Die Schweiz hat jahrelang daran gearbeitet, die Voraussetzungen für eine breitere Akzeptanz von Kryptowährungen zu schaffen, und die neuesten Daten deuten darauf hin, dass sich diese Bemühungen auszahlen. Eine Studie von Bearingpoint ergab, dass 23 % der erwachsenen Schweizer Bevölkerung zumindest gelegentlich Kryptowährungen nutzen – mehr als doppelt so viel wie in Deutschland (11 %) –, was auf einen Markt hindeutet, in dem digitale Vermögenswerte zunehmend Teil der allgemeinen Finanzdiskussion geworden sind und nicht mehr nur ein Nischeninteresse darstellen.
Studie zeigt: Die Kryptowährungsnutzung in der Schweiz ist doppelt so hoch wie in Deutschland

Wichtigste Erkenntnisse
- Bearingpoint ermittelte eine Kryptowährungsnutzung von 23 % in der Schweiz gegenüber 11 % in Deutschland.
- Im „Crypto Valley“ waren nach dem Schweizer DLT-Gesetz von 2021 1.749 Unternehmen ansässig.
- Die DZ Bank und die Dekabank könnten 80 Millionen Kunden den Zugang zu Kryptowährungen ermöglichen.
Die Schweiz zieht bei digitalem Geld die Nase vorn
Die am 30. Juli veröffentlichte Bearingpoint-Umfrage befragte mehr als 4.000 Erwachsene in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Österreich lag im Mittelfeld: 18 % der Befragten gaben an, Kryptowährungen zumindest gelegentlich zu nutzen. Dies unterstreicht, dass der Unterschied nicht nur im Interesse an digitalen Vermögenswerten liegt, sondern auch darin, wie sich die einzelnen Märkte im Laufe der Zeit entwickelt haben.
YouGov führte die Online-Umfrage zwischen dem 18. und 29. Juni durch und befragte dabei 2.031 Personen in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet, um ein repräsentatives Bild der erwachsenen Bevölkerung in jedem Land zu liefern.
Die Unterschiede gehen über den bloßen Besitz hinaus. In der Schweiz betrachteten 37 % der Befragten Kryptowährungen als lohnende Investition, verglichen mit 28 % in Österreich und 23 % in Deutschland. Die Schweizer Befragten zeigten sich zudem eher bereit, digitale Vermögenswerte langfristig als internationale Handels- oder Reservewährungen zu akzeptieren: 45 % vertraten diese Ansicht, gegenüber 36 % in Österreich und 32 % in Deutschland. Solche Zahlen ergeben sich in der Regel erst, wenn sich die Menschen mit der Technologie vertraut gemacht haben und nicht nur von ihrer Existenz wissen.
Auch bei der Offenheit gegenüber staatlich ausgegebenem digitalem Geld lag die Schweiz an der Spitze. 44 % der Befragten gaben an, dass sie die Nutzung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), wie beispielsweise eines digitalen Frankens, im Alltag in Betracht ziehen würden – im Vergleich zu 38 % in Österreich und 29 % in Deutschland. Eine digitale Zentralbankwährung ist schlichtweg eine digitale Version von staatlich ausgegebenem Geld und keine privat ausgegebene Kryptowährung. Dr. Robert Bosch, globaler Leiter des Bereichs Finanzdienstleistungen bei Bearingpoint, sagte, die Ergebnisse zeigten, dass die Schweiz nicht nur Kryptowährungen gegenüber aufgeschlossener sei, sondern insgesamt auch bereit, digitales Geld anzunehmen. Bosch merkte an:
„In Deutschland werden Risiken diskutiert, während die Nachbarn bereits aktiv nutzen und stärker investieren.“
Frühe Regelungen schufen in der Schweiz eine Grundlage
Der Vorsprung der Schweiz spiegelt Entscheidungen wider, die bereits Jahre vor den heutigen Akzeptanzzahlen getroffen wurden. Das Parlament verabschiedete im September 2020 das Schweizer Gesetz über die Distributed-Ledger-Technologie (DLT), und der Rechtsrahmen trat am 1. August 2021 vollständig in Kraft. Die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) ist das gemeinsame Buchführungssystem, das es Blockchain-Netzwerken ermöglicht, Transaktionen sicher zu erfassen und zu verifizieren.
Anstatt ein völlig neues Kryptowährungsgesetz zu verfassen, hat die Schweiz bestehende finanz- und zivilrechtliche Vorschriften aktualisiert. Die Änderungen klärten, wie tokenisierte Vermögenswerte in etablierte Rechtsstrukturen eingebunden werden können, regelten die Behandlung im Insolvenzfall und führten eine Lizenzpflicht für spezialisierte DLT-Handelsplattformen ein. Diese Art von Rechtssicherheit zieht Unternehmen in der Regel schon lange an, bevor sie sich in Verbraucherumfragen niederschlägt.
Der Zeitpunkt war entscheidend. Während ein Großteil Europas noch dabei war, seinen regulatorischen Rahmen aufzubauen, agierten Schweizer Unternehmen bereits nach klaren Regeln. Das gab Gründern, Investoren und Finanzinstituten Zeit, Unternehmen zu gründen, Produkte zu verfeinern und praktische Erfahrungen zu sammeln, bevor umfassendere europäische Vorschriften in Kraft traten.

