Die russische Staatsduma hat am Dienstag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der dem Land den ersten umfassenden Rechtsrahmen für Kryptowährungen schafft. Dabei werden digitale Vermögenswerte als Eigentum behandelt, während sie aus dem täglichen Zahlungsverkehr ausgeklammert bleiben.
Die russische Duma bringt den Gesetzentwurf 1194918-8 voran und legt Putin das Kryptogesetz zur Unterzeichnung vor

Das Wichtigste im Überblick
- Die russische Duma hat am 21. Juli den Gesetzentwurf Nr. 1194918-8 verabschiedet und ihn Putin zur Unterzeichnung vorgelegt.
- Nicht qualifizierte Anleger unterliegen unter der Aufsicht der Bank von Russland einer jährlichen Obergrenze von 300.000 Rubel (3.800 US-Dollar) für den Kauf von Kryptowährungen.
- Die wichtigsten Bestimmungen treten am 1. September 2026 in Kraft, zeitgleich mit der Einführung des digitalen Rubels in Russland.
Laut der „Rossiyskaya Gazeta“ (rg.ru) verabschiedeten die Abgeordneten am 21. Juli den Gesetzentwurf Nr. 1194918-8 „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ in zweiter und dritter Lesung. Mit der Abstimmung wird der Gesetzentwurf an den Föderationsrat, das Oberhaus Russlands, und anschließend zur Unterzeichnung an Präsident Wladimir Putin weitergeleitet. Anatoli Aksakow, Vorsitzender des Finanzmarktausschusses der Duma, erklärte am Tag vor der Abstimmung, das Ziel sei die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für den Umgang mit Kryptowährungen im Land.
Der Gesetzentwurf stuft Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte gemäß dem russischen Zivilgesetzbuch als Eigentum ein, nicht als Währung. Der Rubel bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel für inländische Transaktionen.
Lizenzierung erfolgt über die Zentralbank
Die Bank von Russland wird fünf Kategorien von Marktteilnehmern lizenzieren: Börsen, Broker, Verwahrstellen, Verwaltungsgesellschaften und Wechselstuben. Banken wird es untersagt sein, Zahlungen an nicht lizenzierte ausländische Plattformen weiterzuleiten. Bestehende Betreiber erhalten eine Übergangsfrist; die vollständige Durchsetzung der Lizenzpflicht ist bis zum 1. Juli 2027 vorgesehen.
Für Privatanleger gilt eine Obergrenze
Nicht qualifizierte Privatanleger können pro Jahr Kryptowährungen im Wert von bis zu 300.000 Rubel (etwa 3.800 US-Dollar) über einen einzigen lizenzierten Vermittler erwerben und müssen zuvor einen Risikobewusstseinstest bestehen. Qualifizierte Anleger erhalten eine höhere Obergrenze von rund 3 Millionen Rubel. Datenschutzorientierte Coins sind aus Gründen der Geldwäschebekämpfung ausgeschlossen, wodurch sich der zulässige Handel weitgehend auf Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum und USDT beschränkt.
Grenzüberschreitender Handel erhält grünes Licht
Das zentrale Merkmal des Gesetzes ermöglicht es russischen Unternehmen, Kryptowährungen zur Abwicklung des internationalen Handels zu nutzen – ein wichtiger Kanal angesichts des Ausschlusses Russlands aus dem SWIFT-System nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022. Inländische Krypto-Zahlungen bleiben weiterhin verboten.
Das russische Finanzministerium schätzt das Volumen des inländischen Kryptohandels auf fast 50 Milliarden Rubel (rund 640 Millionen US-Dollar) pro Tag, wobei ein Großteil davon außerhalb der offiziellen Aufsicht stattfindet. Das neue Gesetz zielt darauf ab, dieses Volumen in lizenzierte Kanäle zu lenken.
Wie geht es weiter?
Der Föderationsrat hat nach Erhalt des Gesetzentwurfs 14 Tage Zeit, um darüber zu entscheiden, und Putin hat anschließend 14 Tage Zeit, ihn zu unterzeichnen. Beide Schritte gelten bei von der Regierung unterstützten Gesetzen als reine Formalitäten. Bei planmäßiger Unterzeichnung treten die Kernbestimmungen am 1. September 2026 in Kraft – genau zu dem Zeitpunkt, an dem Russland mit der Einführung seines digitalen Rubels bei großen Banken und im Einzelhandel beginnt. Die Banken positionieren sich bereits für den neuen Markt. Die Sberbank hat angekündigt, bis Dezember eine Krypto-Wallet einführen zu wollen, und die VTB hat den Aufbau von Verwahrungsdiensten erörtert.
Der Gesetzentwurf hat einen langen Weg hinter sich: Die Regierung legte ihn am 1. April vor, die Duma verabschiedete ihn am 21. April in erster Lesung mit 327 von 340 Stimmen, und der Finanzmarktausschuss gab am 8. Juli seine Zustimmung zum überarbeiteten Text, bevor er ihn am 16. Juli zur zweiten Lesung empfahl.
Putin unterzeichnete bereits im August 2024 ein Gesetz, das das Schürfen von Kryptowährungen erlaubt – ein Schritt, der dazu beitrug, Russland zum weltweit zweitgrößten Bitcoin-Schürfer hinter den Vereinigten Staaten zu machen. Der neue Gesetzentwurf baut auf diesem Rahmen auf und ergänzt ihn um Regeln für Handel, Verwahrung und Abwicklung, die dem Land bisher fehlten.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.









