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Digitale Krone: Reichstag lädt Riksbank-Vize Bunge zum 17. November ein

Die digitale Krone beschäftigt nun das schwedische Parlament. Der Finanzausschuss des Reichstags hat die Erste Vizegouverneurin der Riksbank, Aino Bunge, für den 17. November eingeladen. Sie soll über aktuelle Fragen der Notenbank informieren, darunter eine mögliche digitale Krone. Den Anstoß gab ein Brief, in dem die Riksbank vor Stablecoins in fremder Währung und vor der Konkurrenz durch den digitalen Euro warnt.

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Digitale Krone: Reichstag lädt Riksbank-Vize Bunge zum 17. November ein

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Finanzausschuss des schwedischen Reichstags hat Riksbank-Vizechefin Aino Bunge für den 17. November eingeladen, um unter anderem über eine digitale Krone zu berichten.
  • Die Riksbank hatte das Parlament zuvor aufgefordert, die Gesetze für eine digitale Krone vorzubereiten; als einen Grund nennt sie Stablecoins in fremder Währung.
  • In Brüssel verhandeln Parlament und Rat am Dienstag und Mittwoch darüber, wie der digitale Euro außerhalb der Eurozone genutzt werden darf; das betrifft auch Schweden.

Ausschuss registriert den Brief

Die Einladung geht aus dem Protokoll der Ausschusssitzung vom 20. Oktober hervor. In derselben Sitzung wurde das Schreiben der Riksbank offiziell als Eingang verbucht. Eine Entscheidung über die Untersuchungskommission, die die Notenbank fordert, verzeichnet das Protokoll nicht.

Die staatliche Zahlungskommission hatte 2023 noch keinen ausreichenden gesellschaftlichen Bedarf für eine digitale Krone gesehen, die damals E-Krone hieß. Seither habe sich aber so viel verändert, dass bald eine neue Bewertung nötig sein könnte, schreibt die Riksbank in ihrem Brief an den Finanzausschuss, den sie am 15. Oktober veröffentlichte. Ob sie eine digitale Krone ausgeben will, hat die Notenbank noch nicht entschieden. Ohne Zustimmung des Parlaments dürfte sie es ohnehin nicht.

Stablecoins als Gefahr für die Krone

Stablecoins würden bislang vor allem beim Handel mit Kryptowerten genutzt, könnten aber auch als Zahlungsmittel an Bedeutung gewinnen, heißt es in dem Brief. Gelten Stablecoins in fremder Währung als attraktiv, könnte die Krone selbst in Schweden unter Druck geraten. Kurzfristig hält die Riksbank das für kein großes Risiko, auf lange Sicht dürfe man es aber nicht ignorieren.

Ähnlich bewertet sie den digitalen Euro. Würde er zu einem beliebten Zahlungsmittel, könnte das die Wettbewerbsfähigkeit der Krone schwächen. Eine digitale Krone könne zudem bei Stromausfällen oder gestörten Netzen Zahlungen ermöglichen, weil sie offline funktionieren soll.

Brüssel verhandelt über den Euro außerhalb der Eurozone

Den Aufwand schätzt die Riksbank hoch ein. Allein die Umsetzung bei Notenbank und Banken würde mindestens fünf Jahre dauern, hinzu käme die Zeit für neue Gesetze. Technisch will sich Schweden deshalb an die Eurozone anlehnen: Es wäre vorteilhaft, die Infrastruktur des digitalen Euro mitzunutzen, schreibt die Riksbank.

Wie das gehen könnte, hängt auch an den Verhandlungen in Brüssel. Unterhändler von Europaparlament und Rat trafen sich am 20. Oktober zur fünften politischen Verhandlungsrunde über den Rechtsrahmen für den digitalen Euro, berichtet die Nachrichtenagentur Agence Europe. Am Dienstag und Mittwoch geht es demnach um die technischen Bedingungen, unter denen der digitale Euro außerhalb der Eurozone genutzt und ausgegeben werden darf. Die nächste politische Runde ist für den 5. November angesetzt.

Die EZB plant einen Pilotbetrieb ab der zweiten Jahreshälfte 2027 und einen Start 2029, wie EZB-Direktor Piero Cipollone zuletzt bekräftigte. Voraussetzung ist, dass das Gesetz bis Ende 2026 steht.

Schwedische Banken setzen auf Euro-Stablecoin

Schwedens Großbanken bereiten sich unterdessen selbst auf digitales Geld vor. SEB, Handelsbanken, Nordea und Swedbank gehören wie die deutschen Institute Dekabank, DZ Bank und Helaba zum Bankenbündnis Qivalis, das eine Lizenz für einen eigenen Euro-Stablecoin erhalten hat.

Auch in Deutschland werben die Notenbanker für digitales Zentralbankgeld. Der digitale Euro sei „Geld, kein Gutschein“, hatte Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper am 21. Oktober gesagt.