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Solidgate erhält MiCA-Lizenz aus Zypern für Stablecoin-Zahlungen

Der Zahlungsdienstleister Solidgate darf in der EU Dienste mit Stablecoins anbieten. Die zyprische Finanzaufsicht Cysec hat das Unternehmen als Kryptodienstleister nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA zugelassen. Händler, die über Solidgate Zahlungen abwickeln, sollen ihre Umsätze damit künftig auch in Stablecoins erhalten können. Die Lizenz gilt im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum, also auch in Deutschland, Österreich und Liechtenstein.

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Solidgate erhält MiCA-Lizenz aus Zypern für Stablecoin-Zahlungen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Zahlungsdienstleister Solidgate hat über seine Gesellschaft SG Digital Assets eine MiCA-Lizenz der zyprischen Aufsicht Cysec erhalten, laut Esma-Register bereits am 13. Juli.
  • Händler sollen damit Stablecoins verwahren lassen, gegen Fiatgeld tauschen und ihre Umsätze in Stablecoins erhalten können; die Lizenz gilt auch in Deutschland und Österreich.
  • Zypern kommt im Esma-Register auf 25 Einträge; in Deutschland sind es 117, doch fast alle sind Anzeigen von Banken und Finanzinstituten, neu zugelassen hat die Bafin nur 8.

Zulassung schon im Juli

Bekannt gemacht hat Solidgate die Lizenz am 23. Oktober in einem Blogbeitrag. Erteilt wurde sie bereits früher: Im Register der EU-Wertpapieraufsicht Esma ist die Solidgate-Gesellschaft SG Digital Assets Limited mit Sitz in Nikosia seit dem 13. Juli als zugelassener Kryptodienstleister eingetragen. Neben Zypern umfasst der Eintrag 29 weitere Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums.

Laut Solidgate prüfte die Aufsicht über Monate unter anderem Unternehmensführung, Eigenkapital, die Verwahrung von Kundengeldern, die Kontrollen gegen Geldwäsche und die Ausfallsicherheit des Betriebs. Bewusst habe sich das Unternehmen für eine eigene Lizenz entschieden, statt auf die Zulassung eines Partners zurückzugreifen. So behalte es die Kontrolle darüber, wie Kundenvermögen verwahrt und Risiken gesteuert werden.

Stablecoins als Zahlungsschiene

Solidgate bündelt für Onlinehändler mehr als 100 Zahlungsabwickler, Zahlungsdienstleister und alternative Zahlungsarten in einer einzigen Schnittstelle. Mit der Lizenz kommen vier Dienste hinzu: die Verwahrung von Stablecoins für Kunden, der Tausch zwischen Fiatgeld und Stablecoins, Auszahlungen und grenzüberschreitende Zahlungen in Stablecoins sowie die Abrechnung von Umsätzen in Stablecoins.

Stablecoins seien die nächste globale Zahlungsschiene, sagte Stefan Dzhenkov, bei Solidgate für alternative Zahlungsarten und Stablecoins zuständig. Anders als das klassische Bankensystem mit Annahmeschluss, Wochenenden und Feiertagen funktionierten sie rund um die Uhr, argumentiert das Unternehmen.

Welche Stablecoins das Unternehmen anbieten will, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Infrage kommen nur Token, deren Herausgeber eine MiCA-Zulassung haben. Für nicht zugelassene Stablecoins wie USDT erwartet die Esma, dass Anbieter ihre Dienste einstellen und auch die Verwahrung spätestens bis zum 8. Januar 2027 beenden.

Zypern unter den größten MiCA-Standorten

Vor MiCA gab es in der EU laut Solidgate mehr als 3.000 Anbieter virtueller Vermögenswerte. Im Esma-Register stehen inzwischen 387 Einträge. Mit 25 Einträgen liegt Zypern dort hinter Deutschland, Frankreich und den Niederlanden auf Platz vier.

Deutschland kommt auf 117 Einträge, doch das Bild täuscht. In 109 Fällen handelt es sich um Anzeigen von Banken und anderen Finanzinstituten, die Kryptodienste auf Basis ihrer bestehenden Zulassung anbieten. Eine eigene MiCA-Zulassung als Kryptodienstleister hat die Bafin bislang 8 Anbietern erteilt. In Österreich sind alle 12 Einträge solche Zulassungen der Finanzmarktaufsicht FMA. Ohne Lizenz dürfen Anbieter in der EU seit dem 1. Juli keine Kryptodienste mehr erbringen, wie eine frühere Analyse zeigt.

Über den Autor

GESCHRIEBEN VONKonstantin Kaiser

Konstantin Kaiser ist News- und Lokalisierungsmanager für Deutschland bei Bitcoin.com News sowie Finanzmarktanalyst.