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Krypto-News aus der Schweiz: Blockstream in Lugano, Professuren für Zug

Die Schweiz baut ihre Rolle als Krypto-Standort weiter aus. Blockstream, das Unternehmen von Krypto-Pionier Adam Back, will von Lugano aus Banken beim Einstieg in Bitcoin (BTC) beraten. Im Kanton Zug wächst zugleich die Forschung: Die Universität Luzern hat zwei weitere Professoren für das Zuger Blockchain-Institut berufen.

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Krypto-News aus der Schweiz: Blockstream in Lugano, Professuren für Zug

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Blockstream hat in Lugano ein Büro eröffnet und eine Beratungssparte für Banken gestartet; Chef Adam Back sieht die Schweizer Vermögensverwaltung als besonders offen für Bitcoin.
  • Die Universität Luzern hat zwei Professuren für Politikwissenschaften und Blockchain besetzt, finanziert über das Zuger Blockchain-Institut ZIBR mit 25 Millionen Franken.
  • Beide Schritte stärken den Krypto-Standort Schweiz, in dem die Finma am Dienstag auch den ersten Bitcoin-ETF des Landes zugelassen hat.

Blockstream berät Banken aus Lugano

Blockstream hat eine eigene Beratungssparte gegründet und in Lugano ein Büro eröffnet, das künftig das Europageschäft bündeln soll. Die Einheit Blockstream Consulting Services soll Banken, Vermögensverwaltern und anderen Finanzhäusern helfen, Infrastruktur auf Basis von Bitcoin zu prüfen, zu planen und einzuführen, berichtet das Schweizer Finanzportal Finews. Beispiele sind tokenisierte Vermögenswerte und die vertrauliche Abwicklung von Geschäften. Die Ankündigung fiel mit dem Bitcoin-Kongress Plan ₿ Forum in Lugano zusammen.

„Die nächste Phase der Bitcoin-Einführung ist die Integration in bestehende Finanzsysteme“, sagte Back, Mitgründer und Chef des 2014 gegründeten Unternehmens. Die Erfahrung von Blockstream in Kryptografie und Protokollentwicklung helfe dabei. Ihren Europasitz hatte die Firma in Lugano bereits im Juli 2025 mit der Übernahme des Startups Elysium Lab eingerichtet. Die Stadt bleibe die technische Basis, die meisten möglichen Bankkunden säßen aber in der Deutsch- und Westschweiz, sagte Back.

Warum die Schweiz

Den Fokus begründet Back mit der Struktur der Bankenbranche. Die Vermögensverwaltung sei deutlich offener für Bitcoin als das klassische Privatkundengeschäft und mache in der Schweiz einen größeren Teil des Geschäfts aus als in großen Ländern wie den USA. Auch die Aufsicht bewegt sich: Die Finma hat am Dienstag den ersten Bitcoin-ETF des Landes genehmigt.

Persönlich kennt Back das Land seit seiner Kindheit, seine Mutter stammt aus Zürich. Bekannt ist der britische Kryptograf als Erfinder von Hashcash, auf das sich Satoshi Nakamoto im Bitcoin-Whitepaper beruft. Die New York Times hatte im April Back selbst als Satoshi ins Spiel gebracht. Er sei es nicht, sagte Back nun gegenüber Finews.

Bislang stützt sich Blockstream unter anderem auf die Hardware-Wallet Jade und das Liquid Network, eine Zweitschicht für tokenisierte Werte und Stablecoins mit rund 80 Mitgliedsfirmen. Im September hatte dort ein Sicherheitsvorfall dazu geführt, dass der Rücktausch von L-BTC in Bitcoin vorerst gesperrt blieb.

Uni Luzern beruft Blockchain-Forscher für Zug

Die Universität Luzern hat Juliana Chueri und Petter Törnberg auf Professuren für Politikwissenschaften und Blockchain berufen, wie sie am Montag mitteilte. Beide arbeiten derzeit in Amsterdam und beginnen am 1. Januar 2027. Chueri erforscht, wie sich der Sozialstaat an Plattformarbeit und künstliche Intelligenz (KI) anpasst, und leitet dazu ein Projekt des Europäischen Forschungsrats. Törnberg untersucht mit computergestützten Methoden, wie soziale Medien und Onlineplattformen politische Debatten prägen, Falschinformationen verbreiten und Gesellschaften polarisieren.

Die Stellen gehören zum Zug Institute for Blockchain Research (ZIBR), das seit Januar 2026 in Betrieb ist. Der Kanton Zug finanziert es in den ersten fünf Jahren mit 25 Millionen Franken (rund 27 Millionen Euro), auch die Lehrstühle werden daraus bezahlt. Die Professoren sollen zudem in Luzern lehren. Langfristig will das Institut laut Universität international zur Spitze der Blockchain-Forschung gehören.

Es ist bereits die zweite Runde von Berufungen. Zuvor waren Lehrstühle für Philosophie, Soziologie und Blockchain, Energierecht, öffentliches Recht sowie Privatrecht und Blockchain besetzt worden, den soziologischen hat Adam Hayes inne. Offen sind noch Professuren für politische Ökonomie, Gesundheitswissenschaften sowie Psychologie und Blockchain, sie sollen 2027 folgen.

Krypto-Standort Zug

Zug gilt als Zentrum des Schweizer Crypto Valley, dort sitzen rund 41 Prozent der Schweizer Blockchain-Unternehmen. Darunter sind auch Stiftungen großer Kryptoprojekte. Die Cardano Foundation etwa mischte sich von Zug aus zuletzt in die Debatte über die EU-Kryptoverordnung ein und lehnt neue Regeln für Staking und Defi ab.