Das US-amerikanische Bureau of Labor Statistics veröffentlichte am 12. Mai die Daten zum Verbraucherpreisindex für April 2026. Demnach stieg die Gesamtinflation im Jahresvergleich auf 3,8 % und lag damit über der Konsensprognose der Analysten von 3,7 % sowie über den 3,3 % vom März.
Die Inflation in den USA beschleunigt sich den zweiten Monat in Folge, da die Benzinkosten den Verbraucherpreisindex im April in die Höhe treiben

Wichtige Erkenntnisse
- Das BLS meldete für April 2026 eine Gesamt-VPI-Inflationsrate von 3,8 % im Jahresvergleich, womit die Konsensschätzung von 3,7 % übertroffen wurde.
- Die Energiepreise stiegen im Jahresvergleich um 17,9 %, angetrieben durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, wodurch die Benzinpreise im Jahresvergleich um 28,4 % zulegten.
- Die Federal Reserve steht nun unter Druck, Zinssenkungen auf Ende 2026 oder 2027 zu verschieben, da der Kern-VPI 2,8 % erreicht hat.
Benzinpreise treiben den US-Verbraucherpreisindex im April auf 3,8 % – den höchsten Stand seit Ende 2025
Der monatliche CPI-U stieg im April saisonbereinigt um 0,6 %, nach einem Anstieg von 0,9 % im Vormonat. Der Gesamtindex erreichte 333,020 auf der Basisskala von 1982–84, was einem Anstieg von 0,9 % gegenüber März auf unbereinigter Basis entspricht.
Die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energie unberücksichtigt bleiben, lag bei 2,8 % im Jahresvergleich, nach 2,6 % im März. Im Monatsvergleich stieg der Kern-VPI um 0,4 % und übertraf damit die Erwartung von 0,3 %.
Die Energiepreise waren der Hauptgrund für den Anstieg. Der Energieindex stieg in den letzten 12 Monaten um 17,9 % und legte allein im April saisonbereinigt um 3,8 % zu, was mehr als 40 % des gesamten monatlichen Anstiegs ausmachte. Die Benzinpreise stiegen im Jahresvergleich um 28,4 %, und Heizöl verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 54,3 %. Daten des BLS und Analystenkommentare deuten auf den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie auf Störungen der Ölversorgung als Hauptursachen hin.
Die Lebensmittelpreise stiegen im Monatsvergleich um 0,5 % und im Jahresvergleich um 3,2 %. Die Preise für Lebensmittel zu Hause stiegen im Jahresvergleich um 2,9 %, während die Preise für Außer-Haus-Verpflegung um 3,6 % kletterten. Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier verteuerten sich im April um 1,3 %. Obst und Gemüse legten im Monatsverlauf um 1,8 % zu.
Die Wohnkosten stiegen im April um 0,6 % und liegen im Jahresvergleich um 3,3 % höher, was weiterhin Druck auf die Kerninflation ausübt. Die Transportdienstleistungen liegen 4,3 % über dem Vorjahresniveau, und die medizinischen Versorgungsleistungen stiegen im Jahresvergleich um 3,2 %.
Haushaltswaren, Flugpreise, Bekleidung und Bildung trugen im April ebenfalls zur Kerninflation bei. Rückgänge bei Neufahrzeugen, Kommunikation und medizinischen Versorgungsleistungen sorgten für einen teilweisen Ausgleich. Der April markiert den zweiten Monat in Folge, in dem sich die Gesamtinflation beschleunigt hat. Die Inflation lag im Februar 2026 noch bei niedrigen 2,4 % im Jahresvergleich, bevor sie die Richtung umkehrte. Der aktuelle Wert ist der höchste seit Ende 2025.
Die Entscheidungsträger der Federal Reserve sehen sich nun mit einem höher als erwartet ausgefallenen Wert sowohl bei der Gesamt- als auch bei der Kerninflation konfrontiert. Analysten sagen, dass die Daten für April die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Zinssenkung verringern, wobei die erste Senkung nun eher Ende 2026 oder im Jahr 2027 erfolgen dürfte. Das Inflationsziel der Fed von 2 % bleibt nach aktuellen Prognosen außer Reichweite.
Benzinpreise, die in vielen Teilen des Landes 4 Dollar pro Gallone erreichen oder übersteigen, belasten die Haushaltsbudgets und dämpfen die Konsumausgaben. Zu den ersten Reaktionen der Märkte zählten ein stärkerer US-Dollar, Abwärtsdruck auf Aktien und Anleihen sowie erhöhte Volatilitätserwartungen.
Die Inflation bei Wohnkosten und Dienstleistungen bleibt hartnäckig, auch wenn die Energiepreise die Gesamtinflation antreiben. Die Lebensmittelpreise sind trotz einer gewissen Abschwächung weiterhin hoch. Analysten stellen fest, dass die Gesamtinflation ohne eine Abkühlung der Energiepreise kaum Spielraum für einen Rückgang hat. Die nächste Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) mit Daten für Mai 2026 ist für Mitte Juni geplant.










