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ECX-Fork: Deutsche-Börse-Tochter findet Lücke vor dem Mainnet-Start

Beim Bitcoin-Fork ECX hätten Testläufe echte Folgen haben können. Die Schweizer Crypto Finance, eine Tochter der Deutschen Börse, hat eine Lücke entdeckt, durch die Transaktionen aus den Probenetzen auch Coins auf dem künftigen Hauptnetz bewegt oder vernichtet hätten. Nach Angaben von Crypto Finance haben die Entwickler das Problem vor dem Start behoben.

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ECX-Fork: Deutsche-Börse-Tochter findet Lücke vor dem Mainnet-Start

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Crypto Finance, eine Tochter der Deutschen Börse, hat im Bitcoin-Fork ECX eine Lücke gefunden, durch die Probe-Transaktionen echte Coins hätten bewegen können.
  • Der Schutz gegen Wiederholungen trennte ECX zwar von Bitcoin, aber nicht die Probenetze vom Hauptnetz; allein in elf Fällen ging es um rund 34.000 ECX.
  • Die Entwickler haben vor dem für den 31. Oktober geplanten Start des Hauptnetzes eine neue Regel eingeführt; zwischen den Probenetzen bleibt das Risiko bestehen.

Drei Stufen mit gemeinsamem Ursprung

ECX ist die Abspaltung des Bitcoin-Entwicklers Paul Sztorc, die seine Firma Layertwo Labs umsetzt. Wer zum Zeitpunkt der Abspaltung Bitcoin (BTC) hält, bekommt die gleiche Menge ECX, wie eine frühere Analyse erklärt. Eingeführt wird das Netz in drei Stufen. Ein erstes Probenetz startete am 23. August, ein zweites am 19. September, das dauerhafte Hauptnetz soll um den 31. Oktober folgen.

Ungewöhnlich ist, dass beide Probenetze von der echten Bitcoin-Blockchain abzweigten statt von einem eigenen Testnetz. Sie übernahmen damit echte Guthaben, die mit denselben privaten Schlüsseln wie auf Bitcoin gesteuert werden. Ein Guthaben, das auf Bitcoin unberührt blieb, tauchte so in jeder Stufe erneut auf.

Schutz in nur eine Richtung

Damit eine ECX-Transaktion nicht auch Bitcoin bewegt, nutzt das Netz einen bestimmten Wert im Transaktionsfeld nLockTime. Auf Bitcoin macht er die Transaktion ungültig, auf ECX ist sie sofort gültig. Dieser Schutz trennte ECX zuverlässig von Bitcoin, galt aber in allen drei ECX-Stufen gleichermaßen, schreibt Crypto-Finance-Analyst Lewin Boehnke. Eine Transaktion aus dem ersten Probenetz ließ sich deshalb im zweiten erneut einspielen, und dasselbe hätte für das Hauptnetz gegolten.

Gefährlich wurde das durch ein Lockangebot der Entwickler. Wer Probe-Coins an eine Verbrennungsadresse schickte, sollte nach dem Start echte ECX erhalten, im ersten Probenetz 10 ECX je 1.000 verbrannte Probe-Coins. Hätte jemand seine Probe-Coins etwa an einen Bekannten weitergegeben, der sie verbrennt, wären auf dem Hauptnetz auch die echten ECX des ursprünglichen Besitzers verloren gewesen. Crypto Finance fand elf solcher Verbrennungen, die zusammen gut 34.000 ECX betrafen.

Neuer Wert für das Hauptnetz

Crypto Finance meldete den Fund den Entwicklern und schlug für das Hauptnetz einen anderen Wert für dieses Feld vor. Laut Boehnke übernahmen die Entwickler den Vorschlag. Alte Transaktionen aus den Probenetzen sind auf dem Hauptnetz damit ungültig, zwischen den beiden Probenetzen bleibt eine Wiederholung aber möglich. Ohne die Änderung hätten Betroffene ihre Bitcoin vor dem Start selbst umschichten müssen.

Schutz gegen Wiederholungen sei nicht einfach vorhanden oder nicht, er habe „eine Richtung und einen Geltungsbereich“, folgert Boehnke. Für Verwahrer gehöre die Analyse solcher Forks zur Sicherheit, auch wenn sie den neuen Coin zunächst nicht unterstützen. Kunden könnten die abgespaltenen Coins später einfordern.

Was Bitcoin-Besitzer wissen sollten

Entscheidend ist, wer die privaten Schlüssel hält. Wer seine Bitcoin selbst verwahrt, kontrolliert auch die ECX. Liegen die Coins bei einer Börse, entscheidet diese, ob und wann sie die neuen Token gutschreibt. Gestartet war das erste Probenetz mit großem Andrang, binnen 13 Stunden kamen mehr als 25.000 Blöcke zusammen.