Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Nikkei Asia bereiten sich Japans größte Wertpapierhäuser darauf vor, Kryptowährungs-Investmentfonds an Privatanleger zu verkaufen.
Bericht: SBI und Rakuten gründen Krypto-Treuhandfonds, während 11 japanische Broker den Markteintritt ins Auge fassen

Die wichtigsten Erkenntnisse
- SBI Securities und Rakuten Securities planen den Verkauf von Krypto-Investmentfonds und wollen damit Bitcoin und Ethereum für Privatkundenkonten zugänglich machen.
- Die japanische Finanzaufsichtsbehörde (FSA) strebt für 2028 eine Überarbeitung des Investmentfondsgesetzes an, wobei ein vorgeschlagener Steuersatz von 20 % die derzeitige Obergrenze von 55 % ersetzen soll.
- Nomura, Daiwa und 11 weitere Unternehmen werden das Angebot an Krypto-Fonds prüfen, sobald Japans regulatorischer Rahmen feststeht.
Japanische Broker treiben Kryptofonds voran, während die FSA 2028 als Regulierungsfrist ins Auge fasst
SBI Securities und Rakuten Securities planen laut einem aktuellen Bericht von Nikkei Asia, Krypto-Investmentfonds intern zu entwickeln und zu vertreiben. Die Produkte würden gewöhnlichen Brokerage-Kunden den Zugang zu Bitcoin und Ethereum ermöglichen, ohne dass ein separates Börsenkonto oder eine digitale Geldbörse erforderlich wäre.
SBI Securities beabsichtigt, Fonds zu verkaufen, die von seiner Konzerngesellschaft SBI Global Asset Management aufgelegt werden. Der Konzern plant, die Produktentwicklung, die ETF-Strukturierung und den Vertrieb vollständig innerhalb seines eigenen Ökosystems abzuwickeln.
Rakuten Securities verfolgt einen ähnlichen Ansatz, wie die Nikkei Asia-Autoren Miyu Fukawa und Shogo Furuta ausführlich darlegten. Das Unternehmen arbeitet mit Rakuten Investment Management zusammen, um Kryptowährungs-Investmentfonds über seine Smartphone-App anzubieten. Nikkei Asia befragte 18 große japanische Wertpapierfirmen und stellte ein breites Interesse fest. Nomura Securities, Daiwa Securities, SMBC Nikko Securities, Mizuho Securities, Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities und sieben weitere Unternehmen gaben an, dass sie den Vertrieb solcher Produkte in Betracht ziehen würden, sobald die Vorschriften endgültig festgelegt sind. Die Finanzaufsichtsbehörde (FSA) arbeitet daran, das Investmentfondsgesetz so zu ändern, dass Kryptowährungen als bestimmte Vermögenswerte gelten, die für Anlageinstrumente in Frage kommen, mit einem Zieldatum im Jahr 2028. Diese Änderung würde es Brokerhäusern und Vermögensverwaltern ermöglichen, Kryptowährungen legal innerhalb von Fondsstrukturen zu halten. Im April 2026 verabschiedete die japanische Regierung einen Gesetzentwurf, um Kryptowährungen gemäß dem Finanzinstrumente- und Börsengesetz als Finanzprodukte neu zu klassifizieren und sie damit aus der Kategorie der Zahlungsmittel herauszunehmen. Wenn das Parlament den Gesetzentwurf in der laufenden Sitzungsperiode verabschiedet, sollen die Vorschriften im Geschäftsjahr 2027 in Kraft treten.
Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, den Steuersatz auf Gewinne aus Kryptowährungen auf 20 % zu senken, was dem für Aktien und Anleihen geltenden Satz entspricht. Derzeit können japanische Anleger mit einem Steuersatz von bis zu 55 % auf Krypto-Gewinne konfrontiert sein.
Der überarbeitete Rechtsrahmen würde zudem strengere Anforderungen an die Verwahrung und Sicherheit für Treuhandbanken und andere Institutionen vorsehen, die Kryptowährungen im Rahmen von Anlagegeschäften verwalten, sowie Verbote für Insiderhandel einführen. Japan unterhält seit Jahren einen regulierten inländischen Kryptobörsensektor mit lizenzierten Plattformen wie Bitflyer, Coincheck und SBI VC Trade. Bitcoin-ETFs wurden 2024 in den USA zum Handel zugelassen, und ähnliche Produkte sind mittlerweile auch in Kanada, Hongkong und Australien notiert. Nomura und Daiwa haben bereits Pläne angekündigt, Krypto-Anlageprodukte innerhalb ihrer jeweiligen Konzerne zu entwickeln. Die SMBC Group hat eine konzernübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, um die Möglichkeiten zu prüfen, und Asset Management One, ein Unternehmen der Mizuho Financial Group, hat interne Gespräche aufgenommen.
An der Tokioter Börse notierte Spot-Krypto-ETFs bleiben laut Nikkei Asia eine längerfristige Möglichkeit, solange die FSA noch keine Regeln festgelegt hat. Die Auswirkungen auf den Markt sind erheblich: Umfragen zeigen, dass fast 80 % der japanischen institutionellen Anleger planen, bis 2029 2 % bis 5 % ihrer Portfolios in Krypto-Assets zu investieren.












