JPMorgan Asset Management hat bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen Antrag auf Auflegung eines zweiten tokenisierten Geldmarktfonds auf dem Ethereum-Netzwerk gestellt und treibt damit die Bemühungen der Wall Street voran, Key Takeaways
JPMorgan nimmt Ethereum mit einem zweiten tokenisierten Treasury-Fonds erneut ins Visier

- </span><strong>traditionelle Finanzinstrumente auf die Blockchain zu bringen.</strong></p>
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- <li><span style="font-weight: 400;"> JPMorgan hat bei der SEC einen Antrag auf die Auflegung von JLTXX gestellt, seinem zweiten tokenisierten Ethereum-Fonds, der über Kinexys Digital Assets angeboten werden soll.</span></li>
- <li><span style="font-weight: 400;"> JLTXX muss zu 100 % aus kurzfristigen US-Staatsanleihen bestehen, was den Stablecoin-Reservierungsvorschriften des GENIUS Act entspricht.</span></li>
- <li><span style="font-weight: 400;"> Blackrocks BUIDL überschritt bis Anfang 2026 ein verwaltetes Vermögen (AUM) von 2,8 Mrd. US-Dollar und gab damit das Tempo im Wettbewerb um tokenisierte Staatsanleihen vor.</span></li>
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Kinexys treibt die On-Chain-Infrastruktur voran
Dieser Schritt erfolgt rund fünf Monate, nachdem die Bank im Dezember 2025 ihren ersten tokenisierten Fonds, den Onchain Net Yield Fund (MONY), aufgelegt hat, was darauf hindeutet, dass JPMorgan die Ethereum-basierte Tokenisierung als zentrales institutionelles Produkt und nicht nur als Pilotprojekt betrachtet. Der
neue Fonds wird von Kinexys Digital Assets, der hauseigenen Blockchain-Einheit von JPMorgan, verwaltet. JLTXX führt „Token Class Shares“ ein, die es Anlegern ermöglichen, Fondsanteile on-chain zu halten und zu übertragen, während parallel dazu traditionelle Buchungsunterlagen geführt werden. Im Hintergrund investiert der Fonds ausschließlich in kurzfristige US-Staatsanleihen und vollständig besicherte Tagesgeld-Repo-Geschäfte – dieselben konservativen Vermögenswerte, auf denen auch herkömmliche Geldmarktfonds basieren.Entscheidend ist, dass JLTXX so konzipiert wurde, dass er die Vorschrift 2a-7 des Investment Company Act erfüllt, und zudem so strukturiert ist, dass er potenzielle Mindestreserveanforderungen gemäß dem GENIUS Act (dem im Juli 2025 in Kraft getretenen Stablecoin-Rahmenwerk) erfüllt, wodurch der Fonds als tragfähiger Reservewert für künftige konforme Stablecoins positioniert wird.
Der Wettlauf der institutionellen Anleger spitzt sich zu
JPMorgan ist nicht allein, denn auch Blackrocks BUIDL-Fonds, das 2024 auf Ethereum lancierte tokenisierte Treasury-Produkt, ist im Rennen. Anfang 2026 hatte er bereits ein verwaltetes Vermögen von über 2,8 Milliarden US-Dollar erreicht und war damit der größte tokenisierte Fonds nach AUM. In ähnlicher Weise ist das FOBXX-Angebot von Franklin Templeton auf Stellar und Polygon aktiv, während das OUSG-Produkt von Ondo Finance tokenisierte T-Bills für privatanlegerfähige Investoren anbietet.
Der Zeitpunkt der jüngsten Einreichung von JPMorgan passt zudem zur aktuellen Dynamik im Kongress, da der Bankenausschuss des Senats voraussichtlich in wenigen Tagen eine Anhörung zum Digital Asset Market Clarity (CLARITY) Act abhalten wird, wobei eine Abstimmung im Plenum für Juni oder Juli angestrebt wird. Da sich die institutionelle Tokenisierung und das US-Krypto-Recht langsam annähern, werden Fonds wie JLTXX zunehmend so konzipiert, dass die Einhaltung der Vorschriften ein integraler Bestandteil und kein nachträglicher Einfall ist.
Mit Blick auf die Zukunft benötigt JLTXX noch die Genehmigung der SEC, bevor Anleger Zugang dazu erhalten. Der Fonds wird sich zunächst an institutionelle Käufer richten, ähnlich wie bei der Einführung von MONY, wird aber für Privatanleger wahrscheinlich weiterhin unerreichbar bleiben.
Dennoch stellt der Antrag eines der bislang deutlichsten Signale dafür dar, dass JPMorgan tokenisierte Real-World-Assets (RWAs) als tragfähiges Geschäftsfeld betrachtet. Für eine Bank, die Bitcoin 2017 öffentlich als Betrug abgetan hat, markiert das Tempo der Blockchain-Produkteinführungen in den Jahren 2025 und 2026 eine bemerkenswerte Kurskorrektur auf institutioneller Ebene.










