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Zcash fällt, Monero steigt: Privacy-Coins vor den EU-Regeln 2027

Privacy-Coins haben am 3. November im Zuge eines breiten Rückgangs am Kryptomarkt nachgegeben, Bitcoin rutschte dabei in Richtung 76.000 Dollar (rund 67.900 Euro). Zcash führte die Verluste mit einem Tagesminus von 7 Prozent an, was die Liquidationen von Long-Positionen sprunghaft steigen ließ.

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Zcash fällt, Monero steigt: Privacy-Coins vor den EU-Regeln 2027

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zcash (ZEC) fiel am 3. November um 7 Prozent und löste Liquidationen gehebelter Positionen über 14,55 Millionen Dollar (rund 13 Millionen Euro) aus.
  • Monero legte gegen den schwachen Markt um fast 3 Prozent zu und baute seinen Gewinn über 90 Tage auf mehr als 75 Prozent aus.
  • Forscher von SMC warnen, dass die EU-Regeln für Privacy-Coins ab Juli 2027 die Liquidität weiter belasten könnten, in Deutschland und Österreich gelten sie unmittelbar.

Privacy-Coins geben im Abschwung nach

Die Kryptowährungen, die Transaktionsdaten verbergen, brachen am 3. November mit dem gesamten Markt ein. Kurz zuvor hatte ein Bericht von SMC Researchers die wachsende Verbreitung des Sektors hervorgehoben, aber auch anhaltende Liquiditätsprobleme und zunehmenden regulatorischen Druck.

Zcash (ZEC) führte den Rückgang an und stürzte von über 1.250 Dollar (rund 1.116 Euro) auf 1.125 Dollar (rund 1.005 Euro), zeitweise lag das Minus über 24 Stunden bei mehr als 10 Prozent. Eine Erholung auf 1.170 Dollar (rund 1.045 Euro) verringerte den Tagesverlust auf 7 Prozent. Der Kursrutsch trug dazu bei, dass bei Zcash Positionen über 14,55 Millionen Dollar (rund 13 Millionen Euro) liquidiert wurden. Auf ausgelöschte Long-Positionen entfielen mehr als 85 Prozent davon, rund 12,5 Millionen Dollar (rund 11,2 Millionen Euro).

Near Protocol (NEAR) verlor mehr als 30 Cent und fiel auf ein Tagestief von 3,75 Dollar (rund 3,35 Euro), bevor es sich auf 3,85 Dollar (rund 3,44 Euro) erholte, ein Tagesminus von fast 7 Prozent. Dash (DASH) fiel von über 48,25 Dollar (rund 43,09 Euro) auf 45,81 Dollar (rund 40,91 Euro), Railgun (RAIL) sank von 2,29 Dollar (rund 2,04 Euro) auf ein Tagestief von 2,10 Dollar (rund 1,88 Euro). Mehrere kleine Privacy-Coins verloren über 24 Stunden zwischen 2 und 5 Prozent.

Einige Privacy-Coins stemmten sich jedoch gegen den Trend. Monero (XMR) stieg von 608 Dollar (rund 543 Euro) auf rund 625 Dollar (rund 558 Euro) und legte damit fast 3 Prozent zu. Der Gewinn über 90 Tage wuchs damit auf mehr als 75 Prozent, Monero zählt in diesem Zeitraum zu den stärksten digitalen Vermögenswerten. Zano (ZANO) stieg um fast 8 Prozent von 3,09 Dollar (rund 2,76 Euro) auf 3,32 Dollar (rund 2,96 Euro) und führte damit die Tagesgewinner unter den Privacy-Coins an.

Auch Beldex (BDX) und Horizen (ZEN) legten moderat zu, um 1,6 und 1,7 Prozent.

Darknet-Nutzung treibt die Nachfrage trotz Liquiditätsproblemen

Die gemischte Entwicklung zeigt, dass Kryptowährungen mit Fokus auf Privatsphäre trotz regulatorischer Einschränkungen und begrenzter Verbreitung im Zahlungsverkehr weiter gefragt sind. Laut SMC Researchers haben die Schließungen großer Darknet-Marktplätze die Verbreitung von Privacy-Coins beschleunigt, darunter Silk Road 2013, Alphabay 2017, Hydra 2022 und Incognito Market 2024. Vor allem Monero gewann dadurch bei Betreibern, die der Rückverfolgung über die Blockchain entgehen wollen.

Schwung bekam dieser Trend 2020, als White House Market, damals einer der größten Darknet-Marktplätze, nur noch Monero akzeptierte. Spätere Delistings an Börsen schränkten Liquidität und Zugang aber ein.

