„Zentralbankreserven sind als ultimatives Abrechnungsmittel weiterhin den Stablecoins überlegen“, erklärte Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, vor den Teilnehmern des Wirtschaftspolitik-Symposiums in Jackson Hole.
Schnabel von der EZB: Zentralbankgeld „muss auf die Blockchain“

Das Wichtigste auf einen Blick
- Isabel Schnabel ist der Ansicht, dass die EZB ihre Reserven auf die Blockchain verlagern muss.
- Das Projekt Pontes soll im September 2026 anlaufen und die TARGET-Dienste mit DLT-Plattformen synchronisieren.
- Das Projekt Appia zielt darauf ab, bis 2028 einen umfassenden Entwurf für einen tokenisierten Markt in Europa vorzulegen.
Schnabels Plädoyer
Isabel Schnabel nahm kein Blatt vor den Mund und erklärte unmissverständlich, dass Stablecoins „die eigenständige Fähigkeit fehlen, in Zeiten finanzieller Belastungen die Liquidität rasch zu erhöhen“ – eine Lücke, die nur eine Zentralbank schließen könne.
Ihre Lösung scheint in der Tokenisierung zu liegen; sie fügte hinzu, dass die Technologie Finanztransaktionen schneller, sicherer und programmierbarer machen könne – allerdings nur, wenn der sicherste Vermögenswert im System (nämlich Zentralbankgeld) tatsächlich auf derselben Ebene existiere wie alles andere, was tokenisiert werde.
Das ist ein bemerkenswertes Eingeständnis aus dem Eurosystem, denn jahrelang behandelten Vertreter der Europäischen Zentralbank die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) als etwas, das im Zusammenhang mit Stablecoins und Kryptomärkten reguliert werden muss, und nicht als Infrastruktur, die direkt übernommen werden sollte.
Projekt „Pontes“ startet als Erstes
Der kurzfristige Teil dieses Vorhabens ist das Projekt Pontes, dessen Start die EZB für September erwartet. Pontes wird zunächst die bestehenden TARGET-Dienste der EZB (die Zahlungsinfrastruktur, die Banken der Eurozone bereits zur Abwicklung von Euro-Transaktionen nutzen) mit DLT-Plattformen synchronisieren, die von Marktteilnehmern betrieben werden.

Im Laufe der Zeit, so Schnabel, soll Pontes die endgültige Abwicklung direkt auf einer vom Eurosystem betriebenen DLT-Plattform unterstützen, komplett mit Smart-Contract-Funktionalität und schließlich einem Betrieb rund um die Uhr.
News.bitcoin.com berichtete im März, dass die Europäische Zentralbank bereits einen umfassenden Fahrplan vorgelegt habe, wobei Piero Cipollone, Vorstandsmitglied von Pontes, das Ziel so formulierte, „einen einzigen digitalen Finanzmarkt zu schaffen, der dem Euro selbst zur Seite steht“.
Appia ist das langfristige Ziel
Während Pontes die Brücke ist, ist das Projekt Appia das Ziel. Appia hat die Aufgabe, die längerfristige Architektur, die technischen Standards und den rechtlichen Rahmen zu entwerfen, die ein echter europäischer Markt für tokenisierte Vermögenswerte benötigen würde; ein vollständiger Entwurf wird bis 2028 erwartet. Der Zeithorizont von zwei Jahren spiegelt wider, wie ungelöst die zugrunde liegenden Fragen noch sind.
Allerdings wurden im Rahmen von Tests zur Interoperabilität zwischen DLT-Plattformen und bestehenden Abwicklungssystemen rund 1,6 Milliarden Euro unter 64 Teilnehmern in neun Rechtsräumen abgewickelt, und europäische Emittenten haben seit 2021 fast 4 Milliarden Euro in DLT-basierte Instrumente investiert. Seit März 2026 akzeptiert die EZB zudem DLT-basierte Vermögenswerte als zulässige Sicherheiten für ihre eigenen Kreditgeschäfte.
Warum dies über Europa hinausgeht
Nichts davon bestimmt direkt den Preis von Bitcoin, aber es findet in einem Markt statt, in dem Institutionen bereits Blockchain-Systeme nutzen, um tokenisierte Werte in Billionenhöhe zu bewegen, und in dem jedes Signal, dass eine G7-Zentralbank bereit ist, ihr eigenes Geld on-chain abzuwickeln, der Infrastruktur, auf der Kryptomärkte seit über einem Jahrzehnt laufen, zusätzliche Legitimität verleiht.
Wenn die EZB (eine Institution, die darauf ausgelegt ist, in geldpolitischen Fragen konservativ vorzugehen) sich beeilt, um nicht durch private Tokenisierung „aus dem Spiel genommen“ zu werden, ist dies eine Erinnerung daran, dass die Debatte, die Krypto-Händler anhand des Bitcoin-Kurses und der Stablecoin-Volumina verfolgen, dieselbe ist, die sich derzeit in den Vorstandsetagen der Zentralbanken abspielt.
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI aus dem Englischen übersetzt. Die englische Originalversion ist die maßgebliche Quelle; automatische Übersetzungen können Ungenauigkeiten enthalten, insbesondere bei rechtlicher und regulatorischer Terminologie.










