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Das niederländische Verbot von Glücksspielwerbung birgt die Gefahr, dass Spieler ins Ausland abwandern, da der legale Marktanteil unter 50 % fällt

Das niederländische Kabinett will jegliche Werbung für Online-Glücksspiele sowie Boni verbieten, Einzahlungen nach einer Bonitätsprüfung begrenzen und seine Befugnisse im Kampf gegen illegale Anbieter ausweiten. Dies wäre die strengste Verschärfung seit der Marktöffnung im Jahr 2021. Allerdings machen Offshore- und nicht lizenzierte Websites, bei denen Krypto-Zahlungen als erschwerender Faktor eingestuft wurden, bereits den Großteil der niederländischen Glücksspielausgaben aus.

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Das niederländische Verbot von Glücksspielwerbung birgt die Gefahr, dass Spieler ins Ausland abwandern, da der legale Marktanteil unter 50 % fällt

Die wichtigsten Punkte

  • Der niederländische Plan würde alle Online-Glücksspielwerbung und -boni verbieten und übergreifende Einzahlungslimits mit Bonitätsprüfungen einführen.
  • Der Anteil der lizenzierten Anbieter an den niederländischen Glücksspielausgaben fiel im ersten Halbjahr 2025 unter 50 %, da illegale Anbieter laut KSA-Daten den legalen Markt überholten.
  • Krypto- und anonyme Zahlungen wurden im größten Fall von illegalem Glücksspiel in den Niederlanden als erschwerende Faktoren angeführt.

Die Staatssekretärin für Justiz und Sicherheit, Claudia van Bruggen, kündigte das Maßnahmenpaket am 12. Juni an und schlug ein fast vollständiges Verbot von Online-Glücksspielwerbung, ein Verbot von Boni wie Gratiswetten bei der Anmeldung, ein übergreifendes Einzahlungslimit für alle lizenzierten Plattformen sowie eine Bonitätsprüfung für Spieler vor, die dieses Limit erhöhen möchten. Das Kabinett prüft zudem eine Begrenzung der Anzahl von Online-Lizenzen. Van Bruggen bezeichnete es als „besonders besorgniserregend“, dass immer mehr Menschen, insbesondere junge Menschen, mit Online-Glücksspielen begonnen haben und in Schwierigkeiten geraten. Die Maßnahmen erfordern eine gesetzliche Regelung, bevor sie in Kraft treten können.

Die Niederlande schränken Glücksspielwerbung bereits stark ein – ein Vorbildverbot und ein Verbot nicht zielgerichteter Werbung sind seit 2022 bzw. 2023 in Kraft –, doch die Behörden kamen zu dem Schluss, dass junge Menschen immer noch zu viel Werbung sehen. Insbesondere hat die Regierung signalisiert, dass sie eine Anhebung des Mindestalters für Online-Glücksspiele von 18 auf 21 Jahre erst dann erneut prüfen wird, wenn die Durchsetzung gegen illegale Anbieter wirksam ist, da sie diesen Schritt bis dahin als zu riskant erachtet. In ihrem Jahresbericht 2025 gab die KSA (Kansspelautoriteit), die niederländische Regulierungsbehörde, fest, dass die Kanalisierung nach Ausgaben in der ersten Hälfte des Jahres 2025 unter 50 % gefallen ist – was bedeutet, dass nicht lizenzierte Anbieter nun den Großteil der Glücksspielumsätze im Land für sich verbuchen, obwohl rund 94 % der Spieler weiterhin bei lizenzierten Anbietern registriert sind. Dieser Wandel folgte auf frühere Verschärfungen (monatliche Einzahlungslimits von 700 € bzw. 300 € für 18- bis 24-Jährige sowie eine Erhöhung der Glücksspielsteuer von 30,5 % auf 37,8 %). Dieses Muster spiegelt die Situation in Belgien und Italien wider, wo Werbeverbote mit einem Wachstum des Schwarzmarktes einhergingen; eine Studie bezifferte den Anteil des illegalen Glücksspiels in den Niederlanden Ende 2023 auf über 35 %, gegenüber etwa 20 % im Jahr 2021.

Die Regierung verbindet das Verbot mit einer strengeren Durchsetzung, gerade weil sie mit Umgehungen rechnet, und gibt an, dass im Land Zehntausende illegaler Websites aktiv sind. Das Ausmaß – und die Krypto-Dimension – traten im April zutage, als der staatliche Lotteriebetreiber Nederlandse Loterij die Betreiber von Qbet, der größten nicht lizenzierten niederländischen Plattform, in Den Haag verklagte. Dort wurde die Rekordstrafe der KSA in Höhe von 24,8 Millionen Euro von ihrer eigenen Vorsitzenden als zu niedrig bezeichnet – das niederländische Recht begrenzt Strafen auf 10 % des weltweiten Umsatzes – und Krypto- sowie anonyme Zahlungen wurden als erschwerende Faktoren in einem Markt angeführt, in dem die Hälfte der Ausgaben an nicht lizenzierte Websites fließt.

Van Bruggen hat das Risiko selbst anerkannt und erklärt, das Verbot müsse unter Berücksichtigung der Durchsetzbarkeit gestaltet werden, um Umgehungen zu verhindern. Damit bleibt die zentrale Frage offen: Schützt es die Spieler, wenn man lizenzierten Betreibern Werbung und Boni entzieht, oder verschafft man damit dem Offshore-Markt – der von den Regulierungsbehörden wegen Krypto- und anonymer Zahlungen ins Visier genommen wurde und außerhalb der Reichweite von Cruks, dem nationalen Selbstausschlussregister, liegt – einen größeren Anteil an einem Markt, den er ohnehin schon erobert? Der Gesetzentwurf muss noch das Repräsentantenhaus passieren, und die Studie zur Finanzierbarkeit, auf der die Einzahlungsobergrenze basiert, wird voraussichtlich erst in der ersten Hälfte des Jahres 2027 vorliegen.

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