Die Südafrikanische Zentralbank (SARB) hat Krypto-Assets und Stablecoins in eine neue, überwachte Risikokategorie aufgenommen, da die lokale Kryptoadoption massiv angestiegen ist.
Südafrikanische Zentralbank identifiziert Kryptowährungen und Stablecoins als strukturelles Risiko

Neue Risikokategorie eingerichtet
Die Südafrikanische Zentralbank (SARB) hat Krypto-Assets und Stablecoins in eine neue, überwachte Risikokategorie aufgenommen und verweist auf den steigenden Wert von Krypto-Beständen der lizenzierten Dienstleister. Dieser Schritt erfolgt, da die SARB und das nationale Finanzministerium der Landes versuchen, ein umfassendes Rahmenwerk für die Überwachung grenzüberschreitender Kryptotransaktionen zu schaffen und die Devisenkontrollregeln der Nation zu aktualisieren.
In ihrem neuesten Financial Stability Review (FSR) hat die SARB Krypto-Assets und Stablecoins unter eine neue strukturelle Risikokategorie gestellt: “technologiegestützte finanzielle Innovation.” In einer Präsentation am 25. November erklärte Nicola Brink, Leiterin der Abteilung für Finanzstabilität der SARB, dass strukturelle Risiken “langsam brennende Risiken” sind.
Obwohl erwartet wird, dass diese Risiken den Finanzsektor in den nächsten 12 Monaten nicht stören werden, könnten sie “die Widerstandsfähigkeit und Effizienz des Finanzsektors” langfristig untergraben.
“Die Bank hat technologiegestützte finanzielle Innovation als eine breite Risikokategorie hinzugefügt, unter der verschiedene Aspekte überwacht werden”, erklärte Brink und fügte hinzu, dass sich dieses FSR speziell auf Krypto-Assets konzentriert.
Mehr erfahren: Südafrika arbeitet an der Regulierung grenzüberschreitender Kryptoflüsse
Diese Einschätzung folgt einer Bestandsaufnahme, die zeigt, dass sich die Verwahrungsguthaben bei den drei größten lizenzierten Krypto-Asset-Dienstanbietern (CASPs)—Luno, VALR und Ovex—von unter 580 Millionen US-Dollar zu Beginn des Jahres 2023 auf fast 1,5 Milliarden US-Dollar bis Ende 2024 aufgebläht haben. Die Anzahl registrierter Nutzer auf diesen drei Plattformen hat fast 7,8 Millionen erreicht. Bitcoin bleibt das größte Krypto-Asset, das im Inland gehalten wird, gefolgt von Ripple (XRP), Ethereum (ETH) und Solana (SOL).
Regulatorische Lücken und Devisenkontrollen
Ein Hauptanliegen, das im Review hervorgehoben wird, ist die “grenzenlose Natur” von Krypto, die Wege schafft, um die Devisenkontrollvorschriften Südafrikas zu umgehen. Laut dem Bericht hat die On-Chain-Analyse bestätigt, dass die zehn größten im Inland gehosteten Bitcoin-Wallets seit dem 1. Januar 2019 fast 3,7 Milliarden US-Dollar ins Ausland überwiesen haben.
Die SARB ist der Ansicht, dass diese Zahl viel höher wäre, wenn alle Wallets und Krypto-Assets einbezogen würden. Neben der Ausarbeitung eines Rahmenwerks zur Überwachung grenzüberschreitender Transaktionen mit Krypto-Assets überprüfen die Beamten der südafrikanischen Zentralbank Berichten zufolge die Devisenkontrollvorschriften, um eindeutig Krypto-Assets einzubeziehen.
Unterdessen hat die FSR auch einen signifikanten strukturellen Wandel auf dem heimischen Kryptomarkt hervorgehoben: die zunehmende Dominanz von Stablecoins. An den US-Dollar gekoppelte Stablecoins sind auf südafrikanischen Plattformen als bevorzugtes Handelspaar aufgetreten und ersetzen nicht unterstützte Krypto-Assets wie Bitcoin als Hauptverkehrsinstrument für Handelsaktivitäten.
Die Handelsvolumina an US-Dollar-gekoppelten Stablecoins sind von weniger als 230 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 auf fast 4,67 Milliarden US-Dollar bis Oktober 2025 gestiegen. Dieser Anstieg wird teilweise auf die deutlich geringere Preisvolatilität der Stablecoins zurückgeführt. Das Review, das den Anstieg der Stablecoins unter anderem ihrer geringeren Preisvolatilität zuschreibt, verknüpft ihre zunehmende Nutzung mit potenziellen Auswirkungen auf die Finanzstabilität, insbesondere durch Zahlungen und Abrechnungen.
Darüber hinaus wird der Mangel an transparenten, konsistenten und zuverlässigen Daten über Krypto-Assets, kombiniert mit bestehenden regulatorischen Lücken, als kritische Verwundbarkeit identifiziert. Die SARB stellte fest, dass Südafrika derzeit “kein Rahmenwerk” zur Regulierung globaler Stablecoin-Vereinbarungen und nur “teilweise Vorschriften” für Krypto-Assets hat, gemäß einer Bewertung des Financial Stability Board (FSB) im Oktober 2025. Die Zentralbank erklärte, dass die Verwundbarkeiten voraussichtlich weiter zunehmen werden, bis diese inländischen regulatorischen Lücken geschlossen sind.
FAQ 💡
- Warum hat die SARB eine neue Risikokategorie geschaffen? Um Krypto-Assets und Stablecoins im Rahmen von “technologiegestützter finanzieller Innovation” zu überwachen.
- Wie groß ist der Kryptomarkt Südafrikas? Lizenzierten Anbietern wie Luno, VALR und Ovex halten jetzt nahezu 1,5 Milliarden US-Dollar in Verwahrungsguthaben.
- Was beunruhigt die Zentralbank am meisten? Grenzüberschreitende Kryptoströme riskieren, Südafrikas Devisenkontrollvorschriften zu umgehen.
- Warum stehen Stablecoins unter Beobachtung? An den Dollar gekoppelte Stablecoins dominieren den lokalen Handel, was langfristige Risiken für die Finanzstabilität hervorruft.




