Der Hack bei Binance mit einem Schaden von 6,34 Milliarden Dollar (rund 5,63 Milliarden Euro) und der folgende Einbruch am Kryptomarkt haben den Start von ECX weitgehend in den Schatten gestellt. Das Hauptnetz des Bitcoin-Forks von Drivechain-Erfinder Paul Sztorc ging am 29. Oktober 2026 in Betrieb. Der Kurs stieg zuvor auf ein Allzeithoch von 134,97 Dollar (rund 119,86 Euro), gab danach aber 76 Prozent nach und lag zuletzt bei etwa 32 Dollar (rund 28 Euro).
ECX: Sztorcs Bitcoin-Fork stürzt nach Start um 76 Prozent ab

Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Hack bei Binance mit einem Schaden von 6,34 Milliarden Dollar (rund 5,63 Milliarden Euro) überschattete den Start von ECX am 29. Oktober fast vollständig.
- ECX kommt rechnerisch auf eine Bewertung von rund 640 Millionen Dollar (rund 568 Millionen Euro), der Handel läuft aber fast nur über eine verpackte Version mit wenig Liquidität.
- Für Bitcoin-Forks zählt 2026 vor allem der Markt: Ohne Börsen und Nachfrage hilft die technische Herkunft wenig.
ECX startet mitten im Kurssturz am Kryptomarkt
Am Mittwoch, dem 4. November, schloss ECX laut Coinmarketcap bei rund 32 Dollar (rund 28 Euro), 33 Prozent unter dem Stand vom Vortag. Die Kurse stammen allerdings von WECX, einer verpackten Version des Tokens auf der Blockchain Solana, die an der dezentralen Börse Orca gehandelt wird. ECX ist der Token der Ecash-Blockchain, einer Abspaltung (Fork) von Bitcoin, die Paul Sztorc, Gründer von Layertwo Labs, vorangetrieben hat.
Anders als der jüngste Fork rund um BIP-110 und Bitcoin Knots, die mit Luke Dashjr in Verbindung steht, war Sztorcs Fork von langer Hand geplant. Fast jeder Bitcoin-Inhaber erhielt ECX im Verhältnis 1:1, mit Ausnahme eines Teils der Coins, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Von rund 1,1 Millionen solcher Coins sollen etwa 500.000 ECX an frühe Investoren und in die Finanzierung der Entwicklung fließen.
Die Einführung erfolgte in drei Phasen und gipfelte am 29. Oktober 2026 im Start des Hauptnetzes, zwei Tage vor dem 18. Jahrestag des Bitcoin-Whitepapers. Am 4. November erzeugte das Netz laufend Blöcke. Die Rechenleistung schätzte das Dashboard des Projekts an diesem Tag zeitweise auf rund 940 Petahash pro Sekunde (PH/s), knapp unter 1 Exahash pro Sekunde (EH/s). Bei Bitcoin selbst liegt sie bei rund 1.000 EH/s.
Bei diesem Kurs kommt ECX rechnerisch auf eine Marktkapitalisierung von rund 640 Millionen Dollar (rund 568 Millionen Euro). Damit würde der Token etwa auf Platz 76 der Kryptowährungen nach Marktwert liegen. Coinmarketcap selbst weist noch keinen Marktwert aus und führt nur ein einziges Handelspaar, WECX gegen USDC bei Orca. Die Unterstützung durch Börsen ist damit äußerst begrenzt.

Binance-Hack überschattet den Start von ECX
Der Start verlief ausgesprochen glanzlos. Der Hack bei Binance ereignete sich am selben Tag, nur gut eine Stunde nach dem ersten Block, der ausschließlich zur ECX-Kette gehörte, und zog in der Branche weit mehr Aufmerksamkeit auf sich. Selbst Luke Dashjr und der Fork des BIP-110-Lagers schienen mehr Beachtung zu finden als Sztorcs geplanter Fork.
Die Marktteilnehmer waren vor allem mit dem Angriff auf die nach Handelsvolumen größte Kryptobörse der Welt beschäftigt und mit der Frage, was er für die Branche und die Märkte für digitale Vermögenswerte bedeutet.
Bitcoin-Forks haben es 2026 schwer
Unter Bitcoin und seinen Forks liegt ECX nach Marktwert laut dem Dashboard von Ecash auf Platz vier, hinter Bitcoin, Bitcoin Blake2b und Bitcoin Cash. Bitcoin SV und das frühere Ecash (XEC), ein Fork von Bitcoin Cash, kommen auf geringere Bewertungen. Die meisten dieser älteren Netze sind aber weit verbreiteter als die neue Ecash-Blockchain. Bitcoin Blake2b, gehandelt unter den Kürzeln BTCB2 oder dem umstrittenen XBT, kostet zudem deutlich mehr je Coin.
Während ECX für rund 32 Dollar (rund 28 Euro) den Besitzer wechselt, notierte BTCB2 laut dem Dashboard am Mittwochabend zwischen 310 und 320 Dollar (rund 275 bis 284 Euro). Beide Coins sind kaum verbreitet, werden nur an wenigen Börsen gehandelt und haben eine sehr dünne Liquidität. Unter solchen Bedingungen können schon kleine Orders die Bewertung sprunghaft verschieben. Eine geschickte Verteilung der Token und Marketing allein schaffen deshalb noch keine Bedeutung am Markt. Ein Fork, der mitten in einer Krise der Branche startet, muss sich über Liquidität, Börsennotierungen und echte Nachfrage beweisen. Solange ECX keinen erkennbaren Nutzen und keinen breiteren Zugang zu Börsen hat, könnte sich auch die anfängliche Bewertung als spekulatives Rauschen erweisen.
Für Anleger in Deutschland gibt es steuerlich eine klare Regel. Laut Schreiben des Bundesfinanzministeriums zu Kryptowerten führt eine Hard Fork im Privatvermögen nicht zu Einkünften. Werden die neuen Coins verkauft, gilt als Anschaffungszeitpunkt der Zeitpunkt, an dem die ursprünglichen Bitcoin gekauft wurden. Steuerpflichtig ist ein Gewinn also nur, wenn zwischen diesem Kauf und dem Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Vor dem Start hatte zudem die Zürcher Deutsche-Börse-Tochter Crypto Finance eine Sicherheitslücke zwischen Test- und Hauptnetz gefunden, die die Entwickler schlossen.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONJamie RedmanNews Lead
Jamie Redman ist News Lead bei Bitcoin.com News und ein Finanztechnologie-Journalist mit Sitz in Massachusetts.
















