Ersten Hochrechnungen zufolge hat eine Mehrheit der Wähler den sogenannten Nachhaltigkeitsvorschlag abgelehnt, der darauf abzielte, die Bevölkerungszahl des Landes bis 2050 auf 10 Millionen zu begrenzen. Dennoch sprachen sich 45,21 % für die Initiative aus, obwohl deren Verabschiedung den Zugang zu den europäischen Märkten gefährden könnte.
Die Schweiz lehnt in einem historischen Referendum die umstrittene Obergrenze von 10 Millionen Einwohnern ab

Das Wichtigste im Überblick
- Die Schweiz stimmte mit 54,79 % gegen die SVP-Initiative und sicherte sich damit den wichtigen Zugang zu den europäischen Märkten.
- Da 27,5 % der Einwohner Einwanderer sind, stellte Enmetena Advisory fest, dass ein Nein die Steuermärkte schützt.
- Displaced International warnte, dass ein ähnlicher Vorschlag für eine Obergrenze von 10 Millionen wieder aufkommen könnte, was die langfristige Marktpolitik instabil halten würde.
Schweizer lehnen Initiative zur Bevölkerungsbegrenzung in historischem Referendum ab
Die Schweiz hat eine umstrittene Initiative abgelehnt, die eine Verfassungsänderung zur Festlegung einer Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen vorgesehen hätte.
Der Vorschlag, der von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) als Nachhaltigkeitsmaßnahme zur Eindämmung der Einwanderung vorangetrieben wurde, wurde abgelehnt. Laut dem Bundesamt für Statistik lehnten 54,79 % der Stimmberechtigten die Initiative ab, während 45,21 % sie unterstützten, obwohl Einwanderer rund 27,5 % der gesamten ständigen Wohnbevölkerung ausmachen. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,86 %.

Die Umfragen im Vorfeld der Abstimmung fielen gemischt aus, wobei frühere Umfragen darauf hindeuteten, dass der Vorschlag angenommen werden würde. Dennoch könnten die möglichen Auswirkungen dieser Maßnahme einige Befürworter letztendlich abgeschreckt haben.
Die Abstimmung spaltete das Land scharf in zwei Lager, wobei die Befürworter argumentierten, das Ziel sei es, den Druck der zunehmenden Einwanderung auf die Verkehrs- und Gesundheitsinfrastruktur des Landes zu verringern. Die Gegner argumentierten, dass eine Verabschiedung den Zugang der Schweiz zu europäischen Märkten, einschließlich wichtiger Wirtschaftsgruppen, gefährden würde.
Diese Spaltung zeigte sich an den Urnen. Maximilian Hess, Gründer und Geschäftsführer von Enmetena Advisory, wies darauf hin, dass Kantone, die als Unternehmenssteuerparadiese gelten, überwiegend dagegen stimmten, während Kantone, die als Einkommenssteuerparadiese gelten, dazu neigten, die Initiative zu unterstützen.
Die Änderung hätte dem Bundesrat und dem Parlament die Befugnis erteilt, „Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Asyl und Familienzusammenführung zu ergreifen“, falls die ständige Wohnbevölkerung vor 2050 9,5 Millionen überschreiten sollte. Dies hätte zur Aufkündigung des Abkommens über die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union und anderer bilateraler Abkommen führen können, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen.
Displaced International, eine US-amerikanische gemeinnützige Organisation, betonte, dass zwar der Vorschlag abgelehnt wurde, „die Gefahr jedoch besteht, dass künftige Vorschläge in abgeschwächter Form wieder auftauchen und dasselbe Ziel verfolgen: den Zugang zu Schutz, Asyl, Familienzusammenführung und Rechtssicherheit von politischen Befürchtungen hinsichtlich der Zahlen abhängig zu machen.“











