Bereitgestellt von
News

Bericht: Polizei von Seoul durchsucht Bithumb-Hauptsitz im Rahmen von Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Sohn eines Abgeordneten

Berichten zufolge hat die Polizei von Seoul am Montag einen zweiten Durchsuchungsbefehl in der Zentrale von Bithumb vollstreckt, während die Ermittler ihre Korruptionsuntersuchungen gegen den unabhängigen Abgeordneten Kim Byung-ki weiter vorantrieben.

GESCHRIEBEN VON
TEILEN
Bericht: Polizei von Seoul durchsucht Bithumb-Hauptsitz im Rahmen von Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Sohn eines Abgeordneten

Das Wichtigste im Überblick

  • Mehreren Berichten zufolge hat die Polizei von Seoul am 8. Juni 2026 im Rahmen der Korruptionsermittlungen gegen Kim Byung-ki zum zweiten Mal eine Razzia im Hauptsitz von Bithumb durchgeführt.
  • Der Abgeordnete Kim Byung-ki sieht sich 13 Verdachtsmomenten gegenüber und wurde bereits etwa sieben Mal von der Polizei vorgeladen.
  • Bithumb bestreitet Unregelmäßigkeiten bei der Personalbeschaffung; die Polizei erklärt, dass die umfassendere Untersuchung weitere Ermittlungen erfordert.

Zweite Razzia innerhalb von vier Monaten

Die Abteilung für öffentliche Kriminalermittlungen der Seoul Metropolitan Police Agency soll am Montagmorgen in den Büros von Bithumb im Bezirk Gangnam-gu eingetroffen sein, was die zweite Zwangsdurchsuchung der Börse seit Februar darstellt. Die erste Razzia fand am 24. Februar 2026 statt und betraf sowohl den Hauptsitz von Bithumb als auch den Standort des Unternehmens im Financial Tower. Vertreter von Bithumb wurden sowohl im Februar als auch im April als Zeugen vorgeladen. Die Aktion am Montag deutet darauf hin, dass die Polizei allein durch Zeugenaussagen nicht das gefunden hat, wonach sie sucht.

Wonach die Ermittler suchen

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob Kim Byung-ki seine Position als Abgeordneter genutzt hat, um seinem zweiten Sohn eine vorteilhafte Anstellung bei Bithumb zu verschaffen. Laut lokalen Medienberichten soll Kim zwischen September und November 2024 bei Bithumb um eine Anstellung gebeten haben. Der Sohn wurde Berichten zufolge Anfang Januar 2025 eingestellt und arbeitete etwa sechs Monate lang bei der Börse.

Kim war Mitglied des Ausschusses für politische Angelegenheiten der Nationalversammlung, dem Gremium mit Aufsichtsbefugnis über die Regulierung von Finanz- und digitalen Vermögenswerten. Die Ermittler prüfen, ob Anfragen, die er an Dunamu, den Betreiber der konkurrierenden Börse Upbit, richtete, darauf abzielten, Bithumb zu begünstigen, und Druck ausübten, der zur Einstellung beitrug.

Kim sieht sich im Rahmen der umfassenderen Ermittlungen mit 13 verschiedenen Verdachtsmomenten konfrontiert, darunter Bestechung im Zusammenhang mit der Nominierung. Die südkoreanische Polizei hat ihn im Laufe einer neunmonatigen Untersuchung etwa sieben Mal vorgeladen.

Bithumb hat öffentlich erklärt, dass der Einstellungsprozess für Kims Sohn den Standardverfahren entsprach und keine Unregelmäßigkeiten aufwies. Die südkoreanische Kryptobörse gehört weltweit zu den 20 führenden Handelsplattformen und ist im Land die zweitgrößte nach Upbit. Im Laufe des letzten Tages verzeichnete Bithumb ein Handelsvolumen von rund 576 Millionen US-Dollar.

Berichterstattung in den koreanischen Medien

MBC, KBS und JTBC veröffentlichten jeweils innerhalb weniger Stunden nach der Vollstreckung des Durchsuchungsbefehls am Morgen Berichte über die Razzia vom 8. Juni. MBCs imnews.imbc.com berichtete um ca. 13:29 Uhr Ortszeit über die Aktion. KBS bestätigte die zweite Razzia gegen 15:15 Uhr und verwies auf die 13 Verdachtsmomente sowie sieben frühere Vorladungen von Kim. JTBC veröffentlichte einen separaten Bericht, der den Ablauf des Vormittags und die etwa sechsmonatige Anstellung des Sohnes beleuchtete. Mehrere andere regionale Nachrichtenagenturen berichteten über die Ermittlungen am Montag.

Bithumbs Geschichte mit den Strafverfolgungsbehörden

Die Razzia am Montag ist nicht Bithumbs erste Begegnung mit Ermittlern. Steuerbehörden und Polizei durchsuchten die Börse bereits 2018 wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung. Die Polizei von Seoul kehrte 2020 wegen des Verdachts auf Anlagebetrug im Zusammenhang mit Token-Listings zurück. Die Staatsanwaltschaft führte 2023 eine Razzia wegen angeblicher Kursmanipulationen bei lokal ausgegebenen Token durch und 2025 erneut wegen Unterschlagungsvorwürfen gegen einen ehemaligen Führungskräfte.

Ein separater Vorfall im Februar 2026 zog die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden auf sich, als aufgrund eines Systemfehlers während einer Werbeaktion versehentlich etwa 620.000 BTC auf Benutzerkonten gutgeschrieben wurden, was zu einer kurzen Marktstörung auf der Plattform führte. Dieses Ereignis löste eine Untersuchung durch die Finanzaufsichtsbehörde sowie Maßnahmen der Finanzermittlungsstelle aus, darunter eine teilweise Aussetzungsmitteilung und Disziplinarmaßnahmen gegen den CEO. Bei dieser Situation handelte es sich nicht um eine polizeiliche Razzia und sie unterscheidet sich von den aktuellen strafrechtlichen Ermittlungen.

Wie geht es weiter

Die Polizei hat erklärt, dass mehrere Aspekte der umfassenderen Ermittlungen gegen Kim Byung-ki weitere Untersuchungen erfordern, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden können. Es wurden noch keine formellen Anklagen erhoben. Sollten am Montag Materialien beschlagnahmt worden sein, könnte dies den Zeitplan beschleunigen.

Tags in diesem Artikel