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Bitcoin Kurs unter Druck: Optionsverfall, Binance-Hack und US-Wahlen

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Bitcoin Kurs unter Druck: Optionsverfall, Binance-Hack und US-Wahlen

Dem Bitcoin Kurs stehen unruhige Tage bevor. Seit dem Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance am Donnerstagabend steht er unter Druck, am Freitag sind zudem Optionen über rund 9,8 Milliarden Euro ausgelaufen. Am 3. November finden in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress statt. Händler rechnen deshalb mit stärkeren Kursschwankungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nach dem Hackerangriff auf Binance fiel Bitcoin in der Nacht zum Freitag laut Coingecko zeitweise auf rund 68.300 Euro, die Börse hat Auszahlungen ausgesetzt.
  • Am Freitag verfielen auf Deribit Bitcoin-Optionen über rund 9,8 Milliarden Euro, vor der US-Wahl am 3. November rechnen Händler mit stärkeren Schwankungen.
  • Im Tageschart bestätigen die EMAs mit einem Golden Cross den Aufwärtstrend, MACD und RSI zeigen dagegen nachlassende Dynamik.

Binance-Hack belastet den Bitcoin Kurs

Am Donnerstagabend flossen innerhalb weniger Minuten Milliarden aus Wallets von Binance ab. Die Börse beziffert den Schaden auf rund 5,6 Milliarden Euro, wie Bitcoin.com News berichtete. Es ist der größte bekannte Diebstahl in der Geschichte der Kryptobranche.

Nach dem Stopp der Auszahlungen fiel Bitcoin (BTC) um 2 Prozent auf rund 68.900 Euro, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Am selben Abend belasteten auch enttäuschende Quartalszahlen von Amazon und Intel die Technologiewerte. Kurz vor dem Angriff hatte Bitcoin noch rund 72.100 Euro gekostet, in der Nacht zum Freitag sank der Kurs zeitweise auf rund 68.300 Euro, wie die Kursdaten von Coingecko zeigen. Am Freitagmittag lag er bei rund 69.400 Euro, gut 3 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor.

Was Binance-Kunden wissen sollten

Ein- und Auszahlungen bei Binance bleiben vorerst ausgesetzt. Laut dem Sender CNN rechnet die Börse damit, die Auszahlungen bis Sonntagmorgen wieder freizugeben. Binance hat zugesagt, alle Verluste zu ersetzen. Im Register der EU-Wertpapieraufsicht Esma, das die nach der Kryptoverordnung MiCA zugelassenen Kryptodienstleister aufführt, ist Binance mit Stand 30. Oktober nicht verzeichnet. Ob und wie die Börse derzeit Kunden in Deutschland und Österreich bedient, geht aus dem Register nicht hervor. Ohne Zulassung dürfen Anbieter in der EU seit dem 1. Juli keine Kryptodienste mehr erbringen, wie eine frühere Analyse zeigt.

Optionsverfall: Wetten auf höhere Kurse wertlos

Schon vor dem Hack war Bitcoin geschwächt. Am Freitagmorgen verfielen dann auf der Derivatebörse Deribit Bitcoin-Optionen über rund 9,8 Milliarden Euro, wie Bloomberg in einem vom Schweizer Finanzportal Cash übernommenen Bericht schrieb. Das war rund ein Drittel aller offenen Bitcoin-Optionen der Plattform. Ein Großteil davon waren Wetten auf Kurse deutlich über dem aktuellen Niveau, sie verfielen wertlos.

Nach dem Verfall könnten die Schwankungen zunehmen. Anleger, die auf ihre Bitcoin-Bestände Optionen verkaufen, dämpfen normalerweise die Ausschläge und schließen nach einem Verfall rasch neue Kontrakte ab. Caroline Mauron, Mitgründerin von Orbit Markets, erwartet, dass sie diesmal bis nach der Wahl warten. Fehle dieses Angebot, könnten die Kurse um die Wahlergebnisse herum stärker ausschlagen. Auch Paul Howard von Wincent, einem Market Maker für Kryptowährungen im Hochfrequenzhandel und OTC-Liquiditätsanbieter mit einem verwalteten Vermögen von über 500 Millionen Dollar, rechnet für November mit deutlich mehr Bewegung, weil die Kursschwankungen im vergangenen Jahr so gering gewesen seien wie selten zuvor.

US-Wahl als nächster Kurstreiber

Von den Mehrheiten im Kongress hängt ab, wie viel von seiner kryptofreundlichen Agenda Präsident Donald Trump noch durchsetzen kann. Das Marktstrukturgesetz Clarity Act blieb im September im Senat stecken, Finanzminister Scott Bessent hat inzwischen einen Plan B für das Gesetz vorgelegt. In der Umfrage „Market Pulse“ von Bloomberg News sehen die Befragten Bitcoin Ende Dezember im Median bei umgerechnet rund 81.100 Euro, falls die Republikaner beide Kammern behalten. Bei einem geteilten Kongress sind es rund 75.100 Euro, bei einer Mehrheit der Demokraten in beiden Kammern rund 68.300 Euro.

Technische Analyse: Trend intakt, Dynamik schwächer

Im Tageschart weisen die exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMAs) noch ein Golden Cross auf, womit der Trend kurz- bis mittelfristig bullisch bestätigt bleibt. Die MACD-Linien sind hingegen bärisch gekreuzt, und das Histogramm des MACD tickt seit Donnerstag bärisch tiefer. Währenddessen bewegt sich der Relative-Stärke-Index (RSI) in Richtung überverkaufter Regionen.

Die nächsten signifikanten Fibonacci-Unterstützungen liegen am 0,382-Fibonacci-Niveau bei umgerechnet rund 67.900 Euro und in der Zone zwischen rund 60.800 und 61.700 Euro. Zudem fungiert die 200-Tage-EMA bei umgerechnet rund 68.200 Euro als zusätzliche Unterstützung. Das Nachttief von rund 68.300 Euro lag damit knapp über diesen beiden Marken.

Bitcoin Kurs unter Druck: Optionsverfall, Binance-Hack und US-Wahlen
Bitcoin Kurs Prognose

Bärisches Fazit

Das bärisch gekreuzte MACD, das tiefer tickende Histogramm und der Druck durch den Binance-Hack sprechen für weitere Schwäche. Fällt Bitcoin unter die 200-Tage-EMA bei rund 68.200 Euro und das 0,382-Fibonacci-Niveau bei rund 67.900 Euro, rückt die Unterstützungszone zwischen rund 60.800 und 61.700 Euro in den Blick. Die US-Wahl am 3. November könnte die Ausschläge zusätzlich verstärken.

Bullisches Fazit

Das Golden Cross der EMAs hält den Trend kurz- bis mittelfristig bullisch, und ein RSI nahe überverkauften Regionen spricht für eine mögliche Gegenbewegung. Halten die 200-Tage-EMA und das 0,382-Fibonacci-Niveau, wäre die erste Hürde das Niveau von rund 72.100 Euro, auf dem Bitcoin vor dem Hack notierte. Gelingt der Sprung darüber, rückt die Jahresendprognose der Bloomberg-Umfrage für einen republikanischen Kongress von rund 81.100 Euro in den Blick.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Über den Autor

GESCHRIEBEN VONKonstantin Kaiser

Konstantin Kaiser ist News- und Lokalisierungsmanager für Deutschland bei Bitcoin.com News sowie Finanzmarktanalyst.