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Ein Euro ist ein Euro: DNB warnt vor zersplittertem Digitalgeld

Der Wert eines Euro dürfe nicht davon abhängen, in welcher Form er vorliegt und wer ihn ausgegeben hat. Das betonte Bas ter Weel, Direktoriumsmitglied der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB), am Dienstag auf einer Konferenz in Amsterdam. Je mehr neue Formen von Geld wie Stablecoins und tokenisierte Bankeinlagen entstehen, desto wichtiger werde Zentralbankgeld als gemeinsame Grundlage.

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Ein Euro ist ein Euro: DNB warnt vor zersplittertem Digitalgeld

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DNB-Direktor Bas ter Weel warnt vor einem zersplitterten Zahlungsverkehr, in dem der Wert eines Euro davon abhängt, wer ihn ausgibt und womit bezahlt wird.
  • Private Geldformen wie Stablecoins und tokenisierte Einlagen brauchen laut ter Weel einen öffentlichen Anker; Pontes wickelt dafür Transaktionen in Zentralbankgeld ab.
  • Coinbase wandelt am Freitag Stablecoins ohne MiCA-Zulassung bei EWR-Kunden in USDC um; die EZB warnt zugleich vor Betrug mit einem angeblichen Digital-Euro-Test.

Croissant mit Wechselkurs

Ter Weel, der in der DNB für Geldpolitik zuständig ist, beschrieb dazu einen Einkauf in der Bäckerei. Das Terminal bietet drei Sorten Euro an, deren Kurse voneinander abweichen, eine davon nur mit zusätzlicher Versicherung gegen den Ausfall des Herausgebers. Eine solche Zersplitterung sei zwar unwahrscheinlich, aber ein einheitliches Geldsystem keine Selbstverständlichkeit, sagte er in seiner Rede. In der Niederländischen Republik waren im 17. und 18. Jahrhundert Hunderte verschiedene Gold- und Silbermünzen im Umlauf.

Privates Geld könne Innovationen vorantreiben, seine Einheit aber nicht allein sichern. In ruhigen Zeiten würden Forderungen gegen verschiedene Banken alle als ein Euro gehandelt, unter Stress unterschieden die Menschen jedoch zwischen den Herausgebern. „Zentralbankgeld ist das Fundament unseres Geldsystems und sollte es auch bleiben“, sagte ter Weel. Es diene als sicherste Form von Geld, in die sich andere Formen eintauschen lassen, und als Mittel, mit dem Banken untereinander abrechnen.

Pontes als Brücke zur Blockchain

Dass tokenisierte Finanzwerte bislang kaum Verbreitung finden, liegt laut ter Weel auch am fehlenden Vertrauen in Stablecoins und tokenisierte Einlagen als Zahlungsmittel für die Abwicklung. Die Notenbanken des Eurosystems arbeiten deshalb daran, solche Geschäfte in Zentralbankgeld abzuwickeln. Die Übergangslösung Pontes sei mit 18 Teilnehmern gestartet, darunter 14 Marktteilnehmer und 4 Betreiber von Blockchain-Plattformen. Über Pontes wickelt etwa der Euro-Rettungsschirm ESM eine digitale Anleihe ab, bezahlt direkt in Zentralbankgeld.

Niederländische Institute bereiten ihren Anschluss nach Angaben von ter Weel derzeit vor. Langfristig prüft das Eurosystem unter dem Namen Appia, wie tokenisierte Werte und verschiedene Geldformen enger zusammenspielen können.

Digitaler Euro als Banknote fürs Handy

Auch im Alltag schwindet die Rolle des Zentralbankgelds. In den Niederlanden wird laut ter Weel inzwischen weniger als ein Fünftel der Zahlungen bar abgewickelt. Den digitalen Euro beschrieb er als Banknote in digitaler Form, die Privatsphäre, eine Ausweichmöglichkeit und den Zugang für alle sichern solle. Zudem stammten die meisten großen Zahlungsanbieter nicht aus Europa, was in der aktuellen geopolitischen Lage ein zusätzliches Risiko sei. Starten könnte der digitale Euro 2029, wie EZB-Direktor Piero Cipollone zuletzt in einem Interview sagte.

Vor Betrügern, die das Thema ausnutzen, warnte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag. Briefe, in denen Menschen aufgefordert werden, Geld in ein angebliches Pilotprojekt zum digitalen Euro zu investieren, seien Betrug, schrieb die EZB auf X. Betroffene sollten sich an die örtliche Polizei wenden.

Coinbase stellt am Freitag Stablecoins um

Wie stark die EU-Regeln den Markt für Stablecoins bereits ordnen, zeigt Coinbase. Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben noch bis Freitag, den 30. Oktober, Zeit, Stablecoins ohne Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) abzuziehen, darunter Tether (USDT), Paypal USD (PYUSD), DAI und USD1. Was danach noch auf dem Konto liegt, wandelt die Börse zum Marktkurs in USDC um, heißt es auf ihrer Hilfeseite. Der Umtausch könne steuerpflichtig sein.

Die Übergangsfrist für Herausgeber von Stablecoins endete laut Coinbase am 1. Juli und wurde nicht verlängert. Die EU-Wertpapieraufsicht Esma erwartet ohnehin, dass zugelassene Anbieter solche Token spätestens ab dem 8. Januar 2027 auch nicht mehr verwahren.