Bitcoin.com News
Bereitgestellt von

Bitpanda rutscht in die roten Zahlen, Chef geht zur Erste Group

Beim Wiener Kryptobroker Bitpanda treffen schwache Zahlen auf einen Umbruch an der Spitze. Unter dem Strich verlor die Bitpanda GmbH 2025 rund 14 Millionen Euro, 2024 hatte sie noch 61,7 Millionen Euro verdient. Gleichzeitig verlässt Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad das Unternehmen Anfang 2027. In der Branche wachsen die Zweifel an der Strategie.

GESCHRIEBEN VON
TEILEN
Bitpanda rutscht in die roten Zahlen, Chef geht zur Erste Group

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Laut Jahresabschluss rutschte die Bitpanda GmbH 2025 nach Steuern mit rund 14 Millionen Euro ins Minus; für 2024 hatte sie noch 61,7 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen.
  • Bitpanda begründet das mit Investitionen in Expansion und Marke; der bereinigte Umsatz der Gruppe stieg 2025 auf 371 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA fiel auf 13 Millionen.
  • Zugleich verlässt Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad den Wiener Kryptobroker im ersten Quartal 2027 in Richtung Erste Group; Mitgründer Christian Trummer ist Co-Chef.

Vom Gewinn in die roten Zahlen

Die Zahlen stammen aus dem Jahresabschluss der Bitpanda GmbH, den die Nachrichtenagentur APA im elektronischen Amtsblatt ausgewertet hat, wie das Magazin Trend berichtet. Die Erlöse, in denen das Brokergeschäft brutto enthalten ist, kletterten demnach auf rund 7,7 Milliarden Euro, nach 7,2 Milliarden im Jahr 2024. Das Betriebsergebnis brach dagegen von etwa 80 Millionen auf 4,1 Millionen Euro ein.

Bitpanda verweist auf seine Wachstumsstrategie. „Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“, teilte das Unternehmen der APA mit. Die GmbH gehört zur Bitpanda Group AG mit Sitz in der Schweiz, die keinen Konzernabschluss veröffentlicht. Im März hatte Bitpanda ausgewählte Kennzahlen der Gruppe genannt: Der bereinigte Umsatz, also im Wesentlichen Gebühren und Nettoerlöse aus dem Brokergeschäft, stieg 2025 auf 371 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA fiel auf 13 Millionen Euro.

Für den Präsidenten des Interessenverbands für Anleger (IVA), Florian Beckermann, ist der Verlust kein großer Rückschlag. Vor einem möglichen Börsengang erhöhe er aber den Erklärungsbedarf gegenüber künftigen Aktionären, sagte er der APA.

Chef wechselt zur Erste Group

Mitte September hatte Bitpanda den Abgang von Enzersdorfer-Konrad bekanntgegeben. Er wechselt im ersten Quartal 2027 als Executive Director Asset Management zur Erste Group, eine neu geschaffene Funktion, die direkt an Erste-Chef Peter Bosek berichtet. Bis dahin führt er Bitpanda weiter, gemeinsam mit Mitgründer Christian Trummer als Co-Chef. Einen Nachfolger sucht der Verwaltungsrat in einem strukturierten Verfahren.

Enzersdorfer-Konrad ist seit 2018 bei Bitpanda und stand seit August 2025 an der Spitze. Wirtschaftswoche spricht in einem Bericht über den Kryptobroker von einem plötzlichen Chefwechsel und turbulenten Wochen.

Lizenzen und Kundengelder

An der Zulassung ändern die Zahlen nichts. Laut dem Zwischenregister der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) ist die Bitpanda GmbH seit dem 9. April 2025 von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA nach der EU-Verordnung MiCA zugelassen. Die deutsche Bitpanda Asset Management GmbH hat ihre Erlaubnis von der Bafin seit dem 24. Januar 2025. Nach MiCA müssen Verwahrer die Kryptowerte ihrer Kunden getrennt vom eigenen Vermögen halten. Erst im August hatte die FMA die Bitpanda GmbH mit 70.000 Euro bestraft, die erste Strafe dieser Art nach MiCA. Grund waren unter anderem ein zu spät eingereichtes Whitepaper und eine Werbemitteilung ohne zuvor veröffentlichtes Whitepaper. Die Strafe ist rechtskräftig. Am 1. Oktober ergänzte die FMA allerdings ihre Bekanntmachung: Auf Antrag der Bitpanda GmbH leitet sie ein Verfahren ein, in dem geprüft wird, ob diese Veröffentlichung rechtmäßig war.