Bitcoin.com News
Bereitgestellt von

Moody’s gibt Ripples RLUSD Investment Grade, in der EU fehlt MiCA

Die Ratingagentur Moody’s hat den Dollar-Stablecoin Ripple USD (RLUSD) bewertet und ihm Noten im Investment-Grade-Bereich gegeben. Nach Angaben von Ripple hat damit erstmals ein Stablecoin ein solches Rating von Moody’s erhalten. Die Bewertung kam einen Tag nach der endgültigen Genehmigung für Ripples nationale Treuhandbank in den USA. In der EU ändert sie am Status des Tokens nichts: RLUSD fehlt weiterhin die nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA nötige Zulassung.

GESCHRIEBEN VON
TEILEN
Moody’s gibt Ripples RLUSD Investment Grade, in der EU fehlt MiCA

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Moody’s gab Ripples Stablecoin RLUSD am Dienstag die Einlagenratings A2 (langfristig) und P-1 (kurzfristig); laut Ripple das erste Investment-Grade-Rating der Agentur für einen Stablecoin.
  • Die Reserven sollen 103 Prozent der ausgegebenen Token abdecken; als Risiko nennt Moody’s eine Insolvenz des Emittenten, die Rückzahlungen verzögern könnte.
  • In der EU fehlt RLUSD die Zulassung als E-Geld-Token nach MiCA, im Esma-Register stehen dagegen etwa USDC und ein Dollar-Token der Frankfurter Allunity.

A2 und P-1 für RLUSD

Am Dienstag vergab Moody’s für RLUSD das langfristige Einlagenrating A2 und das kurzfristige Einlagenrating P-1, wie aus der Mitteilung der Agentur hervorgeht. Bewertet wurden die Deckung des Stablecoins und das Verfahren zur Rücknahme. Das Rating gilt für RLUSD, den die Standard Custody & Trust Company (SCTC), Ripples in New York beaufsichtigte Treuhandgesellschaft, direkt auf dem XRP-Ledger und auf Ethereum ausgibt.

Mit dem langfristigen Rating A2 liegt RLUSD in der oberen Mittelklasse von Moody’s, die für ein geringes Kreditrisiko steht. Das kurzfristige Rating P-1 ist die beste Note, die die Agentur für kurzfristige Verbindlichkeiten vergibt. RLUSD sei der erste Stablecoin mit einem Investment-Grade-Rating von Moody’s, schrieb Jack McDonald, bei Ripple für Stablecoins zuständig, auf X.

Ein Stablecoin-Rating von Moody’s gab es zuvor schon, allerdings deutlich schlechter und für ein ganzes Protokoll. Anfang Oktober hatte die Agentur Sky, dem früheren Makerdao, ein langfristiges Gegenparteirisiko-Rating von B3 gegeben. Es war ihr erstes Rating für ein Stablecoin-Protokoll. Bewertet wurde dabei Sky als Ganzes, die Stablecoins USDS und DAI zählen zu den Verbindlichkeiten des Protokolls. Noten im B-Bereich gelten bei Moody’s als spekulativ und mit hohem Kreditrisiko behaftet. Bei RLUSD bewertete die Agentur dagegen den Stablecoin selbst.

Erst die Banklizenz, dann das Rating

Einen Tag vor dem Rating, am Montag, hatte die US-Bankenaufsicht OCC die Ripple National Trust Bank endgültig genehmigt, wie Ripple mitteilte. Die Bank soll die getrennt gehaltenen RLUSD-Reserven verwalten und als Sicherheitentreuhänder für die Inhaber auftreten. Sobald sie den Betrieb aufnimmt, darf sie zudem Kryptowerte für Kunden verwahren. Ausgeben wird RLUSD weiterhin die SCTC, wichtigste Verwahrstelle der Reserven ist die Bank of New York Mellon (BNY). Den Marktwert aller umlaufenden RLUSD beziffert Ripple auf 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro).

