Ein winziges Bitcoin-Mining-Gerät war Anfang November an einem Blockfund beteiligt und reiht sich damit in ein Jahr voller unwahrscheinlicher Treffer ein. Vom kompakten Desktop-Gerät bis zur Mining-Farm haben Solo-Miner 2026 bislang 36 dokumentierte Blöcke gefunden, zusammen mehrere Millionen Dollar wert.
Bitcoin-Solo-Mining: 36 Jackpots 2026, und was ein Bitaxe wirklich kostet

Das Wichtigste auf einen Blick
- Laut Soloblocks.io haben Solo-Miner vom 11. Februar bis zum 7. November 2026 genau 36 Bitcoin-Blöcke gefunden, mit Belohnungen von 3,1268 bis 3,1968 BTC je Block.
- Ein Block, den der Händler Solo Satoshi einem Nerdqaxe++ zuschreibt, fehlt in der Liste, weil ihn Braiins Pool fand, der Belohnungen auf alle Teilnehmer verteilt.
- Ein Heimgerät mit 1,2 TH/s steuert nur einen winzigen Teil zu den rund 1.000 EH/s des Netzwerks bei und würde statistisch erst nach mehr als 15.000 Jahren einen Block finden.
Ein winziger Bitcoin-Miner tritt gegen die Giganten an
Ein bescheidener Desktop-Miner an einer gewöhnlichen Steckdose, der eine Armee industrieller Konkurrenten im Wettlauf um eine Blockbelohnung von 3,125 BTC plus Gebühren schlägt: So etwas ist bei Bitcoin bereits vorgekommen. Es gleicht einem Lottogewinn mit einem Los, das nie verfällt.
Darin liegt der Reiz des Solo-Minings. Gewöhnliche Enthusiasten treten gegen Hallen voller spezialisierter Mining-Hardware an. Die meisten werden nie einen Block finden, doch jeder gültige Hash ist eine weitere winzige Chance auf den Gewinn.
Am 4. November meldete Solo Satoshi, ein Händler für kleine Bitcoin-Mining-Hardware, einen weiteren Fund, an dem einer seiner Kunden beteiligt war. Auf X schrieb das Unternehmen:
„Block Nr. 974238 wurde beansprucht. Ein weiteres unserer Geräte hat einen Block gefunden, ein Nerdqaxe++ Rev 6. Heute Nachmittag hat ein sehr früher Kunde von Solo Satoshi Kels eine Direktnachricht geschickt, damit sie das Team informieren konnte. Erst vor einem Monat kam eine andere Person in den Laden, um uns zu erzählen, dass er einen Block gefunden hatte, während er einen Bitaxe Naja Duo und einen Nerdqaxe++ Rev 7 betrieb. Beide liefen im FPPS-Pool von Braiins. Hasht weiter. Man weiß nie, wann die eigene Hardware als Nächstes an der Reihe ist.“
Laut Mempool.space hatte Braiins Pool den Block 974238 bereits am 2. November gefunden. Die Meldung zeigt, wie kleine Mining-Hardware an einem Blockfund beteiligt sein kann. Braiins FPPS ist allerdings ein Pool mit geteilten Belohnungen, die beteiligten Geräte bedeuten also nicht, dass ihre Besitzer die gesamte Blockbelohnung erhielten.
Am 7. November meldete der Betreiber von CKPool Solo auf X, ein unabhängiger Miner mit rund 581 Terahash pro Sekunde (TH/s), also gut einem halben Petahash, habe den Block mit der Höhe 974893 gefunden. „Glückwunsch an Miner bc1q~nljg zum 319. Block, nun ein Glückstreffer, in der Region US East von solo.ckpool.org, mit rund 581 TH Hashrate auf einem 564-TH-Worker“, schrieb der Entwickler. Er fügte hinzu:
„Ein Miner dieser Größe hat etwa eine Chance von eins zu 35, innerhalb eines Jahres einen Block zu finden.“
Rund sieben Stunden später fand ein weiterer Teilnehmer von CKPool Solo am selben Tag den Block 974930. „Zwei glückliche Solo-Miner haben heute auf CKPool Blöcke gefunden, nur sieben Stunden auseinander“, schrieb der Mempool.space-Entwickler Mononaut am 7. November.
Solo-Mining-Bilanz 2026: 36 dokumentierte Blöcke
Laut den Daten von Soloblocks.io fanden Solo-Miner zwischen dem 11. Februar und dem 7. November 36 Blöcke. Die Belohnungen einschließlich Transaktionsgebühren summieren sich auf rund 113,17 BTC. Beim Kurs vom 8. November von rund 75.700 Dollar (rund 67.900 Euro) entspricht das rund 8,6 Millionen Dollar (rund 7,7 Millionen Euro).
