehmern nicht zur Verfügung standen.
Maßnahmen der CFTC zeigen Krypto-Rails hinter Event-Kontrakten
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reichte ebenfalls eine Zivilklage ein, in der sie Schadenersatz, Gewinnabschöpfung, Zivilstrafen, Handels- und Registrierungsverbote sowie eine dauerhafte Unterlassungsverfügung forderte. Ihre Klage definiert Prognosemärkte als Handelsplätze, auf denen Insiderhandelsvorschriften gelten können, wenn Event-Kontrakte auf nicht öffentlichen Geschäftsinformationen beruhen.
In der Klage hieß es, die Kontrakte seien in USDC.e gehandelt worden, einem Bridged-Stablecoin, der im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist. Polymarket hat USDC.e inzwischen als primären Sicherheitstoken durch Polymarket USD (pUSD) ersetzt, einen Polygon-ERC-20-Token, der im Verhältnis 1:1 durch USDC gedeckt ist. Gewinnanteile wurden mit 1 $ ausgezahlt, während Verlustanteile nichts einbrachten.
CFTC-Vorsitzender Michael S. Selig sagte:
„Die Kommission wird Betrug, Manipulation oder Insiderhandel nicht tolerieren, unabhängig von der verwendeten Technologie oder Plattform.“
Die Ermittler führten das AlphaRaccoon-Konto auf Kryptowährungs-Wallets zurück, die laut Staatsanwaltschaft Polymarket-Positionen finanzierten und Handelserlöse erhielten. Der 36-jährige Spagnuolo ist italienischer Staatsbürger und lebt in der Schweiz. Die Anklagepunkte sehen Höchststrafen von 10 Jahren für Rohstoffbetrug, 20 Jahren für Telekommunikationsbetrug und 20 Jahren für Geldwäsche vor.












