Morgan Stanley gehört nach eigenen Angaben zu den ersten Banken, die reale Vermögenswerte über den kürzlich gestarteten Tokenisierungsdienst der Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) tokenisieren. Die US-Bank wandelt damit US-Aktien und US-Staatsanleihen in Token um.
Morgan Stanley tokenisiert US-Aktien über neuen DTCC-Dienst

Das Wichtigste auf einen Blick
- Morgan Stanley gehört nach eigenen Angaben zu den ersten Banken, die US-Aktien und US-Staatsanleihen über die neue Plattform DTS der DTCC tokenisieren.
- Die DTCC hat den Dienst am 28. Oktober gestartet, er soll mehr Liquidität, eine bessere Mobilität von Sicherheiten und mehr Kapitaleffizienz bringen.
- Neben Morgan Stanley haben 19 weitere Marktteilnehmer Verträge über den Zugang zu DTS unterzeichnet, darunter die Schweizer Großbank UBS.
Morgan Stanley digitalisiert klassische Wertpapiere
Morgan Stanley gab am 3. November auf X bekannt, dass sie nach dem Start des DTCC Tokenization Service (DTS) zu den ersten Banken gehöre, die reale Vermögenswerte (Real-World Assets, RWAs) tokenisieren. Für die Überführung gängiger Finanzinstrumente in die digitale Welt ist das ein wichtiger Schritt.
Nach eigenen Angaben nutzt die Bank die Plattform, um US-Aktien und US-Staatsanleihen in tokenisierte Form zu bringen. Wie viele Wertpapiere das betrifft, nennt sie nicht. Indem stark regulierte, klassische Finanzanlagen auf Blockchains abgebildet werden, entsteht eine Brücke zwischen bisherigen Abwicklungssystemen und programmierbarer Infrastruktur.
Der Schritt folgt auf den Start von DTS am 28. Oktober. Die Plattform ist für Wertpapiere gedacht, die bei der Depository Trust Company (DTC) verwahrt werden. Institute können damit laut der DTCC tokenisierte Abbilder dieser Wertpapiere erzeugen, zwischen klassischer und tokenisierter Form wechseln und die Token an Wallets ihrer Wahl übertragen. Die Token sollen dieselben Eigentumsrechte, Anlegerschutzrechte und wirtschaftlichen Ansprüche bieten wie die Originale. DTC verwahrt nach eigenen Angaben Wertpapiere im Wert von mehr als 114 Billionen Dollar (rund 101 Billionen Euro).
Zum Start ist DTS mit dem Canton Network verbunden, auf dem die DTCC bereits Staatsanleihen tokenisieren wollte, sowie mit dem privaten Besu-Netzwerk der DTCC. Weitere Blockchains sollen 2027 hinzukommen. Mit der Plattform will die DTCC strukturelle Engpässe im bisherigen Handel beseitigen und drei Ziele erreichen: mehr Liquidität, eine bessere Mobilität von Sicherheiten und mehr Kapitaleffizienz.
Vom Testlauf in den laufenden Betrieb
Der Schritt der US-Bank steht für einen breiteren Trend im Bankwesen: Weg von Machbarkeitsstudien, hin zu Abläufen im laufenden Betrieb. Amy Oldenburg, Leiterin der Digital-Asset-Strategie bei Morgan Stanley, sieht darin eine Grundlage für den weiteren Ausbau des Geschäfts mit digitalen Vermögenswerten. Die Bank hatte im April bereits einen eigenen Bitcoin-ETF aufgelegt.
„Die praktische Erfahrung bei der Integration tokenisierter Wertpapiere in die bestehende Marktinfrastruktur wird in die weitere Entwicklung der Fähigkeiten des Unternehmens bei digitalen Vermögenswerten einfließen, während sich der Markt weiterentwickelt“, erklärte Oldenburg.
Die Bank ist nicht allein. Laut DTCC haben 20 Teilnehmer von DTC Verträge über den Zugang zu DTS unterzeichnet, darunter Bank of America, Citi, J.P. Morgan, BNP Paribas und die Schweizer Großbank UBS. Ob sie bereits Wertpapiere tokenisiert haben, geht daraus nicht hervor. Grundlage des Dienstes ist eine Zusage der US-Börsenaufsicht SEC vom Dezember 2025, keine Maßnahmen zu ergreifen. Sie erlaubt DTC, den Dienst drei Jahre lang auf vorab genehmigten Blockchains zu betreiben.
Auch in Europa wächst der Markt für tokenisierte Wertpapiere. Ende Oktober begab der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) eine digitale Anleihe über 1 Milliarde Euro, erzeugt auf der Plattform D7 von Clearstream und bezahlt über die Pontes-Plattform des Eurosystems mit Zentralbankgeld. Die Bundesbank war Emissions- und Zahlstelle. In Deutschland hat die Bafin zuletzt der Börse Stuttgart eine Lizenz für Handel und Abwicklung auf der Blockchain erteilt. Ob sich die Blockchain-Technologie dauerhaft in die Strukturen der klassischen Finanzwelt einfügt, muss sich nun im laufenden Betrieb zeigen.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONTerence ZimwaraAuthor/Writer
Terence Zimwara ist ein preisgekrönter Journalist und Autor, der sich auf die Schnittstelle zwischen afrikanischer Makroökonomie und digitaler Finanzwirtschaft spezialisiert hat.
















