Ein ehemaliger FBI-Agent hat gestanden, Kryptowerte im Wert von fast 2,5 Millionen Dollar (rund 2,2 Millionen Euro) gestohlen zu haben. Dafür nutzte er vertrauliche Zugangsdaten, die das FBI in Dutzenden Ermittlungen gesammelt hatte. Bei seiner Festnahme Ende Juli war es noch um Kryptowerte im Wert von rund 1 Million Dollar (rund 0,9 Millionen Euro) gegangen.
FBI-Agent gesteht Krypto-Diebstahl über 2,47 Millionen Dollar

Das Wichtigste auf einen Blick
- Der frühere FBI-Agent Patrick Steven Yaroch hat gestanden, Kryptowerte für 2,47 Millionen Dollar (rund 2,22 Millionen Euro) aus Wallets von 35 Ermittlungen gestohlen zu haben.
- Laut Staatsanwaltschaft verschleierte er die Herkunft der Gelder, beglich mit einem Teil davon private Schulden und bereitete einen Umzug nach Portugal vor, wo er ein Weingut kaufen wollte.
- Die Diebstähle gefährdeten laut Justizministerium FBI-Ermittlungen und Quellen, Yaroch drohen bis zu 20 Jahre Haft, das Urteil soll am 4. März 2027 fallen.
Ex-FBI-Agent stiehlt Kryptowerte aus 35 Ermittlungsverfahren
Patrick Steven Yaroch aus Ashburn im US-Bundesstaat Virginia, ein früherer Agent der FBI-Spionageabwehr, bekannte sich am 5. November des Betrugs mittels elektronischer Kommunikation und der Geldwäsche schuldig. Das teilte die Staatsanwaltschaft für den östlichen Bezirk von Virginia mit.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nahm Yaroch rund 100 unbefugte Krypto-Überweisungen vor. Dafür verwendete er Zugangsdaten aus 35 verschiedenen FBI-Ermittlungen und erbeutete insgesamt 2.474.380,66 Dollar (rund 2,22 Millionen Euro). Die Diebstähle begannen spätestens im Dezember 2024. Sie betrafen Wallets von Personen, gegen die ermittelt wurde, und von staatlichen Akteuren gegnerischer Länder sowie mindestens ein Wallet, das das FBI für eine verdeckte Operation eingerichtet hatte.
Von 2017 bis Anfang 2025 arbeitete Yaroch in der Bostoner Abteilung des FBI, in einer Einheit, die sich mit einem gegnerischen Staat befasste. Im Februar 2025 wechselte er in die Abteilung für Spionageabwehr und Spionage, der er bis zum 31. Juli 2026 angehörte. Dort hatte er Zugang zu Systemen mit sensiblen Informationen, darunter Zugangsdaten zu Krypto-Wallets aus Ermittlungen auf Bundesebene.
Die gestohlenen Kryptowerte tauschte Yaroch in andere Kryptowährungen und leitete sie über weitere Transaktionen, um Herkunft und Eigentümer zu verschleiern. Zwischen dem 25. November 2025 und dem 13. Januar 2026 überwies er rund 93.082 Dollar (rund 83.500 Euro) auf eines seiner Konten. Von dort verschob er das Geld auf andere Konten und beglich damit Kreditkartenrechnungen, Autoraten und weitere Schulden. Die Ermittler fanden zudem Hinweise, dass er mit dem Geld ein neues Leben im Ausland aufbauen wollte.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fragte Yaroch ChatGPT nach Anlagestrategien und möglichen Wohnorten in der Europäischen Union. Der Chatbot schlug ihm vor, ein Weingut in Portugal zu kaufen. Im Juni 2026 bevollmächtigte er portugiesische Anwälte, für ihn eine Steuernummer zu beantragen und weitere Behördenangelegenheiten zu regeln. Für September plante er eine Reise nach Portugal.
Dem Schuldbekenntnis ging Yarochs Festnahme am 31. Juli voraus, über die Bitcoin.com News im August berichtete. Damals warfen ihm die Behörden vor, rund 1 Million Dollar (rund 0,9 Millionen Euro) aus Krypto-Wallets einer Zielperson ausländischer Geheimdienste gestohlen zu haben, nachdem er an deren Wiederherstellungsphrasen gelangt war. Yaroch hatte sich laut den Ermittlern selbst an Regierungsmitarbeiter gewandt und den Missbrauch der Wallets gestanden.
Bei den damaligen Ermittlungen fanden sich Gelder bei der Börse Kraken und auf der dezentralen Kreditplattform Suilend. Die Behörden stellten Kryptowerte im Wert von rund 925.426 Dollar (rund 830.000 Euro) sicher. Wie die neuen Angaben zeigen, war der Betrug deutlich größer als zunächst bekannt und betraf Dutzende FBI-Ermittlungen statt nur einer Zielperson.
Laut der Staatsanwaltschaft reichen die Folgen über den finanziellen Schaden hinaus. Yarochs Taten hätten Ermittlungen gegen kriminelle Organisationen und gegnerische ausländische Regierungen beeinträchtigt. Zudem hätten sie Quellen und Methoden des FBI gefährdet, die bei der Auslandsaufklärung und bei strafrechtlichen Ermittlungen zum Einsatz kommen.
Frühere Fälle veruntreuter Kryptowerte
Der Fall reiht sich in frühere Fälle ein, in denen Ermittler beschlagnahmte Kryptowerte veruntreuten. Im Oktober berichtete Bitcoin.com News, dass Paul Chowles, ein früherer Beamter der britischen National Crime Agency, rund 1,8 Millionen Pfund (rund 2,16 Millionen Euro) zurückzahlen muss. Er hatte 50 Bitcoin gestohlen, die bei Ermittlungen gegen den Darknet-Marktplatz „Silk Road 2.0“ beschlagnahmt worden waren. Zuvor war Chowles zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Wie deutsche Behörden mit sichergestellten Kryptowerten umgehen, zeigt Sachsen. Dort ist eine landesweite Zentralstelle bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden zuständig, die solche Werte verwahrt und verwertet. Sie verkaufte zwischen dem 19. Juni und dem 12. Juli 2024 rund 49.858 Bitcoin aus dem Verfahren um die Filmplattform Movie2k und erzielte dabei rund 2,64 Milliarden Euro.
Das Urteil gegen Yaroch soll am 4. März 2027 fallen, ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Bezirksrichterin Patricia Tolliver Giles nahm das Schuldbekenntnis an. Das Strafmaß legt ein Bundesrichter fest, der dabei die Strafzumessungsrichtlinien des Bundes und weitere gesetzliche Faktoren berücksichtigt.
Ein ehemaliger NCA-Beamter wurde zur Rückzahlung von über 2,38 Millionen Dollar verurteilt, nachdem er 50 beschlagnahmte Bitcoins aus einer Ermittlung im Dark Web im Zusammenhang mit „Silk Road 2.0“ gestohlen hatte.
Jetzt lesen: Ehemaliger NCA-Beamter muss 2,4 Millionen Dollar zurückzahlen, nachdem er beschlagnahmte Bitcoins gestohlen hatDieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONAndrew Hayward
Andrew ist der Managing Editor von Bitcoin.com News.


