Diese frühen Entscheidungen trugen auch dazu bei, das Crypto Valley anzukurbeln, das sich über die Schweiz und Liechtenstein erstreckt. Das Ökosystem zählte in seinem Branchenbericht 2024 1.749 aktive Blockchain- und DLT-Unternehmen, was einem jährlichen Wachstum von 14 % und einem Anstieg von 132 % seit 2020 entspricht.
Crypto Valley schafft seine eigene Dynamik
Zug bleibt das Zentrum des Crypto Valley und beherbergt rund 719 Unternehmen, was 41 % des Ökosystems entspricht, während auf Zürich etwa 15 % entfallen. Weitere Cluster haben sich in Genf, im Tessin, in Luzern, in Neuenburg und in Liechtenstein ausgebreitet, wodurch Blockchain-Unternehmen Zugang zu Rechtsanwälten, Banken, Entwicklern, Risikokapitalgesellschaften und technischen Fachkräften haben, ohne die Region verlassen zu müssen.
Diese Konzentration schafft einen Vorteil, der nur schwer nachzuahmen ist. Je mehr Unternehmen sich hier niederlassen, desto eher folgen spezialisierte Finanzdienstleistungen, Compliance-Know-how und Investitionskapital. Die Schweiz ist zur Heimat von Organisationen geworden, die mit Ethereum, Cardano, Solana, Polkadot, Tezos, der Sygnum Bank, der Amina Bank und Bitcoin Suisse verbunden sind, was diesen Kreislauf weiter verstärkt.
Die Umfrage ergab zudem, dass die Akzeptanz von Kryptowährungen unter jüngeren Erwachsenen nach wie vor am stärksten ist und weiterhin je nach Geschlecht, Bildungsstand und Einkommen variiert. In der Schweiz gaben 36 % der Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren an, Kryptowährungen zu nutzen, während Österreich und Deutschland das gleiche Muster bei geringerer Nutzungsrate zeigten. Diese demografischen Trends helfen zu erklären, wer Kryptowährungen als Erstes annimmt, erklären jedoch nicht den allgemeinen nationalen Vorsprung der Schweiz.
Kryptowährungen breiten sich parallel zur traditionellen Finanzwelt aus
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass digitale Vermögenswerte die Gewohnheiten des traditionellen Finanzwesens (TradFi) ergänzen, anstatt sie zu ersetzen. Zwischen 80 % und 87 % der Befragten in den drei Ländern betrachteten staatlich ausgegebene Währungen weiterhin als wirksame Zahlungsmittel, während etwa 64 % der Schweizer Befragten Gold nach wie vor als Absicherung gegen Inflation bevorzugten.
Diese Kombination ist zunehmend üblich geworden. Kryptowährungen werden oft als weiteres Finanzinstrument und nicht als Alternative zu traditionellem Geld angesehen, was es Banken und politischen Entscheidungsträgern ermöglicht, ihr digitales Angebot zu erweitern, ohne etablierte Finanzprodukte zu verdrängen.
Deutschland setzt auf Banken, um die Lücke zu schließen
Deutschland hinkt bei der Akzeptanz im Privatkundenbereich noch hinter der Schweiz hinterher, doch sein Bankensektor könnte dieses Bild verändern. Die mit der DZ Bank verbundenen Genossenschaftsbanken und die mit der Dekabank verbundenen Sparkassen unterhalten zusammen rund 80 Millionen Kundenbeziehungen und verfügen damit über eine Reichweite, mit der nur wenige Kryptowährungsplattformen mithalten können.
Die DZ Bank erhielt Ende Dezember 2025 die Zulassung für ihre Plattform „meinkrypto“, die in die VR-Banking-App integriert wird. Der Dienst startete mit Bitcoin, Ether, Litecoin und Cardano, während die Verwahrung von Börse Stuttgart Digital übernommen wird. Die einzelnen Genossenschaftsbanken müssen noch entscheiden, ob sie die Funktion aktivieren wollen.
Die Dekabank entwickelt eine ähnliche Plattform für das deutsche Sparkassennetz, das rund 50 Millionen Kunden betreut. Die Einführung soll bis 2026 fortgesetzt werden und zunächst Bitcoin und Ether unterstützen. Die Integration von Kryptowährungen in vertraute Banking-Apps beseitigt eine der größten Hürden für Einsteiger, da die Eröffnung von Konten bei separaten Plattformen für digitale Vermögenswerte entfällt.
Deutschlands Bankensektor holt den frühen Vorsprung der Schweiz auf
Die Schweiz hat ihren Vorsprung durch regulatorische Sicherheit und jahrelange Entwicklung des Ökosystems aufgebaut. Deutschland verfolgt eine andere Strategie, indem es etablierte Banken und bestehende Kundenbeziehungen nutzt, um den Zugang im Rahmen der europäischen Regulierungsvorschriften zu erweitern.
Dieser Ansatz verschafft Deutschland ein enormes Vertriebspotenzial, doch die Schweiz profitiert nach wie vor von jahrelang aufgebautem Fachwissen, Infrastruktur und einer hohen Unternehmenskonzentration. Zukünftige Umfragen von Bearingpoint sowie Zahlen zur Kundenakzeptanz bei deutschen Banking-Plattformen dürften ein klareres Bild davon liefern, ob sich der Abstand zu verringern beginnt oder ob die Schweiz weiter davonzieht.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.