Je Block lagen die Belohnungen damit bei rund 236.600 bis 241.900 Dollar (rund 212.200 bis 217.000 Euro). Das sind Brutto-Blockbelohnungen, keine bestätigten Nettoerlöse, und je nach Pool-Vereinbarung erhält ein Teilnehmer weniger.
Der früheste Fund des Jahres gelang am 11. Februar mit Block 936100 über den Multi-Coin-Pool Letsmine.it und brachte 3,1529 BTC ein. Im Februar gab es insgesamt vier Funde, im April sechs, im Mai drei, im Juni zwei, im Juli vier, im August und im September je einen.
Im Oktober waren es acht Funde, im November bis zum 7. des Monats sieben. Davon entfielen vier auf den 1. November, einer auf den 5. November und die beiden Blöcke von CKPool Solo auf den 7. November.
Die Verteilung zeigt auch eine wichtige Einschränkung. Nicht jeder sogenannte Solo-Gewinner war ein Hobby-Miner mit einem einzigen günstigen Gerät. Soloblocks.io stuft einige Finder als große Mining-Farmen ein, mit geschätzten Hashraten von 153,7 Petahash pro Sekunde (PH/s) und 540 PH/s. Das übersteigt die Leistung von Heimgeräten deutlich, ist im Vergleich mit den großen Mining-Pools aber gering.
Die fünf Funde über Public Pool stuft die Seite dagegen als Jackpot-Funde von Heim-Minern ein. Drei davon liefen über Umbrel-Nodes, was zeigt, dass unabhängige Mining-Infrastruktur auch ohne Industriebetrieb mithalten kann.
Von den 36 Funden ordnet Soloblocks.io zehn der Kategorie „Solo Pool“ zu, neun „CKPool Solo“, je fünf „Public Pool“, „Braiins Solo“ und „Parasite Pool“ sowie je einen „Futurebit Apollo Solo“ und „Letsmine.it“.
Die Geräte hinter dem Lotterie-Mining
Lotterie-Miner für Bitcoin decken ein breites Spektrum an Leistung und Stromverbrauch ab. Ein Bitaxe Gamma 601 oder 602 etwa erzeugt rund 1,2 TH/s bei 17 bis 20 Watt.
Der Nerdqaxe++ Rev 7 aus dem Beitrag von Solo Satoshi kommt mit vier BM1370-Chips auf etwa 4,8 TH/s. Der Bitaxe Naja Duo 1201 liefert laut Händler etwa 4,4 TH/s bei 42 Watt, der größere Nerdoctaxe Gamma mit acht Chips je nach Version etwa 9,6 bis 12 TH/s.
Weitere Geräte sind der Avalon Nano 3S von Canaan mit 6 TH/s bei 140 Watt und der Apollo II von Futurebit mit 6 bis 10 TH/s. Die Full-Node-Ausführung des Apollo II betreibt zugleich einen vollständigen Bitcoin-Node, mit dem Nutzer unabhängiger arbeiten können.
Am unteren Ende steht der Nerdminer, ein Gerät auf Basis des ESP32-Chips, das nur Kilohashes pro Sekunde erzeugt. Er veranschaulicht das Mining, hat aber praktisch keine Chance auf einen Block. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind zwar erheblich, aber kleiner, als Neulinge erwarten dürften. Selbst ein leistungsstarker Desktop-Miner mit 10 TH/s steuert nur ein Hundertmillionstel zu den rund 1.000 Exahash pro Sekunde (EH/s) bei, mit denen das Bitcoin-Netzwerk arbeitet. Unter dieser vereinfachten Annahme würde ein solches Gerät statistisch etwa alle 1.900 Jahre einen Block finden, ein Bitaxe mit 1,2 TH/s erst nach mehr als 15.000 Jahren. Industrielle ASIC-Miner mit anwendungsspezifischen Chips erreichen inzwischen mehr als 1 PH/s je Gerät.
Die Zahlen beschreiben statistische Mittelwerte, keine tatsächlichen Wartezeiten. Jeder Versuch ist unabhängig, ein Gerät könnte theoretisch schon beim nächsten Versuch einen Block finden oder über Generationen erfolglos laufen. Gerade diese extremen Wahrscheinlichkeiten machen den Blockfund eines Heim-Miners so bemerkenswert.
