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Coinbase muss 3,25 Mio. Euro zahlen: Kundengelder monatelang unterdeckt

Coinbase muss in Irland erneut eine Millionenstrafe zahlen. Die Zentralbank des Landes verhängte gegen die Tochter Coinbase Ireland eine Geldbuße von 3,25 Millionen Euro und einen Verweis. Über Jahre seien die Gelder der Kunden nicht so geschützt gewesen, wie es die Regeln für E-Geld-Institute verlangen.

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Coinbase muss 3,25 Mio. Euro zahlen: Kundengelder monatelang unterdeckt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die irische Zentralbank hat Coinbase Ireland mit 3,25 Millionen Euro belegt, weil die Tochter Kundengelder zwischen 2020 und 2025 nicht ausreichend geschützt hat.
  • Das gesonderte Konto für Kundengelder war mindestens 18 Monate lang täglich unterdeckt, im Jahr 2024 um bis zu 5,2 Millionen Euro; zudem wurden Gelder vermischt.
  • Coinbase Ireland hat die Verstöße eingeräumt; die Strafe muss noch der irische High Court bestätigen. Kunden haben nach Angaben von Coinbase kein Geld verloren.

Konto für Kundengelder war unterdeckt

Coinbase Ireland tauscht Euro und andere Währungen in E-Geld, mit dem Kunden auf der Plattform von Coinbase Kryptowerte kaufen. Dieses Geld muss die Firma getrennt vom eigenen Vermögen auf einem eigenen Konto halten, damit Kunden es bei einer Pleite zurückbekommen. Genau das gelang über Jahre nicht, wie die Zentralbank am Donnerstag mitteilte.

Ab Juli 2022 enthielten die Systeme zur Berechnung der täglich zu schützenden Summe Fehler. Das Konto war deshalb mindestens 18 Monate lang jeden Tag unterdeckt. Der größte Fehlbetrag an einem Tag lag 2023 bei 3,4 Millionen Euro und 2024 bei 5,2 Millionen Euro. Im Schnitt fehlten 0,54 Prozent der Summe, die 2023 durchschnittlich 323 Millionen Euro und 2024 rund 470 Millionen Euro betrug. Wäre Coinbase Ireland in dieser Zeit pleitegegangen, hätten Kunden ihr Geld womöglich nicht rasch und vollständig zurückerhalten.

Gelder vermischt, Behörde nicht informiert

Hinzu kamen weitere Verstöße, die Coinbase Ireland in der Vergleichsvereinbarung einräumt. Nach dem Brexit wechselten 2020 mehr als 6,3 Millionen Kunden von Coinbase UK zur irischen Tochter. Manche zahlten danach weiter auf das britische Konto ein, wo sich ihr Geld mit dem fremder Kunden mischte. Rund 30 Großkunden überwiesen etwa 19 Monate lang auf ein Konto der US-Mutter. Bis Januar 2024 zahlte Coinbase Ireland zudem Euro an Kunden anderer Coinbase-Gesellschaften aus dem geschützten Konto aus.

Die Ursache sieht die Behörde in der Führung. Coinbase Ireland habe die Verwaltung der Kundengelder an die Konzernmutter in den USA ausgelagert, ohne vor Ort genug Fachwissen zur Kontrolle aufzubauen. Wesentliche Änderungen meldete die Firma der Zentralbank nicht. „Wir haben keine Toleranz für Schwächen bei den Sicherungsvorkehrungen“, sagte Karen O’Leary, die bei der Zentralbank die Durchsetzung leitet.

Auch deutsche Kunden liefen über Irland

Coinbase Ireland bietet seine Dienste im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum an. Laut Vergleichsvereinbarung nahm die Firma früher auch alle Kunden der Coinbase Germany GmbH als eigene E-Geld-Kunden auf. Die deutsche Gesellschaft besaß damals eine Lizenz der Bafin für Kryptoverwahrung und Eigenhandel. Ob deutsche Kunden konkret von den Fehlbeträgen betroffen waren, geht aus dem Dokument nicht hervor.

Kunden hätten kein Geld verloren, die Probleme seien behoben, erklärte Coinbase. Ursprünglich lag die Strafe bei 4,65 Millionen Euro, für den Vergleich gab es 30 Prozent Rabatt. In Kraft tritt die Strafe erst, wenn der High Court sie bestätigt.

Zweite Strafe in weniger als einem Jahr

Schon im November 2025 hatte die Zentralbank die Schwesterfirma Coinbase Europe mit 21,5 Millionen Euro belegt, damals wegen Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung. Beide Verfahren betreffen unterschiedliche Gesellschaften und Pflichten. Ihr Kryptogeschäft in der EU steuert Coinbase inzwischen aus Luxemburg, wo der Konzern seit 2025 eine Lizenz nach der EU-Verordnung MiCA hält. Die beiden irischen Krypto-Töchter betrieb Coinbase nur bis Ende 2025.