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Proteste in Paris und Rom: Beide Länder drehen an der Krypto-Steuer

Frankreich und Italien erleben gerade eine Protestwelle. In Frankreich zogen am 17. Oktober laut Innenministerium 550.000 Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten durch die Straßen, in Italien gingen einen Tag zuvor Schüler und Studenten in mehr als 40 Städten gegen die Regierung von Giorgia Meloni auf die Straße. Und während draußen demonstriert wird, streiten beide Länder über ihre Staatsfinanzen – auch Kryptowerte stehen dabei auf der Liste.

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Proteste in Paris und Rom: Beide Länder drehen an der Krypto-Steuer

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Frankreich protestierten am 17. Oktober laut Innenministerium 550.000 Menschen gegen die hohen Lebenshaltungskosten, in Italien gingen Schüler in über 40 Städten auf die Straße.
  • Beide Regierungen ringen um ihre Haushalte – und das trifft auch Krypto-Anleger: Frankreich will ab 2027 den Tausch von Kryptowerten in Stablecoins besteuern.
  • Italien erhebt seit Januar 33 Prozent auf Krypto-Gewinne statt zuvor 26 Prozent; nur für Euro-Stablecoins nach MiCA bleibt es bei 26 Prozent.

550.000 Menschen auf Frankreichs Straßen

Ausgelöst hatten die Proteste in Frankreich die steigenden Spritpreise, mittlerweile richtet sich der Ärger ganz allgemein gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Am Aktionstag marschierten Schüler, ehemalige Gelbwesten, Klimaaktivisten und Gewerkschaften gemeinsam. Innenminister Laurent Nuñez sprach nach Angaben des Senders Ici von 550.000 Teilnehmern, davon 110.000 in Paris – die Organisatoren zählten 800.000. Rund 400 Menschen wurden festgenommen. In Limoges ging das Rathaus in Flammen auf, in Paris und Marseille wurden Geschäfte geplündert.

Paris will den Tausch in Stablecoins besteuern

Zeitgleich berät die Nationalversammlung über den Haushalt für 2027 – und darin steckt ein Vorhaben, das Krypto-Anleger direkt betrifft. Der Finanzausschuss hat Anfang Oktober einem Änderungsantrag des Abgeordneten Nicolas Sansu zugestimmt, nach dem der Tausch von Kryptowerten in Stablecoins steuerpflichtig werden soll. Bislang bleibt ein Tausch zwischen Kryptowerten in Frankreich steuerfrei; erst wenn gegen Euro verkauft wird, greift die Steuer.

Gemeint sind laut dem Antrag E-Geld-Token im Sinne der EU-Verordnung MiCA – also Stablecoins, die an eine einzige Währung gekoppelt sind. In trockenen Tüchern ist das aber noch lange nicht. Den Einnahmenteil des Haushalts hatte der Ausschuss insgesamt abgelehnt, jetzt sind erst das Plenum und danach der Senat am Zug.

Italien kassiert bereits 33 Prozent

In Italien richtete sich der Protest am 16. Oktober vor allem gegen die Schulpolitik und geplante Kürzungen. In Turin setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein, in Rom zündeten Demonstranten Böller vor dem Bildungsministerium. Meloni verteidigte das Recht auf Protest, verurteilte aber die Gewalt. Eine Gewerkschaft hat für den 30. Oktober bereits einen Generalstreik angekündigt.

Bei den Krypto-Steuern hat Rom längst Fakten geschaffen. Seit dem 1. Januar 2026 werden Gewinne aus Kryptowerten mit 33 statt 26 Prozent besteuert, die Freigrenze von 2.000 Euro ist schon seit 2025 Geschichte. Eine Ausnahme gibt es nur für Euro-Stablecoins, die den MiCA-Regeln entsprechen – hier bleibt es laut dem Finanzportal Money.it bei 26 Prozent.

Europa geht bei der Kryptosteuer auseinander

Innerhalb der EU driften die Regeln damit immer weiter auseinander. Lettland besteuert Kryptowerte künftig erst bei der Auszahlung und bietet für Altbestände eine Pauschale von 10 Prozent an. Griechenland plant einen Steuersatz von 10 Prozent. Deutschland schlägt die entgegengesetzte Richtung ein: Das Finanzministerium will die steuerfreie Haltefrist für Coins streichen, die ab 2027 gekauft werden – der Kabinettsbeschluss lässt allerdings auf sich warten.