Die japanische Bitbank, eine der größten Kryptowährungsbörsen des Landes, gab am 15. Juni 2026 bekannt, dass Nutzern, die Transaktionen über Prognosemarktplattformen wie Polymarket durchführen, eine sofortige Kontosperrung droht.
Bitbank gibt Warnung zu Polymarket heraus: Japanischen Händlern droht Kontosperrung wegen Wetteinsätzen

Wichtige Erkenntnisse
- Bitbank sperrte am 15. Juni 2026 Konten, die mit Polymarket verbunden waren, und unterband damit alle Funktionen für Anmeldung, Handel und Auszahlungen.
- Artikel 185 des japanischen Strafgesetzbuchs stuft den Handel mit Krypto-Event-Kontrakten als Glücksspiel ein, das mit Geldstrafen von bis zu 500.000 Yen geahndet wird.
- Polymarket strebt eine Marktzulassung in Japan bis 2030 an, sperrt jedoch derzeit gemäß seinen Nutzungsbedingungen japanische IP-Adressen.
Bitbank zieht eine Grenze
Die Börse veröffentlichte eine offizielle Mitteilung, in der sie sich auf Japans langjährige Glücksspielverbote berief. Bitbank kündigte an, alle Konten zu sperren, bei denen Ein- oder Auszahlungen im Zusammenhang mit Prognosemarkt-Diensten oder Diensten, die im Verdacht stehen, damit in Verbindung zu stehen, festgestellt werden. Die Sperrung betrifft ausnahmslos alle Kontofunktionen.
Betroffene Nutzer würden Folgendes verlieren:
- Zugriff auf das Konto
- Ein- und Auszahlungen von Krypto-Assets
- Auszahlungen in japanischen Yen
- Jeglichen Kauf und Verkauf von Krypto-Assets
Bitbank erklärte außerdem, dass sie keine Haftung für Schäden übernehme, die aus Maßnahmen zur Kontosperrung resultieren.
Warum Japan Polymarket als Glücksspiel betrachtet
Polymarket fungiert als dezentrale Plattform für Ereignis-Kontrakte, auf der Nutzer Kryptowährungen, typischerweise USDC, auf Ergebnisse wie Wahlausgänge, Wirtschaftsindikatoren oder Sportereignisse setzen.
Gemäß Artikel 185 des japanischen Strafgesetzbuchs wird Glücksspiel definiert als das Setzen von Wertgegenständen auf ein ungewisses Ergebnis in der realen Welt. Die enge Ausnahme gilt nur für unbedeutende, nicht monetäre gesellschaftliche Wetten. Kryptowährungsbasierte Event-Kontrakte fallen nicht darunter.
Die Nationale Polizeibehörde hat ausdrücklich erklärt, dass der Zugriff auf und die Teilnahme an Online-Glücksspielen, die im Ausland legal betrieben werden, für japanische Einwohner weiterhin eine Straftat darstellen. Diese Richtlinie gilt unabhängig davon, wie eine Plattform ihr Produkt bezeichnet. Prognosemärkte sind nach dem japanischen Finanzinstrumente- und Börsengesetz nicht zugelassen, und die Finanzaufsichtsbehörde hat keine spezifischen Leitlinien herausgegeben, die einen rechtlichen Weg für sie schaffen.
Polymarket sperrt Japan bereits
Polymarket hat sein Web-Frontend für japanische IP-Adressen geoblockt und zählt Japan damit zu den rund 34 eingeschränkten Rechtsgebieten. Die Plattform verbietet ausdrücklich die Umgehung dieser Sperre mittels VPN als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen.
Anstatt unter rechtlicher Unsicherheit zu operieren, hat Polymarket einen Vertreter für Japan ernannt und setzt sich für eine behördliche Zulassung ein. Das Unternehmen strebt eine behördliche Genehmigung um das Jahr 2030 an.
Was eine Sperrung in der Praxis bedeutet
Die Mitteilung von Bitbank sieht eine vollständige Kontosperrung vor, keine teilweise Einschränkung. Ein gesperrter Nutzer kann sich nicht anmelden, keine Gelder bewegen, keine Vermögenswerte umtauschen und keine Yen abheben. Die Börse bot eine begrenzte Abhilfe bei irrtümlichen Sperrungen an: Nutzer, die keine Prognosemarkt-Dienste nutzen, können ein Anfrageformular zur Überprüfung einreichen.
Diese Ausnahmeregelung ist wichtig, da die automatisierte Erkennung auf Basis der Wallet-Adressen der Gegenparteien manchmal auch Transaktionen markiert, die nichts mit dem Vorfall zu tun haben.
Das Risiko strafrechtlicher Verfolgung bleibt bestehen
Japanische Einwohner, die aktiv daran teilnehmen, müssen mit mehr als nur Unannehmlichkeiten bei ihrem Konto rechnen. Die strafrechtlichen Sanktionen gemäß Artikel 185 umfassen Geldstrafen von bis zu 500.000 Yen. Wiederholte Verstöße ziehen schwerere Strafen nach sich. Die Strafverfolgung hat sich seit den Änderungen des japanischen Grundgesetzes über Maßnahmen gegen Spielsucht im Jahr 2025 verschärft, die speziell auf illegales Online-Glücksspiel abzielten und zu einer Rekordzahl an Strafverfolgungsmaßnahmen führten.
Bis Mitte 2026 wurde über keine groß angelegten Durchsetzungsmaßnahmen berichtet, die speziell auf Polymarket-Nutzer abzielten, doch der rechtliche Rahmen setzt aktive Nutzer einem anhaltenden Risiko aus.
Das Gesamtbild
Japans Glücksspielbeschränkungen gehen auf Gesetze aus der Meiji-Ära zurück und unterliegen nach wie vor einer strengen Kontrolle. Die Regierung genehmigt öffentliche Pferderennen, Radrennen und Motorbootwetten sowie staatlich betriebene Lotterien. Online-Glücksspiele außerhalb dieser Kanäle sind nach wie vor weitgehend verboten.
Es gibt zwar inländische Umgehungsmöglichkeiten, darunter punktebasierte Prognosemodelle, die die Teilnahme von direkten Barauszahlungen entkoppeln, doch vollständig dezentralisierte, kryptowährungsbasierte Prognosemärkte haben einen steilen Weg zur Legalisierung vor sich.
Die Mitteilung von Bitbank macht deutlich, dass japanische Nutzer jegliche Verbindung zu Polymarket oder ähnlichen Plattformen ab sofort als Risiko auf Kontoebene betrachten sollten.












