Eine kleine Gruppe von Händlern hat aus den Fünf-Minuten-Bitcoin-Kontrakten von Polymarket 8,2 Millionen US-Dollar abgeschöpft, indem sie den Kassakurs auf Binance kurz vor der Abrechnung manipulierten, wie Forscher der Stanford University und der Singapore Management University herausfanden.
Studie der Stanford-Universität: Die Bitcoin-Wetten von Polymarket wurden in den letzten 10 Sekunden manipuliert

Wichtigste Erkenntnisse
- Forscher von Stanford und der SMU stellten fest, dass 821 Händler 8,2 Millionen US-Dollar aus den 5-Minuten-Bitcoin-Wetten von Polymarket erwirtschafteten.
- Der Netto-Auftragsfluss auf Binance stieg in den letzten 10 Sekunden vor der Abrechnung um etwa 50 %, wie die Studie ergab.
- Dem Papier zufolge weisen 15-Minuten-Kontrakte weitaus weniger Missbrauch auf, was darauf hindeutet, dass längere Abwicklungsfenster die Lösung sein könnten.
Auffällige neue Erkenntnisse
Das schnellste Bitcoin-Wettprodukt von Polymarket weist laut einer neuen Studie von David Dai und Ruizhe Jia vom Fachbereich Management Science and Engineering der Stanford University sowie Shihao Yu von der Lee Kong Chian School of Business der Singapore Management University systematische Anzeichen für eine Manipulation des Abrechnungsprozesses auf.

Das Arbeitspapier mit dem Titel „Settlement Manipulation in Prediction Markets“ untersuchte rund 16.000 Fünf-Minuten-Bitcoin-Up-or-Down-Kontrakte vom Start am 12. Februar 2026 bis April. Die Kontrakte werden anhand eines Chainlink-Orakels abgerechnet, das die Spotpreise der wichtigsten Börsen aggregiert. Das bedeutet, wer den Spotpreis in den letzten Augenblicken beeinflussen kann, entscheidet darüber, welche Seite der Wette ausgezahlt wird. Zur Beschreibung der Gewinne schrieben die Autoren, dass Manipulatoren „in den manipulierten Zyklen 8,2 Millionen Dollar einnehmen, während sie in den übrigen Zyklen keine Gewinne erzielen“.
Die Vorgehensweise ist einfach: Ein Händler kauft die „Up“-Seite eines Fünf-Minuten-Kontrakts und gibt dann Sekunden vor Ablauf des Wettfensters aggressive Kaufaufträge auf dem Binance-Spotmarkt (der nach Handelsvolumen weltweit größten Kryptobörse) ab. Da der Binance-Mittelkurs nach Angaben der Forscher „etwa zweieinhalb Basispunkte vom Orakel-Abrechnungspreis“ entfernt liegt, kann bereits eine geringe Kursverschiebung das Abrechnungsergebnis umkehren.
Ein wiederkehrendes Muster in den letzten 10 Sekunden
Die Spuren zeigen sich in den Orderbüchern, denn nach der Einführung der Fünf-Minuten-Kontrakte stieg der Netto-Orderfluss auf Binance in den letzten zehn Sekunden vor jedem Handelsschluss um rund 50 % über das Niveau vor der Einführung. Die Spitzen waren konzentriert und richtungsgebunden und traten genau zum Ablauf der Wettfenster auf.
Dieses Verhalten war selten, aber lukrativ, und nur 821 von rund 243.000 Händlern (oder etwa einer von 300) wiesen eindeutige Manipulationsmuster auf. Die Kosten wurden unterdessen nicht gleichmäßig verteilt: 93 % der Verluste trugen Privatanleger, die bei den manipulierten Abrechnungen faktisch als Liquiditätsanbieter auf der Verliererseite fungierten.
Eine längere Abwicklungsfrist als Lösung
Die Forscher stellten fest, dass die Manipulationsmerkmale bei den 15-minütigen Bitcoin-Kontrakten von Polymarket „deutlich abgeschwächt“ sind, was darauf hindeutet, dass ein längerer Abrechnungszeitraum den Handel zu teuer macht, um ihn zuverlässig zu manipulieren. Ihre wichtigste politische Empfehlung lautet schlichtweg, die Laufzeit der Kontrakte zu verlängern.
Die Ergebnisse kommen zu einem heiklen Zeitpunkt für die Prognosemarktbranche, zumal kryptospezifische Preiswetten zu einem ihrer am schnellsten wachsenden Segmente geworden sind: In den letzten Monaten haben Händler über Polymarket, Kalshi und Myriad mehr als 100 Millionen US-Dollar auf Bitcoin-Kursentwicklungen gesetzt.
Polymarket, die nach Handelsvolumen größte Plattform, bereitet unterdessen einen für das vierte Quartal 2026 geplanten Token-Airdrop vor – eine Einführung, die die Integrität ihres Abwicklungsmodells noch stärker in den Fokus rücken würde.
Weder Polymarket noch Chainlink haben öffentlich auf die Ergebnisse des Papiers reagiert, und die Autoren haben davon abgesehen, der Plattform selbst Regelverstöße vorzuwerfen. Ob die Plattform dieses Abwicklungsmodell anpassen wird, ist nun eine offene Frage.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.












