Tether, Herausgeber des größten Stablecoins Tether (USDT), baut sein Geschäft mit künstlicher Intelligenz (KI) weiter aus. Die Investmentsparte Tether Capital beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde über 1,5 Milliarden Dollar beim KI-Chipentwickler Tenstorrent. Die Runde bewertet das Unternehmen nach Tethers Angaben mit 6,2 Milliarden Dollar.
Tether steigt bei KI-Chipfirma Tenstorrent ein, Bewertung 6,2 Mrd. Dollar

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Investmentsparte Tether Capital beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde des KI-Chipentwicklers Tenstorrent über 1,5 Milliarden Dollar, wie Tether am Dienstag mitteilte.
- Die Runde bewertet Tenstorrent laut Tether mit 6,2 Milliarden Dollar; wie viel Tether selbst investiert, nennt das Unternehmen nicht.
- Tenstorrent unter Chipdesigner Jim Keller baut KI-Prozessoren und Server und lizenziert Chipdesigns, unter anderem an Samsung und LG.
Chips und Server für eigene KI-Systeme
Geführt wird Tenstorrent vom Chiparchitekten Jim Keller, der früher unter anderem Prozessoren für Apple, AMD und Tesla entwarf. Das Unternehmen entwickelt Prozessoren, Server und Software für KI, teilte Tether mit. Mit der quelloffenen Software lassen sich große KI-Modelle lokal betreiben, die Hardware reicht vom einzelnen Arbeitsplatzrechner bis zu großen Serversystemen. Zudem vergibt Tenstorrent Lizenzen für seine Chipdesigns an Firmen, die eigene Prozessoren bauen, darunter Samsung und LG.
Angeführt wird die Runde laut Tenstorrent von den Investmentfirmen Trace Capital und Innovation X. Beteiligt sind unter anderem auch Ark Invest, Fidelity, Morgan Stanley, T. Rowe Price, Virtu Financial und XTX Markets. Wie viel Tether beisteuert, nennt keine der beiden Seiten. Das Geld soll vor allem in die Produktion der Serversysteme der Reihe Galaxy fließen, außerdem in die Weiterentwicklung der Chips und in das Geschäft im Ausland.
Tether-Chef Paolo Ardoino begründete den Schritt mit der Abhängigkeit von wenigen Anbietern. „KI sollte etwas sein, das Menschen selbst bauen, betreiben und kontrollieren können“, sagte er. Offene Recheninfrastruktur sei nötig, damit mehr Menschen Zugang zu KI erhielten.
Tether baut ein KI-Portfolio auf
Die Beteiligung passt zu Tethers Strategie, KI möglichst auf eigenen Geräten statt in der Cloud laufen zu lassen. Über die Plattform QVAC entwickelt das Unternehmen Software dafür und hat im Juli etwa ein Bildverarbeitungsmodell veröffentlicht, das offline auf Smartphones läuft. Mit Tenstorrent kommt nun die Hardware hinzu.
Auch in Deutschland ist Tether in diesem Feld aktiv. Im Juni kündigte das Unternehmen an, eine Finanzierungsrunde von bis zu 1,4 Milliarden Dollar beim Robotikhersteller Neura Robotics aus Metzingen anzuführen, dessen Maschinen eigene Krypto-Wallets erhalten sollen. Zuletzt warb Ardoino zudem für KI-Agenten, die mit USDT bezahlen, und verwies dafür auf das Tether-Investment Oobit.
Geld aus Gewinnen und überschüssigen Reserven
Tether Capital mit Sitz in El Salvador investiert nach eigenen Angaben Geld aus Gewinnen und überschüssigen Reserven von Tether. Das Portfolio reicht von KI über Finanzdienste und Energie bis zu Biotechnologie und Medien.















