Die Kryptobörse Kraken baut ihr Derivategeschäft in Europa aus. Berechtigte Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) können seit Montag über Kraken Pro Optionen auf Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) handeln. Möglich macht das eine Wertpapierlizenz aus Zypern, die Kraken mit dem Kauf eines dortigen Brokers erworben hat.
Kraken bringt BTC- und ETH-Optionen in den EWR, mit Lizenz aus Zypern

Das Wichtigste auf einen Blick
- Kraken bietet berechtigten Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum seit Montag Optionen auf Bitcoin und Ether an, allerdings nur in Ländern, in denen es Derivate vertreibt.
- Die Optionen stellt eine Kraken-Tochter mit Lizenz der zyprischen Aufsicht Cysec bereit, die Kryptowerte verwahrt eine irische Gesellschaft mit MiCA-Zulassung.
- Wer Optionen verkauft, kann laut Kraken weit mehr als die hinterlegte Sicherheit verlieren; zum Start laufen alle Geschäfte über Preisanfragen.
So funktionieren die Kontrakte
Die Optionen lassen sich nur zum Laufzeitende ausüben und werden bar abgerechnet, und zwar in Dollar. Prämie, Gewinne und Verluste laufen also in Dollar, geliefert werden keine Coins. Zur Wahl stehen wöchentliche, monatliche, vierteljährliche und halbjährliche Laufzeiten, wie Kraken in seinem Blog erklärt.
Einen öffentlichen Orderbuchhandel gibt es zum Start nicht. Kunden stellen stattdessen eine Preisanfrage für bis zu fünf Bestandteile und erhalten zeitlich befristete Angebote. Wer eines annimmt, ist daran gebunden. Freigeschaltet wird der Handel erst nach einem Fragebogen.
Die Optionen laufen über dasselbe Derivatekonto wie die Futures und nutzen dieselben Sicherheiten, mehr als 30 Währungen und Kryptowerte sind zugelassen. Die Prämie wird nicht vorab bezahlt, Gewinne und Verluste werden laufend mit den Sicherheiten verrechnet. Gerät ein Konto in Schieflage, versteigert Kraken die Positionen in einem verdeckten Verfahren, statt sie über das Orderbuch aufzulösen.
Zwei Gesellschaften, zwei Lizenzen
Hinter dem Angebot stehen zwei Kraken-Firmen. Anbieter der Optionen ist die zyprische Tochter Payward Europe Digital Solutions, die früher als I.F. Greenfields Wealth firmierte und eine Lizenz der Aufsicht Cysec für Wertpapierdienstleistungen hat. Die Kryptowerte verwahrt die irische Payward Europe Solutions Limited, die nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) zugelassen ist. Ein gemeinsamer Dienst beider Firmen sei damit nicht verbunden, betont Kraken.
Nutzen können die Optionen nicht alle Kunden im EWR. Kraken bietet sie nur in den Ländern an, in denen es Derivate vertreibt, und weist ausdrücklich darauf hin, dass geografische Beschränkungen gelten können. Eine Länderliste nennt der Blogbeitrag nicht. Für Kryptodienste wie Handel und Verwahrung gelten die irischen MiCA-Lizenzen dagegen laut Kraken in allen 30 EWR-Staaten, auch in Deutschland und Österreich. Seit dem 1. Juli dürfen in der EU nur noch Anbieter mit MiCA-Zulassung Kryptodienste erbringen, wie eine frühere Analyse zeigt.
Hohes Verlustrisiko
Kraken weist selbst auf die Risiken hin. Wer eine Option kauft, kann den gesamten Einsatz verlieren. Wer eine Option verkauft, kann deutlich mehr verlieren als die hinterlegte Sicherheit, im Extremfall unbegrenzt. Die Anforderungen an die Sicherheiten könnten sich jederzeit ändern, Positionen würden notfalls aufgelöst.
Auszeichnung in Dublin
Parallel wirbt Kraken mit seinem irischen Standbein. Bei den National Fintech Awards der Zeitung Business Post wurde die Börse am 15. Oktober in Dublin als etabliertes Fintech-Unternehmen des Jahres ausgezeichnet, teilte Kraken mit. Irland sei ein zentraler Teil des Europageschäfts.
Inzwischen hat Kraken nach eigenen Angaben auch eine gemeinsame Wallet für EWR-Kunden auf Kraken Pro eingeführt, mit der sich Guthaben aus Spot-, Margin- und Earn-Konten als Sicherheit für Futures nutzen lassen. Zudem will die Muttergesellschaft Payward die litauische Saldo Bank übernehmen.















