Die Mining-Schwierigkeit von Bitcoin (Difficulty) liegt seit mehr als einem Jahr unter ihrem Allzeithoch vom Oktober 2025. Bis zum 7. November waren es 374 Tage, so lange wie nie zuvor in der Geschichte des Netzwerks. Der bisherige Rekord stammte aus der Zeit nach dem Crash von 2011.
Bitcoin-Mining: Schwierigkeit so lange unter Rekord wie nie zuvor

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Mining-Schwierigkeit von Bitcoin erreichte am 29. Oktober 2025 mit 155,97 Billionen ihren Höchststand und lag am 7. November seit 374 Tagen darunter.
- Damit übertrifft die Serie die 364 Tage von 2011 bis 2012 und die rund 253 Tage nach dem chinesischen Mining-Verbot von 2021.
- Mempool.space erwartet für den 13. November einen Rückgang der Schwierigkeit um rund 3,6 Prozent, ein neuer Höchststand rückt damit weiter in die Ferne.
Ein Rekord, den niemand wollte
Der Ökonom und Autor Saifedean Ammous wies am 6. November auf diesen Meilenstein hin. Die Bitcoin-Schwierigkeit liege seit mehr als einem Jahr unter ihrem Allzeithoch, schrieb er und fügte hinzu:
„Ein Kursrückgang um 95 Prozent im Jahr 2011 und das Mining-Verbot in China waren nicht so schlimm. Das ist eine neue Welt für das Bitcoin-Mining.“
Die Schwierigkeit gibt an, wie schwer es ist, einen neuen Block zu finden. Das Netzwerk passt sie etwa alle zwei Wochen oder alle 2.016 Blöcke an, damit weiterhin rund alle zehn Minuten ein Block entsteht, unabhängig davon, wie viel Rechenleistung im Netzwerk arbeitet.
Bitcoin.com News hat die Angabe anhand von Daten von Mempool.space überprüft. Demnach erreichte die Schwierigkeit am 29. Oktober 2025 bei Block 921.312 ihren Rekordwert von 155,97 Billionen (T). Jede Anpassung seitdem lag darunter. Bis zum 7. November summierte sich das auf 374 Tage.
Ein Vergleich mit 2011 und 2021
Der bisherige Rekord stammt aus den Anfangsjahren von Bitcoin. Nach dem Höchststand vom 1. August 2011 dauerte es laut derselben Anpassungshistorie von Mempool.space bis zum 30. Juli 2012, bis die Schwierigkeit ein neues Hoch erreichte. Das waren 364 Tage, in die auch der von Ammous erwähnte Crash von 2011 fiel.
Das chinesische Mining-Verbot von 2021, das einen großen Teil der weltweiten Miner vom Netz zwang, führte zu einer kürzeren Pause. Damals erreichte die Schwierigkeit am 13. Mai 2021 ihren Höchststand und stieg erst am 21. Januar 2022 auf ein neues Hoch, rund 253 Tage später.
Diesmal war der Rückgang milder, dauerte aber länger. Mitte Juni 2026 erreichte die Schwierigkeit nach einer Senkung um 10,09 Prozent ihren Tiefpunkt bei 124,93 T, etwa 20 Prozent unter dem Höchststand. Bitcoin.com News berichtete damals, dass die Mining-Schwierigkeit um 10 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juli 2025 gefallen war.
Die Erholung stockte knapp vor dem Rekord
Zuletzt war der Abstand allerdings kleiner geworden. Am 16. Oktober stieg die Schwierigkeit um 5,92 Prozent, am 29. Oktober um weitere 5,54 Prozent auf 148,36 T. Damit lag sie nur noch rund 4,9 Prozent unter dem Rekordwert. Ende Oktober kehrte zudem die 7-Tage-Hashrate des Netzwerks auf 1 ZH/s (Zettahash pro Sekunde) zurück, nachdem sie fast acht Monate darunter gelegen hatte.
Die nächste Anpassung zeigt jedoch in die andere Richtung. Mempool.space schätzt den Rückgang zum Ende der laufenden Epoche am 13. November auf rund 3,6 Prozent, Stand 8. November. Das würde ein neues Allzeithoch weiter in die Ferne rücken.
Warum Miner unter Druck stehen
Der Druck kommt sowohl vom schwachen Bitcoin-Kurs als auch von steigenden Betriebskosten. Am 8. November notierte Bitcoin knapp unter 76.000 Dollar (rund 68.000 Euro) und damit deutlich unter den Kursen, die den Ausbau im vergangenen Jahr rentabel gemacht hatten.
Zudem haben börsennotierte Miner Coins verkauft und sind in das KI-Geschäft eingestiegen. Bitcoin.com News berichtete am 4. November, dass Riot Platforms im dritten Quartal Bitcoin für rund 750 Millionen Dollar (rund 673 Millionen Euro) verkauft hat, Hut 8 im dritten Quartal und im Oktober zusammen für rund 250 Millionen Dollar (rund 224 Millionen Euro). Keel Infrastructure, früher Bitfarms, trennte sich im dritten Quartal von seinem gesamten Bitcoin-Bestand und erlöste mit insgesamt 2.520 BTC 192 Millionen Dollar (rund 172 Millionen Euro). Terawulf und Iren setzen angesichts schrumpfender Mining-Einnahmen stark auf KI.
Auch in Deutschland hat sich ein bekannter Miner vom Bitcoin-Mining verabschiedet. Die Frankfurter Northern Data verkaufte im November 2025 ihre Mining-Sparte Peak Mining für bis zu 200 Millionen Dollar (rund 179 Millionen Euro), um sich auf KI- und Cloud-Dienste zu konzentrieren. Seit Juni 2026 gehört das Unternehmen mehrheitlich zur US-Videoplattform Rumble.
Die Politik bringt ein weiteres Risiko. Nach ihrem Erfolg bei den Zwischenwahlen am 3. November drängen Demokraten auf Beschränkungen für neue Rechenzentren, die Bitcoin-Miner treffen könnten, die auf das Geschäft mit KI-Rechenzentren setzen.
Was das bedeutet
Eine lange Phase unter dem Schwierigkeitshoch heißt nicht, dass das Netzwerk schwächer ist. Die Hashrate liegt wieder bei rund 1 ZH/s, und Blöcke entstehen weiter im vorgesehenen Takt. Die Serie zeigt jedoch, dass das scheinbar unaufhaltsame Wachstum der Mining-Leistung an Grenzen gestoßen ist.
Die nächste Anpassung um den 13. November ist der erste Test für die kommenden Wochen. Eine deutliche Erholung des Bitcoin-Kurses könnte Miner zurückbringen und die Schwierigkeit wieder auf ein neues Hoch treiben.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONShiraz JagatiCrypto Reporter
Shiraz ist Journalist und Analyst, dessen Arbeit seit 2016 den Bereich digitaler Vermögenswerte und blockchainbezogene Entwicklungen abdeckt.
















