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Warsh steht am 17. Juni vor seiner ersten Bewährungsprobe, während Händler nach versteckten Signalen im „Dot Plot“ der Fed suchen

Händler auf verschiedenen Prognosemärkten preisen eine nahezu sichere Erwartung ein, dass die US-Notenbank (Federal Reserve) die Zinssätze bei ihrer Sitzung am 16. und 17. Juni unverändert lassen wird, obwohl ein neuer Fed-Vorsitzender eines der weltweit am stärksten beachteten politischen Ämter antritt.

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Warsh steht am 17. Juni vor seiner ersten Bewährungsprobe, während Händler nach versteckten Signalen im „Dot Plot“ der Fed suchen

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Fedwatch-Tool der CME zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 98,2 %, dass die Fed die Zinsen am 17. Juni 2026 bei 3,50 %–3,75 % belässt.
  • Kevin Warsh, der mit 54 zu 45 Stimmen bestätigt und am 22. Mai vereidigt wurde, leitet diesen Monat seine erste FOMC-Sitzung.
  • Goldman Sachs hat die erwarteten Zinssenkungen auf 2027 verschoben, was auf eine längere Phase der unveränderten Zinsen hindeutet.

Warsh übernimmt den Vorsitz

Kevin Warsh leitet den Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) bei der Sitzung in diesem Monat zum ersten Mal offiziell. Der Senat bestätigte Warsh am 13. Mai 2026 mit einer knappen Mehrheit von 54 zu 45 Stimmen – eine der umstrittensten Bestätigungen eines Fed-Vorsitzenden seit Jahrzehnten. Er wurde am 22. Mai vereidigt und trat damit die Nachfolge von Jerome Powell an, dessen Amtszeit Mitte Mai endete.

Die Sitzung am 17. Juni ist von besonderer Bedeutung, da sie die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, auch bekannt als „Dot Plot“, sowie eine Pressekonferenz mit Warshs Fahrplan umfasst. Die Märkte beobachten aufmerksam, wie Warsh den Kurs für die Zinsen für den Rest des Jahres 2026 und bis ins Jahr 2027 gestaltet.

Die Märkte sind festgefahren

Das CME Fedwatch-Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 98,2 %, dass die Fed den Zielkorridor am 17. Juni bei 3,50 %–3,75 % belässt. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 93,4 %, was bedeutet, dass das Vertrauen in eine Beibehaltung gewachsen ist, da die Wirtschaftsdaten stärker als erwartet ausfielen. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um 25 Basispunkte liegt derzeit bei nur 1,8 %, während die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung bei null liegt.

CME Fedwatch Tool.
CME Fedwatch-Tool am 8. Juni 2026.

Polymarket-Händler sind sich noch sicherer. Das Ergebnis „keine Änderung“ weist eine implizite Wahrscheinlichkeit von 99,3 % auf, wobei ein Handelsvolumen von insgesamt 72,1 Millionen US-Dollar in dieses Ereignis fließt. Die Spanne für eine Senkung um mehr als 50 Basispunkte verzeichnete mit 17,2 Millionen US-Dollar das höchste Einzelvolumen, was darauf hindeutet, dass einige Händler trotz des einseitigen Konsenses auf unwahrscheinlichere Szenarien setzen. Auf Kalshi spiegelt der Markt eine Wahrscheinlichkeit von 98 % für eine Beibehaltung wider, wobei sowohl Senkungs- als auch Anhebungsszenarien mit jeweils 1 % bei einem Gesamtvolumen von 18,4 Millionen US-Dollar eingepreist sind.

Warum die Beibehaltung

Mehrere Datenpunkte erklären den Konsens:

  • Der Arbeitsmarktbericht für Mai zeigte einen Zuwachs von 172.000 Arbeitsplätzen, was stärker als erwartet war.
  • Die Kern-PCE-Inflation bleibt hartnäckig, wobei einige Prognosen immer noch über 3 % liegen.
  • Zollunsicherheit, Energiepreise und geopolitische Faktoren trüben weiterhin die Aussichten.
  • Goldman Sachs hat seinen erwarteten Zeitplan für Zinssenkungen auf 2027 verschoben, wie Bloomberg diese Woche berichtete.

Die Fed hat die Zinsen bis zur Sitzung am 28. und 29. April auf 3,50 %–3,75 % gehalten und wird dies voraussichtlich bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 beibehalten.

Die Druckkampagne von Trump

Der Sitzung am 17. Juni gehen mehr als ein Jahr anhaltender Bemühungen des Weißen Hauses voraus, die Federal Reserve zu einem schnelleren Tempo bei den Zinssenkungen zu drängen. Im Laufe des Jahres 2025 griff Trump den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Powell wiederholt mit persönlicher Kritik an, bezeichnete ihn als „echten Steifling“ und „zu spät“ und spielte regelmäßig die Möglichkeit seiner Entlassung durch, bevor er sich schließlich dagegen entschied. Trump propagierte zudem die von ihm so bezeichnete „TRUMP-REGEL“ und plädierte selbst in Zeiten starker Wirtschaftsleistung für niedrigere Zinssätze.

Der Dot Plot ist das eigentliche Ereignis

Auch wenn die bevorstehende Zinsentscheidung lediglich eine Formalität ist, könnten die aktualisierten Wirtschaftsprognosen für Kryptowährungen und Risikoanlagen erhebliches Gewicht haben. Ein Dot Plot, der die erwarteten Senkungen weiter ins Jahr 2027 verschiebt, könnte Druck auf Bitcoin und die Risikomärkte ausüben. Ein Dot Plot, der einen früheren Kurs der Lockerung signalisiert, könnte eine Rallye auslösen.