Nachdem OKX Monero Ende 2023 aus dem Handel genommen hatte und Binance Anfang 2024 folgte, wurde der Handel deutlich schwieriger, stellten die Forscher von SMC fest. Die täglichen Transaktionen sanken dem Bericht zufolge um fast die Hälfte, einige westliche Darknet-Marktplätze kehrten vorübergehend zu Bitcoin zurück.

Trotz dieser Rückschläge wandten sich Darknet-Betreiber ab Mitte 2025 wieder Privacy-Coins zu. Das trug zu neuer Nachfrage und höheren Bewertungen im gesamten Sektor bei.

Der Bericht beschreibt auch, wie Privacy-Coins Ermittlungen gegen Geldwäsche erschweren, weil sie Transaktionsverläufe verschleiern. Kriminelle können Bitcoin oder Stablecoins in Privacy-Coins tauschen und später wieder zurück, was die Verfolgung der Geldflüsse erschwert.

Börsen bleiben dabei aber mögliche Ansatzpunkte, weil der Tausch in und aus Privacy-Coins erkennbare Spuren hinterlassen kann. Das erklärt, warum Aufsichtsbehörden zunehmend Handelsplattformen und andere Vermittler ins Visier nehmen und nicht die Blockchain-Protokolle selbst.

Regulierung setzt den Sektor unter Druck

Der Bericht zitiert Daten von Chainalysis, wonach illegale Aktivitäten nur einen relativ kleinen Teil des gesamten Transaktionsvolumens ausmachen. Ein Großteil der erkannten Fälle betrifft zudem transparente Netzwerke und Werte wie Bitcoin, Ether und Stablecoins.

Trotz des wachsenden Interesses an vertraulichen Transaktionen steht der Sektor vor wachsenden regulatorischen Hürden. Die Geldwäscheverordnung der Europäischen Union gilt ab dem 10. Juli 2027. Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen dürfen dann keine Konten mehr führen, die es ermöglichen, Kontoinhaber oder Transaktionen zu anonymisieren oder in hohem Maß zu verschleiern, „auch durch anonymitätsverstärkende Kryptowährungen“. Das könnte Liquidität und Zugang zu wichtigen Handelsplätzen weiter einschränken.

In Deutschland und Österreich gilt die Verordnung unmittelbar. Die Schweiz ist an die EU-Regeln nicht gebunden. Ihr nationaler Risikobericht zur Geldwäscherei, über den der Bundesrat am 14. Oktober informiert wurde, hält aber fest, dass Kryptowerte im Darknet weiterhin Zahlungsmittel für illegale Güter und Dienstleistungen sind, „insbesondere privacy coins wie Monero und Zcash“.

Die Forscher von SMC halten dagegen, dass Privacy-Coins grundlegende Schwächen transparenter Blockchains beheben: Sie schützen die Vertraulichkeit finanzieller Daten, verbessern die Fungibilität und erlauben Unternehmen Transaktionen, ohne sensible Informationen preiszugeben.

Zugleich warnt der Bericht, dass die alltägliche Nutzung durch Privatkunden im Vergleich zum spekulativen Handel begrenzt bleibt. Ein Großteil des jüngsten Wertzuwachses im Sektor gehe eher auf Narrative der Anleger und einen besseren Marktzugang zurück als auf ein entsprechendes Wachstum der Zahlungen.

Die Forscher sehen eine wachsende Kluft zwischen ZEC, das optionale Privatsphäre und institutionellen Zugang bietet, und XMR, das an verpflichtender Privatsphäre festhält. Funktionen für mehr Privatsphäre dürften zwar zunehmend in die breitere Blockchain-Infrastruktur einfließen. Reine Anonymitätscoins könnten laut dem Bericht aber eine Nische bleiben.

Die unterschiedlichen Kursbewegungen am 3. November unterstrichen diesen Unterschied. Während Zcash und mehrere kleinere Privacy-Coins deutlich verloren, zeigte die Stärke von Monero, dass die Nachfrage nach solchen Werten uneinheitlich bleibt, auch wenn der breitere Kryptomarkt um neuen Schwung ringt.

Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.

Über den Autor

GESCHRIEBEN VONTerence ZimwaraAuthor/Writer

Terence Zimwara ist ein preisgekrönter Journalist und Autor, der sich auf die Schnittstelle zwischen afrikanischer Makroökonomie und digitaler Finanzwirtschaft spezialisiert hat.