Bei Binance verzeichnen die erfassten Wallets wieder Nettozuflüsse von rund 3,25 Milliarden Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) binnen 24 Stunden. Nach dem Hack, bei dem über 6,3 Milliarden Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) erbeutet wurden, waren zeitweise mehr als 7 Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro) am Tag abgeflossen.
Binance meldet wieder Zuflüsse, Wochenbilanz bleibt bei minus 12 Mrd.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Binance verzeichnete binnen 24 Stunden wieder Nettozuflüsse, nachdem die Abflüsse nach dem Hack zeitweise mehr als 7 Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro) am Tag betragen hatten.
- Über sieben Tage liegen die Nettoabflüsse weiter bei rund 12,2 Milliarden Dollar (rund 10,9 Milliarden Euro), das Vertrauen ist also noch nicht vollständig zurück.
- Ob sich Binance wirklich stabilisiert hat, zeigt sich erst, wenn die Einzahlungen auch nach der Normalisierung der Auszahlungen anhalten.
Binance-Nutzer kehren zurück, die Zuflüsse sind wieder positiv
Nach einem der größten Sicherheitsvorfälle in der Geschichte der Kryptowährungen fließt wieder Geld zu Binance. Laut Daten von Defillama verzeichnete die Börse am 3. November Nettozuflüsse von rund 3,25 Milliarden Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) binnen 24 Stunden. Damit drehte sich der starke Abfluss, der auf den Hack vom 29. Oktober gefolgt war. Die von Defillama erfassten Vermögenswerte der Börse auf der Blockchain lagen bei rund 128,8 Milliarden Dollar (rund 115 Milliarden Euro).
„Bis 03:00 UTC sehen wir, dass die stündlichen Einzahlungen die Auszahlungen übersteigen“, teilte Binance am 3. November auf X mit, das war am 2. November um 22 Uhr EST (3. November, 4 Uhr MEZ). Die Börse wertete das als Zeichen für eine wieder anziehende Nutzeraktivität und sich stabilisierende Geldflüsse.
Die Wochenbilanz zeigt: Das Vertrauen ist noch nicht zurück
Ein positiver Tag macht den Schaden nicht ungeschehen. Defillama wies weiterhin Nettoabflüsse von rund 12,16 Milliarden Dollar (rund 10,9 Milliarden Euro) in den vergangenen sieben Tagen aus, über 30 Tage waren es 10,85 Milliarden Dollar (rund 9,7 Milliarden Euro). Solche gleitenden Werte können sich schnell ändern, wenn große Transfers in das Zeitfenster hinein- oder aus ihm herausfallen.
Die eigenen kurzfristigen Daten von Binance zeigten für die ersten 46 Stunden nach dem Neustart der Auszahlungen, vom 1. November um 1 Uhr EST (7 Uhr MEZ) an, Auszahlungen über 10,97 Milliarden Dollar (rund 9,8 Milliarden Euro). Dem standen Einzahlungen über 5,70 Milliarden Dollar (rund 5,1 Milliarden Euro) gegenüber, in diesem Zeitraum ergab sich also ein Minus von 5,28 Milliarden Dollar (rund 4,7 Milliarden Euro).
Mitgründer und früherer Firmenchef Changpeng Zhao (CZ) erklärte, offenbar sei nur ein kleiner Teil der Auszahlungen zu konkurrierenden zentralen Börsen (CEX) geflossen. Er schrieb auf X:
„Laut öffentlichen Berichten gingen nur 6 bis 10 Prozent der Auszahlungen an andere CEX. Der Großteil floss in selbst verwahrte Wallets und hat noch nicht mit einer Dex interagiert. Bleibt sicher.“
Für Anleger in Deutschland und Österreich ist dabei wichtig, dass Binance in der EU keine Zulassung nach der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) hat. Zum 1. Juli schränkte die Börse ihre Dienste für betroffene Nutzer in der EU ein.
Yi He schildert Angriffsversuche mit Verbindung zu Nordkorea
Binance hatte die Auszahlungen nach dem Hack für Sicherheitsprüfungen ausgesetzt und sie danach schrittweise wieder freigegeben und auf weitere Werte ausgeweitet. Mitgründerin Yi He erklärte, der Vorfall habe sich vor dem Hintergrund anhaltender Angriffsversuche staatlich unterstützter Gruppen ereignet.
„Im Laufe des Jahres 2026 hat das Sicherheitsteam von Binance 57 mutmaßliche Fälle von Cyberbedrohungen mit Verbindungen zu Nordkorea aufgedeckt und verhindert“,
Zu den Methoden gehörten demnach betrügerische Bewerbungsgespräche, als beliebte Entwicklerwerkzeuge getarnte Schadsoftware, kompromittierte Softwarepakete und Browsererweiterungen, gefälschte Apps für Videokonferenzen sowie Social-Engineering-Kampagnen, die Zugangsdaten stehlen oder Schadsoftware für den Fernzugriff installieren sollten.
„Wir haben viele davon abgefangen, aber der Preis dafür, auch nur einen einzigen nicht zu stoppen, war hoch, und das hätte nie passieren dürfen“,
schrieb sie.
US-Behörden haben den Angriff vom 29. Oktober einer nordkoreanischen Gruppe zugeordnet, ein Vorwurf, den Pjöngjang zurückweist. Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, stellte die Zuordnung durch die USA infrage und verwies auf Pläne Washingtons, gestohlene Bitcoin zu beschlagnahmen.
Positive Zuflüsse sind der erste Vertrauensbeweis
Binance hat nach eigenen Angaben die Verluste der Kunden aus eigenen Mitteln gedeckt und die Auszahlungen nach Sicherheitsprüfungen wieder aufgenommen. Co-Chef Richard Teng sagte, die Börse verzeichne allmählich „mehr positive Zuflüsse“. Die Rückkehr der Einzahlungen ist das erste messbare Zeichen dafür, dass die unmittelbare Panik nachlassen könnte.
Die Wochenzahlen mahnen dennoch zur Vorsicht. Die nächste Bewährungsprobe für Binance ist nicht, ob die Einzahlungen die Auszahlungen ein paar Stunden lang übersteigen. Entscheidend ist, ob die Nutzer weiter zurückkommen, wenn der Betrieb vollständig normal läuft und der erste Schock abgeklungen ist.
Nachdem Milliarden abgezogen wurden, wären anhaltende Zuflüsse ein deutlich stärkerer Beleg dafür, dass das Vertrauen in die weltgrößte Kryptobörse tatsächlich zurückkehrt.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONEmmanuel Musa
Emmanuel Musa ist ein Finanzjournalist und Kryptoanalyst mit Sitz in Afrika.
