Solo-Pools bieten verschiedene Wege zur Blockbelohnung
Wer keine eigene Mining-Infrastruktur betreiben will, findet bei Solo-Pools einen einfachen Einstieg. Anders als beim herkömmlichen Pool-Mining erhält bei echten Solo-Vereinbarungen in der Regel der Finder die Blockbelohnung, abzüglich etwaiger Gebühren.
Der bekannte CKPool Solo verlangt eine Gebühr von 2 Prozent und kam 2026 auf neun Funde. Public Pool bietet eine gebührenfreie gehostete Option und verzeichnet fünf Funde. Braiins Solo, das Berichten zufolge 0,5 Prozent Gebühr erhebt, werden in diesem Jahr ebenfalls fünf Blöcke zugeschrieben.
Weitere Optionen sind Atlaspool, Pool.bitaxe.de, Sololuck, Kanopool und Solopool.com. Einige arbeiten ohne Gebühren, andere bieten unterschiedliche Serverstandorte, Mining-Protokolle oder Auszahlungsmodelle. Pool.bitaxe.de richtet sich gezielt an Miner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der Pool der estnischen Nanohash OÜ verlangt nach eigenen Angaben für reines Solo-Mining keine Gebühr und nutzt Server in Frankfurt. Auch CKPool Solo betreibt einen eigenen Server in Deutschland.
Bei hybriden Diensten wird diese Unterscheidung wichtiger. Parasite Pool, dem fünf Funde zugeschrieben werden, gibt dem Finder nach seinem Auszahlungsmodell einen festen Betrag von 1 BTC und verteilt den Rest auf die übrigen Teilnehmer.
Nicehash Easymining ist ein weiterer Weg, bei dem gemietete Rechenleistung statt eigener Hardware zum Einsatz kommt. P2Pool verteilt die Belohnungen dagegen nach den Beiträgen der Teilnehmer und unterscheidet sich damit grundlegend vom Solo-Mining, bei dem der Gewinner alles erhält.
Was die Jagd nach dem Bitcoin-Jackpot kostet
Der Reiz liegt auf der Hand, die Wirtschaftlichkeit bleibt aber hart. Bei angenommenen 15 US-Cent (rund 13,5 Euro-Cent) pro Kilowattstunde (kWh) verbraucht ein Avalon Nano 3S mit 6 TH/s im Dauerbetrieb jährlich Strom für rund 184 Dollar (rund 165 Euro).
Industrielle Bitcoin-Miner sichern sich oft Strompreise von 7 US-Cent (rund 6,3 Euro-Cent) pro kWh oder weniger, während private Haushalte deutlich mehr zahlen. Das verschafft Heim-Minern einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil.
Unter diesen Annahmen liegt die wahrscheinlichkeitsgewichtete Jahresbelohnung des Avalon Nano 3S bei rund 75 Dollar (rund 67 Euro), vor Pool-Gebühren und Gerätekosten. Ein Bitaxe mit 1,2 TH/s kommt auf erwartete 15 Dollar (rund 13 Euro) im Jahr, bei Stromkosten von rund 26 Dollar (rund 23 Euro).
In Deutschland fällt die Rechnung noch ungünstiger aus. Haushalte zahlen 2026 laut der Strompreisanalyse des Energieverbands BDEW bislang durchschnittlich 37,3 Cent je kWh. Damit kostet der Dauerbetrieb eines Avalon Nano 3S rund 457 Euro im Jahr und der eines Bitaxe mit 20 Watt rund 65 Euro, bei derselben erwarteten Belohnung.
Das sind statistische Erwartungswerte, keine verlässlichen Jahreseinnahmen. Die meisten Hobby-Miner gehen beim echten Solo-Mining leer aus, solange sie keinen Block finden, und genau auf diesen Jackpot hoffen sie. Für Enthusiasten geht der Reiz deshalb über die Rentabilität hinaus: Sie erwerben eine Chance, so unwahrscheinlich sie auch ist, direkt an der Blockfindung von Bitcoin teilzunehmen.
Der Fund von Block 974930 am 7. November verbindet Technik, astronomisch geringe Gewinnchancen und außergewöhnliches Glück, denn jeder Hash ist ein weiterer Würfelwurf. Große Betriebe haben einen überwältigenden Rechenvorteil, doch auch kleine Maschinen nehmen an diesem Wettbewerb teil. Die Chancen sprechen für die großen Mining-Pools, aber das Netzwerk reserviert nicht jedes Gewinnlos für sie.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONJamie RedmanNews Lead
Jamie Redman ist News Lead bei Bitcoin.com News und ein Finanztechnologie-Journalist mit Sitz in Massachusetts.
















