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Der US-Senat verbietet Abgeordneten das Wetten auf Prognosemärkte

Der Senat der Vereinigten Staaten hat am Donnerstag entschiedene Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass Abgeordnete auf genau jene Ergebnisse wetten, auf die sie Einfluss nehmen, indem er einstimmig eine Resolution verabschiedete, die amtierenden Senatoren die Teilnahme an Prognosemärkten untersagt.

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Der US-Senat verbietet Abgeordneten das Wetten auf Prognosemärkte

Die wichtigsten Punkte:

  • Senator Bernie Moreno führte den US-Senat am 30. April 2026 zu einem einstimmigen Verbot des Handels auf Prognosemärkten.
  • Prognoseplattformen wie Polymarket und Kalshi verzeichneten 2026 einen Anstieg des Handelsvolumens inmitten zunehmender Insiderhandelsskandale.
  • Senatsregel XXXVII verbietet nun 100 Mitgliedern, auf Ereignisverträge zu wetten, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik zu gewährleisten.

Senator Bernie Moreno führt Senatsinitiative zum Verbot von Wetten auf Ereigniskontrakte an

Die erst vor einer Woche von Senator Bernie Moreno (R-OH) eingebrachte Maßnahme ändert die Geschäftsordnung des Senats, um den zunehmenden ethischen Bedenken Rechnung zu tragen. Der Schritt folgt auf eine Reihe von hochkarätigen Skandalen, bei denen angeblich nicht öffentliche Informationen genutzt wurden, um auf ereignisbasierten Plattformen Gewinne zu erzielen.

Der Beschluss, der unmittelbar nach seiner Verabschiedung am 30. April in Kraft trat, zielt auf den schnell wachsenden Sektor der Event-Kontrakte ab. Plattformen wie Polymarket und Kalshi haben während des Wahlzyklus 2026 massiv an Bedeutung gewonnen und ermöglichen es Nutzern, auf alles zu wetten – von Militäroperationen bis hin zu Abstimmungen im Parlament.

US Senate Bans Lawmakers From Betting on Prediction Markets
Bildquelle: X.

Durch die Änderung von Regel XXXVII hat der Senat seine Mitglieder effektiv von diesen digitalen Glücksspielzentren abgeschirmt. Der neue Wortlaut verbietet jedem Mitglied ausdrücklich den Abschluss von Verträgen, bei denen Zahlungen vom Eintreten oder Nichteintreten eines bestimmten Ereignisses abhängen. Moreno, der ein lautstarker Kritiker von „Nebenjobs“ im Kongress ist, stellte die Resolution als notwendigen Schritt zur Wiederherstellung der öffentlichen Integrität dar. Er argumentierte, dass die Nutzung des US-Senats als Mittel zum persönlichen finanziellen Gewinn einen grundlegenden Verrat am amerikanischen Volk darstelle. Der Vorstoß für das Verbot wurde durch zwei schwerwiegende Vorfälle Ende April beschleunigt, die die Branche erschütterten. Am 22. April verhängte die regulierte Börse Kalshi Geldstrafen gegen drei Kongresskandidaten, weil sie auf ihre eigenen Wahlkämpfe gewettet hatten, was Alarmglocken hinsichtlich Marktmanipulation läuten ließ.

Nur einen Tag später wurde bekannt, dass ein Soldat der US-Spezialeinheiten festgenommen wurde, weil er angeblich geheime Informationen genutzt hatte, um über 400.000 Dollar auf Polymarket zu gewinnen. Die Wette bezog sich auf eine Militäroperation, an der der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro beteiligt war.

Diese Vorfälle lieferten den politischen Impuls, der für eine einstimmige Abstimmung erforderlich war. Während der Senat intern handelte, üben demokratische Abgeordnete gleichzeitig Druck auf die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aus, umfassendere branchenweite Schutzmaßnahmen gegen Insiderhandel einzuführen. Der Geltungsbereich dieser spezifischen Regeländerung beschränkt sich ausschließlich auf die 100 Mitglieder des Senats. Sie gilt derzeit nicht für Mitglieder des Repräsentantenhauses, Kongressmitarbeiter oder Beamte der Exekutive. Trotz ihres engen Anwendungsbereichs signalisiert dieser Schritt einen Wandel in der Sichtweise Washingtons auf das Zusammenspiel von Dezentralisierung und Regierungsführung. Da Prognosemärkte immer liquider werden, ist das Potenzial für „Informationslecks“ aus den Machtzentren zu einem Hauptanliegen der Regulierungsbehörden geworden.

Branchenführer bei Kalshi und Polymarket haben bereits damit begonnen, sich selbst auferlegte Beschränkungen für Politiker umzusetzen. Die proaktive Regeländerung des Senats schafft jedoch eine formelle ethische Grenze, die zuvor eine rechtliche Grauzone darstellte. Der Beschluss enthält eine geringfügige Ausnahmeregelung für traditionelle Versicherungsverträge, um sicherzustellen, dass die standardmäßige Finanzplanung davon unberührt bleibt. Diese Anpassung erfolgte auf Vorschlag von Senator Alex Padilla (D-CA) während des Entwurfsprozesses.

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Verstöße gegen die neue Regelung lösen nun eine sofortige Überprüfung durch den Ethikausschuss des Senats aus. Auch wenn das Verbot kein Gesetz ist, spiegelt die einstimmige Zustimmung einen seltenen Moment parteiübergreifender Einigkeit über die Notwendigkeit von Transparenz im digitalen Zeitalter wider.

Im weiteren Verlauf des Wahlzyklus 2026 richtet sich der Fokus nun darauf, ob das Repräsentantenhaus diesem Beispiel folgen wird. Vorerst hat der Senat eine klare Botschaft gesendet, dass das Kapitol kein Ort für Spekulanten ist, die auf die Zukunft des Landes wetten wollen.