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Flat Tax statt Abgeltungsteuer: Schäffler verteidigt Bitcoin-Haltefrist

Frank Schäffler nutzt den Wirtschaftsnobelpreis für ein Plädoyer zugunsten der Bitcoin-Haltefrist. Statt für seine Konjunkturforschung hätte der neue Preisträger Robert E. Hall nach Ansicht des früheren FDP-Bundestagsabgeordneten für eine Steueridee geehrt werden sollen: die Flat Tax mit einem einheitlichen Steuersatz. Konsequent zu Ende gedacht, müssten Kursgewinne mit Bitcoin (BTC) dann steuerfrei bleiben.

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Flat Tax statt Abgeltungsteuer: Schäffler verteidigt Bitcoin-Haltefrist

Key Takeaways

  • Der frühere FDP-Abgeordnete Frank Schäffler meint, Nobelpreisträger Robert E. Hall hätte für seine Flat Tax geehrt werden sollen, nicht für seine Forschung zur Konjunktur.
  • Nach Halls Logik seien Wertsteigerungen von Bitcoin steuerfrei, weil die Coins aus bereits versteuertem Einkommen gekauft würden, argumentiert Schäffler in seinem Newsletter.
  • Die geltende Haltefrist passe besser zu dieser Logik als der Plan des Finanzministeriums, Kryptogewinne ab 2027 pauschal mit Abgeltungsteuer zu belegen.

Nobelpreis für Konjunkturforschung

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte den Preis am 12. Oktober an Hall und Michael Woodford vergeben, für ihre Arbeiten zu den mikroökonomischen Grundlagen der Konjunkturstabilisierung. Ihre Modelle helfen Notenbanken und Regierungen, Auf- und Abschwünge abzufedern.

Schäffler hält davon wenig. Beide verträten einen Ansatz, der die Geldpolitik der Notenbanken planbarer machen wolle, schreibt er in seinem Newsletter Sonntagsblock. Mit dem Ökonomen Friedrich August von Hayek nennt er das eine „Anmaßung von Wissen“, weil niemand die Zukunft vorhersagen könne. Den Text verbreitete er am Sonntag auch auf X. Zum Stifter passe die Wahl dennoch, spottet Schäffler: Offiziell heißt die Auszeichnung Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel.

Halls Gegenentwurf zum heutigen Steuerrecht

Den Ausgangspunkt bildet Schäfflers Kritik am geltenden System. Sparer würden darin benachteiligt: Wer Geld über Jahre in Zinspapieren anlege, zahle auf dieselben Mittel immer wieder Steuern und komme so effektiv auf eine höhere Belastung als den Spitzensteuersatz.

Hall setzt dagegen auf einen einzigen Satz und einen großzügigen Freibetrag, ein Modell, das er schon in den 1980er-Jahren gemeinsam mit dem Ökonomen Alvin Rabushka vorlegte. Konsum und Investitionen soll die Steuer dabei möglichst nicht lenken. Bei Firmen würde nur der Cashflow besteuert, der am Jahresende übrig bleibt: Investitionen wären sofort abschreibbar, Zinsen nicht abziehbar, Dividenden für Empfänger steuerfrei. Dafür würden sämtliche Ausnahmen gestrichen.

Einen deutschen Fürsprecher hatte der Ansatz im Heidelberger Ökonomen Manfred Rose. Er warb Anfang der 2000er-Jahre für seine Einfachsteuer, nachdem er 1994 bereits das kroatische Finanzministerium beraten hatte. Bei Anlegern wären darin Zinsen, Dividenden und Aktiengewinne steuerfrei geblieben. Die Slowakei führte 2004 sogar einen einheitlichen Satz von 19 Prozent für Einkommen-, Körperschaft- und Mehrwertsteuer ein, schaffte ihn später aber wieder ab.

Was das für Bitcoin bedeutet

Bitcoin passt aus Schäfflers Sicht in dieses Bild. Wer Coins kaufe, bezahle sie mit Geld, auf das bereits Steuern angefallen seien, deshalb müssten spätere Wertsteigerungen steuerfrei sein. Perfekt sei die heutige Regel nicht, nach der Bitcoin, Gold und Silber nach einem Jahr steuerfrei verkauft werden dürfen. Mit Hall und Rose vertrage sie sich aber besser als das Vorhaben des Bundesfinanzministeriums, Kryptowerte als einzige dieser Anlagen in die Abgeltungsteuer zu holen.

Der Referentenentwurf sieht vor, dass bei Kryptowerten mit Kaufdatum ab 2027 die Haltedauer keine Rolle mehr spielt. Ihre Gewinne würden pauschal mit 25 Prozent belastet. Ins Kabinett kam der Entwurf am 14. Oktober nicht, weil sich die Ministerien noch abstimmen.

Schäffler kämpft seit Wochen gegen die Reform und ruft ihre Gegner auf, Abgeordnete von CDU und CSU anzuschreiben. Auch im Unionslager gibt es Widerstand: Der Wirtschaftsrat der CDU lehnt die Abschaffung der Haltefrist ebenfalls ab.