Gibraltar hat als erste Jurisdiktion weltweit einen eigens für Prognosemärkte geschaffenen Rechtsrahmen verabschiedet und diesen schnell wachsenden Sektor damit aus seinem allgemeinen Glücksspielrecht herausgelöst. Dieser Schritt hebt das britische Überseegebiet deutlich von Kontinentaleuropa ab, wo die Regulierungsbehörden derzeit Maßnahmen ergreifen, um diese Plattformen einzuschränken.
Gibraltar führt das weltweit erste spezielle Regulierungssystem für Prognosemärkte ein

Das Wichtigste im Überblick
- Gibraltars „Prediction Market Regulations 2026“ traten am 13. Juli in Kraft.
- Das Regelwerk hebt Prognosemärkte aus dem Glücksspielgesetz von 2025 heraus; alle Ereignisverträge bedürfen der Genehmigung durch die Glücksspielbehörde.
- Zwei Betreiber, ADI Predictstreet und Wire Markets von WagerWire, werden unter dem neuen gibraltarischen Regelwerk reguliert.
Ein maßgeschneidertes Regelwerk, das sich vom europäischen Mainstream abhebt
Die vom Ministerium für Justiz, Handel und Industrie erlassenen Vorschriften für Prognosemärkte 2026 sind heute in Kraft getreten. Sie befreien Betreiber von Prognosemärkten von bestimmten Bestimmungen des Glücksspielgesetzes 2025 des Gebiets und unterwerfen sie stattdessen einem maßgeschneiderten Regelwerk. Nigel Feetham KC MP, Gibraltars Minister für Justiz, Handel und Industrie, bezeichnete dies als „ein maßgeschneidertes Regulierungssystem für Prognosemärkte, den weltweit ersten speziellen Rechtsrahmen dieser Art“.
Der 24-seitige Rechtsakt verfolgt einen, wie die Regierung es beschreibt, „aktivitäts- und risikobasierten Ansatz“. Nach den Vorschriften muss jeder Ereignisvertrag von der Glücksspielbehörde genehmigt und zertifiziert werden und „klar, objektiv abrechnbar, nicht leicht manipulierbar und mit den Regulierungszielen vereinbar“ sein. Ein unabhängiges Aufsichtsgremium wird das Regelwerk überwachen, und die Betreiber müssen eigene Systeme unterhalten, um Marktmissbrauch zu verhindern. „Der Fokus liegt nicht auf Bezeichnungen“, sagte Feetham, „sondern darauf, sicherzustellen, dass das gewählte Regelwerk eine wirksame Aufsicht sowie robuste Standards in Bezug auf Marktintegrität, Transparenz, Teilnehmerschutz und die Prävention von Finanzkriminalität gewährleistet.“
ADI Predictstreet – der offizielle Prognosemarkt-Partner der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, der auf der von der ADI Foundation in Abu Dhabi betriebenen ADI-Chain-Blockchain basiert – wurde bereits am 26. März in Gibraltar als Wettvermittler gemäß dem früheren Glücksspielgesetz des Gebiets aus dem Jahr 2005 lizenziert. Das zweite Produkt, das unter die neue Regelung fällt, heißt „Wire Markets“ und ist die Plattform des in Kalifornien ansässigen Unternehmens WagerWire: Es wurde im Juni grundsätzlich genehmigt und soll etwa zu Beginn der internationalen Vereinsfußball-Saison im August an den Start gehen. Travis Geiger, Mitbegründer von WagerWire, bezeichnete den Rechtsrahmen als „Meilenstein für die Prognosemarktbranche“ und erklärte, er „biete den Betreibern die Klarheit, die sie benötigen, um langfristig zu planen“.
Gibraltars erste Lizenz für Prognosemärkte im März war ein deutlicher Meilenstein im Vergleich zum heutigen Rahmenwerk: Erstere genehmigte einen einzigen Betreiber nach geltendem Recht, während Letzteres ein eigenes Regelwerk für den Sektor schafft. Diese neue Entwicklung vergrößert den Abstand zum restlichen Europa weiter. Anfang dieses Monats erinnerte die EU-Marktaufsichtsbehörde ESMA die Unternehmen daran, dass Ereignisverträge, die der Definition von Finanzinstrumenten entsprechen, gemäß den bestehenden Vorschriften für binäre Optionen bereits vom Verkauf an Privatkunden ausgeschlossen sind. Im Juni gaben neun nationale Regulierungsbehörden eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie die Betreiber vor Risiken für den Verbraucherschutz warnten, und die Niederlande hatten Polymarket bereits angewiesen, seine Dienstleistungen auf dem dortigen Markt einzustellen.
Gibraltar erwirtschaftet bereits rund ein Viertel seines BIP mit Dienstleistungen im Zusammenhang mit Glücksspielen. Da das Vereinigte Königreich – sein Kernmarkt – die „Remote Gaming Duty“ auf 40 % erhöht hat, ist die Diversifizierung in einen neuen, schnell wachsenden Bereich eine Möglichkeit, diesen Druck auf die in dem Gebiet ansässigen Betreiber auszugleichen. Das Handelsvolumen auf regulierten Prognosemärkten steigt weiterhin steil an; das kombinierte monatliche Volumen der führenden Plattformen erreichte im Juni 44,8 Milliarden US-Dollar. Ob Gibraltars Rahmenwerk als Vorreiter zum Vorbild oder zur Ausnahme wird, bleibt abzuwarten.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.












