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Digitaler Euro: Hoskinson warnt vor Zahlungskontrolle

Cardano-Gründer Charles Hoskinson hat vor dem digitalen Euro gewarnt: Eine staatlich kontrollierte Digitalwährung lasse sich nutzen, um bestimmte Vermögenswerte und Transaktionen zu benachteiligen. „Warum ich euch Europäern bei eurem digitalen Euro nicht traue: Wir alle wissen, was ihr damit tun werdet – Vermögenswerte und Transaktionen diskriminieren“, sagte er bei einer Fintech-Veranstaltung im Umfeld der Vereinten Nationen. Wer das für unbegründet halte, solle ein solches Vorgehen per Gesetz ausschließen.

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Digitaler Euro: Hoskinson warnt vor Zahlungskontrolle

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Cardano-Gründer Charles Hoskinson warnt, ein digitaler Euro könne genutzt werden, um bestimmte Vermögenswerte und Zahlungen zu benachteiligen.
  • Als Beispiel nannte er laut BTC-Echo eine abgelehnte Kartenzahlung an der Tankstelle, weil ein monatliches Benzinlimit erreicht sei.
  • Die EZB erklärt dagegen, der digitale Euro werde kein programmierbares Geld sein; Hoskinson verlangt, solche Grenzen gesetzlich festzuschreiben.

Das Beispiel von der Tankstelle

Hoskinson machte seine Sorge laut einem Bericht von BTC-Echo über den Auftritt an einem Alltagsfall fest. Ein Kunde habe 2.000 Euro in digitalen Euro auf dem Konto und wolle tanken. Die Karte werde trotzdem abgelehnt, weil er in dem Monat bereits 50 Liter Benzin gekauft habe.

Hoskinson veröffentlichte einen Mitschnitt auf seinem X-Konto und bezeichnete ihn dort als seine Rede bei den Vereinten Nationen.

Was die EZB sagt

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschreibt den digitalen Euro anders. In ihren Fragen und Antworten zum digitalen Euro heißt es, er werde kein programmierbares Geld sein, also kein Geld, das nur für einen vorab festgelegten Zweck verwendet werden kann. Das Eurosystem könne Zahlungen zudem nicht direkt einzelnen Personen zuordnen. Hoskinson verlangt, solche Grenzen gesetzlich festzuschreiben.

Die EZB will bis 2029 technisch bereit für den digitalen Euro sein, wie Bitcoin.com News am 19. März berichtete.

Sein Gegenvorschlag: Regulierung per Software

Hinter der Warnung steht ein eigener Entwurf dafür, wie Aufsicht künftig funktionieren soll. Hoskinson will Regeln nicht abschaffen, sondern die Arbeit neu verteilen, wie aus dem Bericht von BTC-Echo hervorgeht. Der Staat gäbe nur noch vor, was geschützt werden muss: Kunden vor Betrug, das Eigentum, die Privatsphäre. Den Weg dorthin überließe er quelloffenen Programmen, die aus der Branche kommen, geprüft und zugelassen werden und die Firmen als fertige Bausteine übernehmen.

Als Fundament schwebt ihm die Blockchain vor. Vorschriften einzuhalten, würde nach seiner Darstellung günstiger und müsste nicht mehr für jedes Land einzeln gelöst werden.

Seinen Befund begründet er mit der Bauart dezentraler Netzwerke. Sie arbeiteten weiter, wenn die Firma dahinter verschwinde oder der Gründer aussteige. Eine Aufsicht, die auf greifbare Finanzunternehmen zugeschnitten sei, laufe bei ihnen deshalb ins Leere. Hinzu komme das Tempo: Künstliche Intelligenz (KI), Biotechnologie, Nanotechnologie und Blockchain machten gleichzeitig große Sprünge und trieben einander an, während Gesetzgeber damit nicht Schritt hielten.

Der Vergleich mit China

Szenarien wie das von der Tankstelle werden häufig mit dem chinesischen Sozialkreditsystem verglichen. Es steht in der westlichen Debatte für die Sorge, ein Staat könne Verhalten über Daten und Sanktionen steuern. Die Forschung zeichnet ein nüchterneres Bild. Einen einheitlichen Punktestand, der das Verhalten einzelner Bürger bewertet, gibt es nach einer Studie des Berliner China-Instituts Merics zum Sozialkreditsystem nicht. Das System sei zersplittert, ziele vor allem auf Unternehmen und arbeite mit schwarzen Listen. In 28 Pilotstädten standen demnach gut 700.000 Personen und Unternehmen darauf, rund 0,5 Prozent der Bevölkerung.

In der EU setzt das Recht solchen Systemen Grenzen. Die KI-Verordnung verbietet die soziale Bewertung von Menschen durch KI-Systeme.

Auch für den digitalen Euro ist eine Schranke vorgesehen: Der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zum digitalen Euro hält fest, dass dieser kein programmierbares Geld sein soll.