Parallel baut Ripple den Vertrieb in den USA aus. Seit Mittwoch ist der Stablecoin dort bei Coinbase Prime, Coinbase Exchange und in der Coinbase-App für Privatkunden handelbar, wie Ripple ankündigte. Kunden von Coinbase Global Exchange sollen RLUSD später auch als Sicherheit nutzen können. Robinhood will den Stablecoin noch in diesem Jahr in seiner App anbieten.

103 Prozent Deckung, Risiko Insolvenz

Die SCTC strebt laut Moody’s Reserven in Höhe von 103 Prozent der ausgegebenen RLUSD an, mehr als die für das Rating nötige Mindestdeckung. Sie bestehen vor allem aus kurzfristigen US-Staatsanleihen und Bargeld, das größtenteils bei der BNY liegt. Bargeld bei einer weiteren Bank ist auf 50 Millionen Dollar (rund 45 Millionen Euro) begrenzt und durch US-Schatzwechsel über weitere 50 Millionen Dollar (rund 45 Millionen Euro) bei der BNY abgesichert.

Registrierte institutionelle Kunden können RLUSD innerhalb von zwei vollen Geschäftstagen eins zu eins in Dollar zurücktauschen. Wöchentliche Liquiditätsstresstests sollen das absichern. Neue Token entstehen erst, wenn das Geld eingegangen ist, und werden vor der Auszahlung vernichtet. Hinzu kommen tägliche Abgleiche, Mehrfachsignaturen, unabhängige Prüfungen der Smart Contracts und monatliche Bestätigungen durch Wirtschaftsprüfer.

Das größte Risiko sieht Moody’s in einer Insolvenz des Emittenten. Ein Insolvenzverfahren könnte Rückzahlungen verzögern, weil es Vollstreckungsmaßnahmen zunächst automatisch stoppt. Dass die SCTC die Reserven getrennt von ihrem übrigen Vermögen verwahrt, mindere dieses Risiko. Einen direkten Eigentumsanspruch an den Reservewerten, also an den Staatsanleihen und dem Bargeld, hätten die Inhaber von RLUSD dadurch aber nicht. Zudem sei die SCTC keine insolvenzferne Zweckgesellschaft, also keine Gesellschaft, die eigens so aufgebaut ist, dass eine Insolvenz sie kaum erfassen kann. Ein besserer rechtlicher Schutz könnte die Note anheben. Moody’s erwartet, dass das US-Stablecoin-Gesetz GENIUS Act ab 2027 die Inhaber stärker schützt, etwa indem es die vorgeschriebenen Reserven aus der Insolvenzmasse herausnimmt.

In der EU fehlt die MiCA-Zulassung

Für Anleger in Deutschland und Österreich ändert das Rating wenig. Ein an den Dollar gekoppelter Stablecoin gilt nach MiCA als E-Geld-Token, sein Herausgeber braucht dafür eine Zulassung als E-Geld-Institut oder Bank in der EU. Ein Rating ersetzt diese Zulassung nicht. Im Register der EU-Wertpapieraufsicht Esma ist RLUSD bislang nicht als E-Geld-Token verzeichnet.

Dort stehen dagegen Dollar-Token wie USDC von Circle aus Frankreich und USDG von Paxos aus Finnland. Aus Deutschland ist die Frankfurter Allunity verzeichnet, die unter Aufsicht der Bafin Token in Euro, Schweizer Franken und schwedischen Kronen ausgibt. Im Juni meldete sie zudem das Whitepaper für einen Dollar-Token namens USDAU an.

Ripple selbst ist in der EU bereits zugelassen, allerdings nur als Dienstleister. Die Gesellschaft Ripple Payments Europe in Luxemburg ist laut Esma-Register seit dem 29. Juni als Kryptodienstleister eingetragen, die Zulassung gilt auch in Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Für Stablecoins ohne MiCA-Zulassung erwartet die Esma, dass Anbieter ihre Dienste einstellen und auch die Verwahrung bis spätestens 8. Januar 2027 beenden.

Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.

Über den Autor

GESCHRIEBEN VONKevin Helms

Kevin Helms ist ein Kryptowährungsjournalist, der sich auf Bitcoin, Blockchain-Regulierung und globale Märkte für digitale Vermögenswerte spezialisiert hat.