Die türkische Lira ist auf ein neues Rekordtief von knapp 48,8 pro Dollar gefallen, während der Preis für einen Bitcoin nun bei rund 3,95 Millionen Lira liegt. Vor fünf Jahren kostete ein Dollar etwa 8,3 bis 8,9 Lira. Heute bekommt man dafür fast das Sechsfache. Hinter dieser schleichenden Abwertung steht eine Inflation, die offiziell immer noch über 31 % liegt, während türkische Haushalte ihre Ersparnisse zunehmend in Gold, Fremdwährungen, Immobilien und Bitcoin anlegen.
Bitcoin-Kurs nähert sich der 4-Millionen-Lira-Marke, während die türkische Währung auf einen Tiefststand fällt

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die türkische Lira notiert bei fast 48,8 pro Dollar, während ein einzelner Bitcoin mittlerweile fast 4 Millionen Lira kostet.
- Die Zinssätze der TCMB liegen bei 37 %, doch bei einer Inflationsrate von 31,51 % spüren türkische Sparer weiterhin den Druck.
- In der Türkei ist es erlaubt, Bitcoin zu kaufen und zu halten, doch laut einer Regelung aus dem Jahr 2021 darf man es nicht direkt ausgeben.
Fast 4 Millionen Lira für einen Bitcoin
Vor fünf Jahren benötigte ein türkischer Sparer weniger als neun Lira, um einen US-Dollar zu kaufen. Heute kostet derselbe Dollar fast 49 Lira. Im Vergleich zu Bitcoin (BTC) sind die Zahlen völlig aus dem Ruder gelaufen. Ein Bitcoin wechselt mittlerweile für etwa 3,95 Millionen bis 3,96 Millionen Lira den Besitzer, wodurch aus einem einst ganz normal erscheinenden Wechselkurs ein siebenstelliger Preis geworden ist.

Das Seltsame daran ist, dass die Türkei keinen plötzlichen Währungszusammenbruch erlebt hat. Stattdessen hat die Lira nach und nach an Kaufkraft eingebüßt und im vergangenen Jahr rund 18 % gegenüber dem Dollar sowie über einen Zeitraum von fünf Jahren etwa 86 % ihrer Kaufkraft verloren – basierend auf der offiziellen Inflationsrate. Es handelt sich um einen langsamen Aderlass innerhalb einer Wirtschaft, deren Umfang nach wie vor auf etwa 1,4 bis 1,6 Billionen US-Dollar geschätzt wird.
Ein Zinssatz von 37 % bietet immer noch kaum Schutz
Die offizielle Inflationsrate lag im August bei 31,51 %, während die unabhängige Inflationsgruppe ENAG 49,03 % berechnete. Die Preise für Wohnen, Wasser, Strom und Gas lagen um 39,77 % höher als ein Jahr zuvor, Lebensmittel verteuerten sich um 33,79 % und die Transportkosten stiegen um 35,08 %. Damit erscheint der Leitzins der Zentralbank der Republik Türkei von 37 % weniger außergewöhnlich, als er klingt.
Gemessen an der offiziellen Inflationsrate erhalten Sparer eine relativ geringe reale Rendite. Gemessen an der Schätzung der ENAG verlieren sie dennoch an Kaufkraft. Die Abhängigkeit der Türkei von importierter Energie erschwert die Lage zusätzlich. Öl und andere Importe müssen größtenteils in Fremdwährung bezahlt werden, was bedeutet, dass eine schwächere Lira die inländischen Kosten in die Höhe treibt. Andererseits haben die politischen Entscheidungsträger Gründe, eine allmähliche Abwertung zu tolerieren, da eine billigere Währung türkischen Exporteuren helfen kann, im Ausland wettbewerbsfähig zu bleiben.
600 Milliarden Dollar „unter dem Kopfkissen“
Die türkischen Haushalte wurden nicht gerade unvorbereitet erwischt. Behörden schätzen, dass sich Gold im Wert von rund 600 Milliarden Dollar außerhalb des Bankensystems befindet, ein Großteil davon in Form von Münzen und Schmuck, die traditionell als „unter dem Kopfkissen“ aufbewahrt werden. Stablecoins und Bitcoin (BTC) sind wahrscheinlich ebenfalls in diesen Verstecken enthalten.

Fremdwährungen bleiben ein weiterer Fluchtweg und machen etwa 38 % bis 41 % der Einlagen aus, während Immobilien eine weitere Möglichkeit zur Vermögenssicherung bieten. Kryptowährungen haben sich dieser Liste angeschlossen. Die Türkei belegte im „2025 Global Crypto Adoption Index“ von Chainalysis den 14. Platz und führte im Nahen Osten und in Nordafrika mit einem Transaktionsvolumen von rund 200 Milliarden US-Dollar jährlich die Rangliste an. In diesem Zusammenhang erscheinen Bitcoin und USDT weniger als spekulative Spielzeuge, sondern eher als alternative Sparinstrumente.
Bitcoin ist legal, aber man kann damit kein Mittagessen kaufen
Hier kommt der regulatorische Haken. In der Türkei ansässige Personen können Bitcoin legal kaufen, halten und verkaufen, doch eine Vorschrift der Zentralbank aus dem Jahr 2021 verbietet die direkte Bezahlung von Waren und Dienstleistungen mit Kryptowährungen. Einwohner können regulierte Plattformen mit Lira aufladen, Bitcoin oder USDT kaufen und diese Vermögenswerte später wieder in Lira umtauschen. Das türkische Gesetz über Krypto-Vermögenswerte von 2024 unterstellte Plattformen zudem der Aufsicht durch die Kapitalmarktaufsichtsbehörde, wodurch die Aufsicht verschärft wurde, während der Handel an sich legal blieb. Ein türkischer Sparer kann also beobachten, wie sich der Wert eines Bitcoins der 4-Millionen-Lira-Marke nähert, legal einen Bruchteil davon kaufen und ihn als Alternative zu Bargeld halten. Er kann es nur nicht an der Kasse ausgeben. Da die offizielle Inflationsrate immer noch über 31 % liegt und die Lira neue Negativrekorde aufstellt, wird die Frage, was die Türken als „Geld“ bezeichnen, überraschend kompliziert.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.












