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EZB-Umfrage: Inflationserwartung steigt auf 3,1 Prozent vor Zinsentscheid

Die Menschen im Euroraum blicken pessimistischer in die Zukunft. Sie erwarten etwas mehr Inflation, eine schrumpfende Wirtschaft und mehr Arbeitslose. Die neuen Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen wenige Tage vor ihrer nächsten Zinsentscheidung, auf die auch Anleger am Kryptomarkt schauen.

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EZB-Umfrage: Inflationserwartung steigt auf 3,1 Prozent vor Zinsentscheid

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Verbraucher im Euroraum rechnen für die kommenden zwölf Monate mit 3,1 Prozent Inflation, zeigt die am Freitag veröffentlichte Umfrage der EZB für September.
  • Für die Wirtschaft erwarten sie ein Minus von 1,5 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 11,3 Prozent; befragt werden rund 19.000 Menschen, auch in Deutschland und Österreich.
  • Die Zahlen kommen kurz vor wichtigen Zinsentscheidungen: Die US-Notenbank Fed tagt am 27. und 28. Oktober, die EZB am 28. und 29. Oktober.

Inflationserwartung steigt leicht

Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Befragten im Mittel mit einer Inflation von 3,1 Prozent nach 3,0 Prozent im August, teilte die EZB am Freitag mit. Die Teuerung der vergangenen zwölf Monate schätzen sie auf 3,6 Prozent. Auf Sicht von drei und fünf Jahren blieben die Erwartungen bei 2,9 und 2,5 Prozent und damit über dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent.

Die Unsicherheit über die Inflation nahm leicht zu. Sie liegt laut EZB weiterhin höher als vor Beginn des Konflikts im Nahen Osten. Haushalte mit geringem Einkommen nehmen eine höhere Inflation wahr und erwarten auch eine höhere als wohlhabende Haushalte, Jüngere rechnen mit weniger Teuerung als Ältere.

Wenig Zuversicht bei Wachstum und Jobs

Deutlich trüber fallen die Erwartungen für die Konjunktur aus. Im Schnitt rechnen die Befragten damit, dass die Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten um 1,5 Prozent schrumpft, im August lag der Wert noch bei minus 1,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sehen sie in einem Jahr bei 11,3 Prozent, nur wenig über der aktuell wahrgenommenen Quote von 10,6 Prozent. Ihre Einkommen dürften laut den Befragten nominal um 1,1 Prozent wachsen, die Ausgaben um 3,7 Prozent.

Für Hauspreise erwarten die Verbraucher ein Plus von 3,5 Prozent, die Hypothekenzinsen sehen sie in einem Jahr unverändert bei 4,9 Prozent. Mehr Haushalte als im August berichten zudem von einem schwierigeren Zugang zu Krediten.

Deutschland und Österreich in der Stichprobe

Die Umfrage läuft monatlich online unter rund 19.000 Erwachsenen in elf Ländern des Euroraums, darunter Deutschland und Österreich. Befragt wurden sie zwischen dem 27. August und dem 28. September. Die Ergebnisse spiegeln laut EZB nicht die Sicht ihrer Entscheidungsgremien wider.

Wichtige Woche für Zinsen und Kryptomarkt

Kommende Woche entscheiden gleich zwei große Notenbanken über ihre Zinsen. Die US-Notenbank Fed tagt am 27. und 28. Oktober, der EZB-Rat am 28. und 29. Oktober. Bitcoin (BTC) notierte am Samstag bei rund 72.000 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs in Euro gerechnet deutlich weniger verloren als in Dollar, weil der Euro zum Dollar nachgegeben hat.

Schwache Stimmung bei den Verbrauchern ist für den Kryptomarkt kein neues Thema. Schon im August hatte das Analysehaus Glassnode darauf verwiesen, dass das Verbrauchervertrauen auf einem Tief lag, während Kapital in KI-Aktien floss.