Kunden der Kryptobörse OKX in Europa können Euro und den Stablecoin EURC seit Mittwoch wie eine einzige Währung handeln. Die Börse hat beide in einem gemeinsamen Orderbuch zusammengelegt, ein Euro lässt sich dort im Verhältnis 1:1 in einen EURC tauschen. Das Angebot läuft über die Tochter OKX Europe, die ihre Dienste auch in Deutschland, Österreich und Liechtenstein anbietet.
OKX vereint Euro und EURC: Umtausch 1:1, Handel ohne Umweg über Dollar

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Kryptobörse OKX hat am Mittwoch Euro und den Euro-Stablecoin EURC von Circle in einem gemeinsamen Orderbuch zusammengeführt, Kunden in Europa tauschen dort 1:1.
- Händler greifen laut OKX auf einen gemeinsamen Liquiditätspool zu, rechnen wahlweise in Euro oder EURC ab und müssen nicht mehr über Dollar-Paare handeln.
- Circle-Manager Patrick Hansen sieht einen weiteren Schritt zu Kryptomärkten in Euro; derzeit sind rund 437 Millionen EURC im Umlauf, den Markt dominieren aber Dollar-Token.
Ein Markt statt zwei
Üblicherweise führen Börsen Handelspaare in Euro und in Stablecoins in getrennten Orderbüchern. Das zersplittere die Liquidität und verschlechtere die Ausführung von Aufträgen, schreibt Erald Ghoos, Chef von OKX Europe, in einem Beitrag zum Start. Im neuen Orderbuch landen alle Kauf- und Verkaufsaufträge in einem Pool, was die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs verringern und Kursabweichungen bei größeren Orders begrenzen soll. Abrechnen lässt sich jedes Geschäft wahlweise in Euro oder in EURC.
Wer in Euro handelt, muss zudem keinen Umweg über Märkte in Dollar mehr gehen. Damit entfalle das Wechselkursrisiko, das bei solchen Umwegen entstehe, so Ghoos. Die meisten Europäer verwalteten ihr Geld in Euro und wollten auch in ihrer Heimatwährung handeln.
Bei Dollar-Märkten nutzt OKX das Prinzip schon länger. Dort hatte die Börse verschiedene Märkte in einem Orderbuch gebündelt, im April kam auf diesem Weg auch der Stablecoin RLUSD von Ripple hinzu. Eine Lizenz nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) hat OKX Europe seit Januar 2025, erteilt von der maltesischen Finanzaufsicht MFSA.
Circle: EURC wächst Woche für Woche
Patrick Hansen, bei Circle für Strategie und Regulierung in der EU zuständig, sieht in dem Schritt einen weiteren Baustein für Kryptomärkte in Euro. Nutzung und Verbreitung von EURC wüchsen Woche für Woche, schrieb er am Mittwoch auf X. Circle gibt den Token in der EU als E-Geld-Token nach MiCA aus, als solcher muss er jederzeit 1:1 in Euro einlösbar sein. Im Umlauf sind derzeit rund 437 Millionen EURC, wie Daten von Coingecko zeigen.
Europa sucht Alternativen zu Dollar-Token
Gemessen am Gesamtmarkt bleiben Euro-Stablecoins eine Nische, fast alle Stablecoins lauten auf Dollar. Der Druck auf Dollar-Token ohne Zulassung wächst allerdings. Die EU-Wertpapieraufsicht Esma erwartet, dass Kryptoanbieter in der EU Stablecoins ohne MiCA-Zulassung wie Tether (USDT) bis zum 8. Januar 2027 auch aus Verwahrung und Transfers nehmen.
Um den Euro-Markt bemühen sich inzwischen mehrere Lager. Elf Firmen, darunter der Broker Etoro sowie Swissborg aus der Schweiz und Assetera aus Wien, haben Anfang Oktober ein Bündnis für den Euro-Stablecoin EURØP gegründet. Hinzu kommen die Banken: 37 Institute, darunter Dekabank, DZ Bank und Helaba aus Deutschland sowie Raiffeisen Bank International und Erste Group aus Österreich, stehen hinter dem Gemeinschaftsunternehmen Qivalis. Es hat inzwischen eine Lizenz für einen eigenen Euro-Stablecoin und will den Token in den kommenden Monaten ausgeben.















