Der Stablecoin USDC des US-Unternehmens Circle kommt in der EU zum Teil unter die direkte Aufsicht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA). Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, stufte sie ihn als ersten signifikanten E-Geld-Token nach der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) ein. Von den 45 E-Geld-Token, die in der EU gemeldet sind, erfüllt bislang nur USDC die Kriterien dafür. Ab dem 12. November gelten für den europäischen Emittenten strengere Vorgaben.
Erster signifikanter Stablecoin der EU: USDC kommt unter die Aufsicht der EBA

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat USDC von Circle als ersten signifikanten E-Geld-Token unter MiCA eingestuft; von 45 gemeldeten E-Geld-Token in der EU ist er der einzige.
- Ab dem 12. November beaufsichtigt die EBA Reserven, Eigenmittel, Liquidität und Rücktauschpläne; die französische ACPR bleibt etwa für Unternehmensführung und Eigentümer zuständig.
- Für Circle Europe gelten damit strengere Regeln, darunter Eigenmittel von 3 statt 2 Prozent und eine unabhängige Prüfung der Reserven alle sechs Monate.
Zwei Aufseher für einen Stablecoin
Bislang beaufsichtigt allein die französische Finanzaufsicht ACPR die Circle Internet Financial Europe SAS, die USDC in der EU ausgibt. Ab dem 12. November teilen sich zwei Behörden die Arbeit. Die EBA übernimmt nach eigenen Angaben direkt die Aufsicht über Eigenmittel, Reservevermögen und Liquidität sowie über die Pläne für Sanierung und Rücktausch. Bei der ACPR bleiben unter anderem die Unternehmensführung, die Prüfung von Eigentümern und Geschäftsleitern, Auslagerungen und Interessenkonflikte.
Eine Lizenz als E-Geld-Institut erhielt Circle in Frankreich im Juli 2024 und war damit nach eigenen Angaben der erste globale Stablecoin-Emittent, der die MiCA-Regeln erfüllte. Über die Zulassung gibt Circle neben USDC auch den Euro-Stablecoin EURC in der gesamten EU aus.
Strengere Pflichten für Circle Europe
Was die Einstufung für den Emittenten bedeutet, regelt Artikel 58 der MiCA-Verordnung. Statt der für E-Geld-Institute üblichen Eigenmittel von 2 Prozent des ausgegebenen E-Gelds muss Circle Europe künftig mindestens 3 Prozent des durchschnittlichen Reservevermögens vorhalten. Hinzu kommen eine Vergütungspolitik, die keine Anreize für höhere Risiken setzt, sowie regelmäßige Liquiditätsstresstests. Je nach Ergebnis kann die EBA die Liquiditätsanforderungen verschärfen. Ein unabhängiger Prüfer muss die Reserven alle sechs Monate kontrollieren. Zudem muss Circle dafür sorgen, dass auch Verwahrer außerhalb der eigenen Gruppe USDC zu fairen Bedingungen verwahren können.
Welche Kriterien zählen
Als signifikant gilt ein Token, wenn er mindestens drei von sieben Kriterien erfüllt. Dazu zählen mehr als 10 Millionen Inhaber, ein Wert von über 5 Milliarden Euro, mehr als 2,5 Millionen Transaktionen mit einem Wert von über 500 Millionen Euro pro Tag sowie die internationale Bedeutung und die Verflechtung mit dem Finanzsystem. Welche Kriterien USDC erfüllt, nennt die EBA nicht. Sie überprüft die Einstufung jährlich.
Weltweit sind nach Daten von Defillama rund 73 Milliarden USDC im Umlauf, damit ist USDC nach Tether (USDT) der zweitgrößte Stablecoin. Der Euro-Stablecoin EURC von Circle kommt auf rund 488 Millionen Token und liegt damit weit unter der Schwelle.
Ein Token, zwei Emittenten
USDC wird in der EU von Circle Europe ausgegeben, in den USA von der Muttergesellschaft Circle Internet Financial. Für die Aufsicht über das grenzüberschreitende Geschäft unterzeichnete die EBA im Frühjahr eine Vereinbarung mit der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS. Beide Behörden wollen sich vierteljährlich austauschen, etwa über Höhe und Zusammensetzung der Reserven, die Konzernstruktur der Emittenten und die gehandelten Volumen.
Für Anleger in Europa ändert sich zunächst wenig. Inhaber können USDC weiterhin jederzeit zum Nennwert bei Circle Europe zurücktauschen, so schreibt es MiCA für E-Geld-Token vor. Zugleich wächst der Druck auf Stablecoins ohne EU-Zulassung: Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) will, dass zugelassene Anbieter Token wie USDT nicht mehr verwahren.















