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Bericht: Ungarn hebt strafrechtliche Sanktionen für Kryptowährungen auf, nachdem Orbáns 16-jährige Regierungszeit zu Ende geht

Ungarns neue Regierung gab diese Woche bekannt, dass sie den Handel mit Kryptowährungen vollständig entkriminalisieren und den unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán eingeführten repressiven Rechtsrahmen aufheben wird, wodurch laut Bloomberg Freiheitsstrafen von bis zu acht Jahren für normale Nutzer und Anbieter entfallen.

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Bericht: Ungarn hebt strafrechtliche Sanktionen für Kryptowährungen auf, nachdem Orbáns 16-jährige Regierungszeit zu Ende geht

Wichtige Erkenntnisse

  • Bloomberg berichtet, dass die ungarische Tisza-Regierung die achtjährigen Haftstrafen für den Handel mit Kryptowährungen abschafft und damit Orbáns Vorschriften aus dem Jahr 2025 rückgängig macht.
  • Revolut, das durch das ungarische Validierungsgesetz zum Rückzug gezwungen wurde, hat nun die Möglichkeit, seine Kryptodienste im Jahr 2026 wieder aufzunehmen.
  • In den kommenden Wochen wird eine neue, an MiCA angepasste Gesetzgebung erwartet, da Ungarn derzeit einen Ersatzrahmen entwirft.

Eine scharfe Kehrtwende nach einer Wahl

Der Bloomberg-Bericht folgt auf die Parlamentswahlen vom 12. April 2026, Parlamentswahlen vom 12. April 2026, bei denen Péter Magyars Tisza-Partei (Partei für Respekt und Freiheit) rund 53 % der Stimmen und 141 von 199 Parlamentssitzen errang – eine Supermehrheit, die Orbáns 16-jährige Machtherrschaft beendete. Magyar wurde Mitte Mai als Ministerpräsident vereidigt.

Der Kurswechsel in der Kryptopolitik ist Teil der umfassenderen Neuausrichtung der neuen Regierung auf eine Annäherung an die EU, institutionelle Reformen und die Wiederherstellung des Zugangs zu eingefrorenen EU-Mitteln.

Was die Orbán-Regeln tatsächlich bewirkten

Ungarns restriktives Regime basierte auf dem Krypto-Gesetz von 2024 (Gesetz VII von 2024) und wurde durch die Verordnung 10/2025 verschärft, die am 27. Oktober 2025 von der Aufsichtsbehörde für regulierte Tätigkeiten (SARA) erlassen wurde. Das vollständige Validierungsrahmenwerk trat am 27. Dezember 2025 in Kraft. Die Vorschriften verlangten für praktisch jede Krypto-zu-Fiat- und Krypto-zu-Krypto-Transaktion ein obligatorisches „Validierungszertifikat“ von einem von der SARA lizenzierten Validator. Validatoren führten über die üblichen KYC-Prüfungen hinausgehende verstärkte Sorgfaltspflichten durch, einschließlich der Überprüfung der Herkunft der Vermögenswerte, der Wallet-Inhaberschaft und der verbundenen Personen. Transaktionen ohne gültiges Zertifikat waren rechtlich unwirksam.

Strafrechtliche Sanktionen, die große Plattformen vertrieben

Die Strafen richteten sich nach dem Transaktionsvolumen:

  • Dienstleister und Börsen drohten bis zu 8 Jahre Haft, wenn sie ohne ordnungsgemäße Lizenz der Ungarischen Nationalbank (MNB) tätig waren.
  • Einzelne Nutzer mussten je nach Transaktionswert mit 2 bis 5 Jahren rechnen, wobei die Schwellenwerte in etwa bei 50 bis 500 Millionen HUF (ca. 162.000 bis 1,62 Millionen US-Dollar) lagen.

Die praktischen Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Revolut stellte seine Kryptodienste in Ungarn ein, anstatt das Risiko der Nichteinhaltung von Vorschriften und der strafrechtlichen Haftung auf sich zu nehmen. Das inländische Handelsvolumen brach ein, und unter den Marktteilnehmern breitete sich Rechtsunsicherheit aus.

Es folgten EU-Vertragsverletzungsverfahren, da das ungarische nationale Validierungssystem im Widerspruch zum harmonisierten MiCA-Rahmenwerk für Krypto-Asset-Dienstleister stand.

Was die neue Regierung aufhebt

Auf einer Pressekonferenz am 11. Juni bestätigte Regierungssprecherin Anita Köböl, dass die Regierung die Maßnahmen zurücknehmen werde, und bezeichnete die vorherige Gesetzgebung als „unnötiges Gesetz“, das „den praktischen Betrieb unmöglich machte und die Marktteilnehmer verunsicherte“.

Wissenschafts- und Technologieminister Zoltán Tanács hatte bereits in der Woche zuvor signalisiert, dass die strafrechtlichen Sanktionen wegfallen würden, und die Vorschriften als politisch motiviert und nicht als marktfördernd bezeichnet. Zu den geplanten Änderungen gehören:

  • Die vollständige Abschaffung der obligatorischen Validierungszertifikate.
  • Vollständige Entkriminalisierung des Kryptohandels und damit verbundener Dienstleistungen.
  • Streichung aller Freiheitsstrafen für Nutzer und Dienstleister.
  • Ein neuer Regulierungsrahmen, der auf den EU-MiCA-Lizenzierungsstandards basiert.

Was kommt als Nächstes

Plattformen, darunter Revolut, haben nun einen klareren Weg zur Wiederaufnahme von Kryptodiensten in Ungarn. Es wird erwartet, dass sich Handelsvolumina und Marktliquidität erholen, sobald das rechtliche Risiko nachlässt. Der Zeitplan für den Übergang, einschließlich neuer Gesetzesentwürfe und etwaiger Bestandsschutzregelungen, wird darüber entscheiden, wie schnell sich die normale Marktaktivität wieder einstellt. Weitere legislative Details werden in den kommenden Wochen und Monaten erwartet. Dieser Schritt versetzt Ungarn in die Lage, wieder in den europäischen Regulierungsmainstream zurückzukehren, nachdem das Land bis Ende 2025 eines der restriktivsten Krypto-Regime des Kontinents betrieben hatte.