Deutschland hat einen neuen Tech-Milliardär, zumindest auf dem Papier, und hinter dem Aufstieg steht auch Tether. Mit Neura Robotics im schwäbischen Metzingen führt der 38-jährige David Reger einen der wertvollsten Robotikhersteller Europas. Tether, Herausgeber des Stablecoins Tether (USDT), hat die jüngste Finanzierungsrunde angeführt und will seine Zahlungstechnik direkt in die Roboter bringen.
Robotics: Deutschland hat dank Tether-Runde einen neuen Tech-Milliardär

Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Robotikhersteller Neura Robotics aus Metzingen wurde in einer von Tether angeführten Finanzierungsrunde laut Forbes mit rund 7 Milliarden Dollar bewertet.
- Gründer David Reger hält demnach etwa 20 Prozent, sein Anteil wäre damit fast 1,5 Milliarden Dollar wert; Reger ist 38 Jahre alt.
- Tether will seine Wallet-Software in Neuras Roboter einbauen, damit Maschinen selbst bezahlen können; „jeder Roboter“ werde eine eigene Wallet haben, sagt Reger.
Bewertung von rund 7 Milliarden Dollar
Tether führte im Juni die Finanzierungsrunde an, die Neura maximal 1,4 Milliarden Dollar bringen soll. Beteiligt sind auch Nvidia, Amazon, Qualcomm, Bosch, Schaeffler und die Europäische Investitionsbank. Die Runde bewertet Neura nach Angaben von Insidern mit rund 7 Milliarden Dollar, berichtet das Wirtschaftsmagazin Forbes. Reger hält demnach etwa 20 Prozent, was fast 1,5 Milliarden Dollar entspricht.
Der Großteil des Geldes sei bereits geflossen, ein kleinerer Teil hänge an Meilensteinen, so das Unternehmen. Bestellt sind laut Neura bereits Roboter und Leistungen im Wert von über 1,1 Milliarden Dollar, hinzu kämen unterschiedlich verbindliche Vereinbarungen über 11 Milliarden Dollar. Den Umsatz nennt das Unternehmen nicht.
Jeder Roboter mit eigener Wallet
Für Tether zählt vor allem die Idee, dass Maschinen künftig selbst Geschäfte abschließen. Autonome Maschinen müssten Informationen vor Ort verarbeiten, Entscheidungen treffen und Zahlungen ohne zentrale Vermittler abwickeln können, sagte Tether-Chef Paolo Ardoino gegenüber Forbes. Reger geht noch weiter. „Die Zukunft wird sein, dass jeder Roboter seine eigene Wallet hat“, sagte er.
Ein Baustein dafür sind sogenannte Roboter-Gyms. Dort mieten Kunden Trainingsplätze, um gekaufte Roboter für bestimmte Aufgaben anzulernen. Was ein Roboter gelernt hat, landet auf Neuras Plattform Neuraverse und lässt sich auf andere Maschinen übertragen, später womöglich auch verkaufen. Das erste Gym am Flughafen München läuft bereits, gemeinsam mit der Technischen Universität München. Ein weiteres entsteht an der RWTH Aachen. Bis Ende 2026 plant Neura fünf solcher Gyms, drei davon in Deutschland und je eines in China und den USA.
Ardoino sieht in Maschinen und KI-Software ohnehin künftige Nutzer von Stablecoins, KI-Agenten würden künftig USDT ausgeben, sagte er am 16. Oktober. Auch in KI-Hardware investiert Tether. Am Dienstag stieg das Unternehmen beim Chipentwickler Tenstorrent ein.
China ist weit voraus
Noch sind viele Pläne Zukunftsmusik. Den Großteil seines Umsatzes macht Neura weiterhin mit klassischen Roboterarmen und fahrenden Transportrobotern. Bis 2030 will Reger fünf Millionen kognitive Roboter liefern können. Bei der Messe Computex im Juni kippte ein humanoider Neura-Roboter auf der Bühne nach hinten. Laut Qualcomm hatte eine Kommunikationsstörung eine Sicherheitsfunktion ausgelöst.
Die Konkurrenz aus China ist groß. Chinesische Hersteller lieferten im ersten Halbjahr etwa 19.100 Humanoide aus, rund 97 Prozent des Weltmarkts, wie Forbes berichtet. Reger will dennoch mithalten. Europa könne seinen Wohlstand nicht halten, wenn es die nächste Technologiegeneration nur von anderswo kaufe, sagte er.















