Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsverfahren für die Opfer des 4-Milliarden-Dollar-Betrugs mit Onecoin eingeleitet. Mehr als 40 Millionen Dollar an sichergestellten Vermögenswerten werden an berechtigte Antragsteller verteilt.
US-Justizministerium leitet Entschädigungsverfahren für Opfer des 4-Milliarden-Dollar-Betrugs mit Onecoin ein

Das Wichtigste in Kürze:
- Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsverfahren für Onecoin-Opfer eingeleitet und verteilt 40 Millionen US-Dollar aus einem 4-Milliarden-Dollar-Betrugsfall.
- Der von 2014 bis 2019 andauernde Investitionsbetrug verdeutlicht die Risiken und führt zu einer strengeren Durchsetzung der Vorschriften im Kryptobereich.
- Das Justizministerium setzt den 30. Juni als Frist fest, wobei Teilauszahlungen erfolgen, während die Bemühungen zur Rückgewinnung weiterer Vermögenswerte fortgesetzt werden.
Onecoin-Opfer können nun einen Anteil an den wiedererlangten Vermögenswerten geltend machen
Das US-Justizministerium hat ein formelles Verfahren zur Entschädigung der Opfer des Onecoin-Kryptobetrugs eingeleitet, einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der digitalen Vermögenswerte. Das Betrugsmanöver, das von 2014 bis 2019 lief, hat Investoren weltweit um mehr als 4 Milliarden US-Dollar betrogen. Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass die Gründer von Onecoin, Ruja Ignatova und Karl Sebastian Greenwood, eine fiktive Kryptowährung über ein globales Multi-Level-Marketing-Netzwerk beworben und Opfer mit falschen Versprechungen hoher Renditen angelockt hätten. Nachdem die Strafverfahren weitgehend abgeschlossen sind, haben die Behörden nun damit begonnen, die wiedererlangten Gelder zu verteilen. Vermögenswerte in Höhe von mehr als 40 Millionen US-Dollar, die im Rahmen von Einziehungsverfahren beschlagnahmt wurden, wurden für Entschädigungszahlungen zurückgestellt.
Opfer, die während der Laufzeit des Betrugs Onecoin gekauft haben, können über ein vom Referat für Geldwäsche und Vermögensrückgewinnung des Justizministeriums verwaltetes Erstattungsverfahren eine Rückerstattung beantragen. Anträge müssen bis zum 30. Juni über ein offizielles Antragsportal oder durch Kontaktaufnahme mit dem bestellten Verwalter eingereicht werden. Beamte wiesen darauf hin, dass die sichergestellten Gelder zwar einen Fortschritt darstellen, angesichts des Ausmaßes des Betrugs jedoch wahrscheinlich nicht ausreichen werden, um die Verluste vollständig zu decken.
„Die Opfer stehen im Mittelpunkt unseres Handelns im Justizministerium. Wie wir es in diesem komplexen Fall von Anlagebetrug getan haben, strebt das Ministerium die Einziehung an, um den Gewinn aus der Straftat zu entziehen und dieses Geld dann, wo immer möglich, zur Entschädigung der Opfer zu verwenden“, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt A. Tysen Duva von der Strafrechtsabteilung des Justizministeriums.
Anklagen und Verurteilungen gegen das Onecoin-Team
Der Fall erstreckte sich über mehrere Gerichtsbarkeiten und führte zu mehreren aufsehenerregenden Verurteilungen. Greenwood, ein Mitbegründer von Onecoin, bekannte sich in den Vereinigten Staaten der Betrugs- und Geldwäschevorwürfe schuldig und wurde zu 20 Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 300 Millionen Dollar verurteilt.
Irina Dilkinska, die ehemalige Leiterin der Rechts- und Compliance-Abteilung des Betrugs, wurde 2024 zu vier Jahren Haft verurteilt und zur Einziehung von mehr als 111 Millionen Dollar verpflichtet. Andere Personen, die mit dem Betrug in Verbindung stehen, wurden in Europa angeklagt, unter anderem wegen des Vorwurfs der Geldwäsche von Hunderten Millionen Euro aus Investorengeldern.
Ruja Ignatova, weithin bekannt als die „Cryptoqueen“, ist weiterhin auf der Flucht und steht auf der Liste der 10 meistgesuchten Flüchtigen des FBI. Die US-Behörden suchen weiterhin nach Informationen über ihren Aufenthaltsort.
Jüngste Strafverfahren unterstreichen den andauernden Charakter der Ermittlungen. Im Jahr 2024 wurde William Morro wegen Verschwörung zum Bankbetrug angeklagt, da er angeblich dabei geholfen haben soll, die Herkunft von mehreren zehn Millionen Dollar, die mit Onecoin in Verbindung standen, durch internationale Überweisungen zu verschleiern.

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Für die Opfer bietet die Einleitung des Entschädigungsverfahrens eine seltene Gelegenheit auf eine teilweise Rückerstattung in einem Fall, der viele finanziell ruiniert hat. Es verdeutlicht auch die Herausforderungen, denen sich die Behörden bei der Aufdeckung groß angelegter Kryptobetrugsfälle gegenübersehen, bei denen Gelder oft über verschiedene Gerichtsbarkeiten verteilt und durch komplexe Finanzstrukturen versteckt sind.




